ort  ,O Weiser, du hast mir von der Allmacht des Schöpfers das kundgetan, was sich nicht bestreiten läßt. Doch sage mir nun, wie Er Seine Schöpfung ins Dasein rief!' Schimâs gab zur Antwort: »Die Welt ist nur geschaffen durch Sein Wort, das vor der Zeit existierte und durch das alle Dinge geschaffen sind.' Da sagte der Prinz: »Allah, dessen Name allgewaltig und dessen Macht hocherhaben ist, hat also die Welt ins Dasein rufen wollen, ehe sie existierte.' Und Schimâs fuhr fort: ,Und mit Seinem Willen hat Er sie durch Sein Wort erschaffen; hätte Er nicht gesprochen und das Wort offenbart, so würde die Schöpfung nicht existieren.' - -«

Da bemerkte Schehrezâd, daß der Morgen begann, und sie hielt in der verstatteten Rede an. Doch als die Neunhundertundvierzehnte Nacht anbrach, fuhr sie also fort: »Es ist mir berichtet worden, o glücklicher König, daß Schimâs, als der Prinz ihm die vorbenannten Fragen stellte, sie ihm beantwortete; dann fuhr er fort: »Mein lieber Sohn, keiner der Menschen wird dir etwas anderes kundtun, als was ich gesagt habe, es sei denn, daß er die Worte, die im heiligen Gesetze überliefert sind, falsch auslegt und den Wahrheiten ihren rechten Sinn nimmt. Dazu gehört es zum Beispiel, wenn jemand sagt, daß dem Worte eine eigne Kraft innewohne - ich nehmemeine Zuflucht zu Gott vor einem solchen Glauben! Nein, meine Worte in betreff Allahs, des Allgewaltigen und Glorreichen, daß er die Schöpfung durch Sein Wort erschaffen habe, bedeuten, daß der Erhabene eins ist in Seinem Wesen und Seinen Attributen und sie bedeuten nicht, daß dem Worte Allahs eine eigene Kraft innewohne. Im Gegenteil, die Kraft ist eines der Attribute Allahs, wie auch das Wort und die andren Attribute der Vollkommenheit Attribute sind für Allah, der da erhaben ist in Seiner Macht und allgewaltig in Seiner Herrscherpracht. Er ist ohne Sein Wort nicht zu denken, und Sein Wort ist nicht zu denken ohne Ihn. Allah, dessen Ruhm hochherrlich ist, erschuf durch Sein Wort Seine ganze Schöpfung, und ohne Sein Wort erschuf er nichts. Er schuf die Dinge durch Sein Wort, das die Wahrheit ist, und durch die Wahrheit sind wir erschaffen.   - (1001)

Wort (2) Im Hebräischen bedeutet jeder Buchstabe eine Zahl, jedes Wort eine kunstvolle Kombination, jeder Satz eine schreckliche Formel, die, wenn sie gut ausgesprochen wird - in der richtigen Stimmführung und der passenden Betonung -, die Berge hinwegfegen und die Flüsse versiegen lassen könnte. Sie wissen sehr wohl, daß Adonai die Welt durch das Wort schuf; darauf verwandelte er sich selber in das Wort. Das Wort berührt die Luft und den Geist, es wirkt auf die Sinne und auf die Seele. Obgleich Sie nicht eingeweiht sind, können Sie leicht daraus schließen, daß das Wort der wahre Mittler zwischen der Materie und den geistigen Wesen aller Arten sein muß.   - (sar)

Wort (3) Die Worte HOLZ — KOHLEN, die auf der letzten Seite der Champs magnétiques auffallen, haben mich einen ganzen Sonntag lang, an dem ich mit Soupault spazierenging, mit dem wunderlichen Talent ausgestattet, alle Geschäfte, zu deren Bezeichnung sie dienen, voraussehen zu können. Wenn ich mich recht erinnere, konnte ich von jeder beliebigen Straße, in die wir einbogen, sagen, in welcher Entfernung rechts oder links diese Geschäfte auftauchen werden. Und es bestätigte sich immer. Nicht durch die Halluzination der fraglichen Worte wurde ich aufmerksam gemacht, sondern durch das halluzinierte Bild jener Kreisflächen, wie sie sich im Sägeschnitt ergeben und wie sie beiläufig, als kleine Flecken einer einzigen Farbe, aber mit einem dunkleren Kreissektor, auf die Vorderfront zu beiden Seiten der Türen gemalt sind. Nach Hause zurückgekehrt, verfolgte mich dieses Bild immer noch. Von der Kreuzung Medicis her kam ein Geruch von Karussellen: er rief bei mir noch immer die Vorstellung eines solchen Scheites hervor. Und auch der Schädel Jean-Jacques Rousseaus war eines, wenn ich von meinem Fenster aus auf sein Standbild blickte, das mit dem Rücken zu mir zwei oder drei Stockwerke unterhalb auftauchte. An jenem Tag hatte ich sehr Angst.   - (nad)

Wort (4)  Gott schuf das Wort, welches das Gute und das Böse schuf. Mitunter wird das Wort Fleisch und erscheint, jetzt ist es verborgen, vielleicht im Körper eines Tieres oder eines Schurken. Früher oder später wird es wieder erscheinen; wenn ein sehr großer Mann kommt, wird er es sein. Als Napoleon im Orient auftauchte, hatten die Drusen keinen Zweifel, daß er es sei, und sie wollten ihn aufsuchen. - (orient)

Wort (5)  Das Wort ›Tag‹ fasset sich im Herzen und fährt hervor zum Munde und fährt durch die Straße der herben und bittern Qualität, und wecket die herbe und bittere Qualität nicht auf, sondern gehet stark durch ihren Locum, welcher am hintern Gaumen über der Zungen ist, hervor ganz sanft und der herben und bittern Qualität unbegreiflich.

Wenn es aber hervor auf die Zunge kommt, so schleußt die Zunge mit dem Obergaumen das Maul zu. Wenn aber der Geist an die Zähne stoßet und will raus, so schleußt die Zunge das Maul auf und will vorm Worte raus, und tut gleich einen Freudensprung zum Maule raus.

Wenn aber das Wort durchbricht, so macht sich das Maul inwendig weit auf, und das Wort fasset sich mit seinem Schallen hinter der herben und bittern Qualität noch einmal und wecket dieselbe als einen faulen Schläfer in der Finsternis auf und fähret jähling zum Munde aus.  - (boe)

Wort (6) Es gibt Menschen, die so gefühlvoll sind, daß sie es aus der Entfernung empfinden, ob man gut oder schlecht von ihnen spricht. Es gibt Menschen, die nicht vor der verbrecherischen Handlung zurückschrecken, die aber zusammenfahren bei dem Wort, das sie nennt. Starke Persönlichkeiten können keine harten Worte vertragen; sie werden krank. Man kann mit einem Wort morden. Wäre ich Richter, würde ich den Totschläger immer zuerst fragen: Was sagte er, daß du ihn niederschlugst? Und dann würde ich auf mildernde Umstände erkennen, oder geradezu auf Freisprechung, wenn das mordende Wort die Veranlassung zum Totschlag gewesen ist.  - (blau)

Wort (7)   Zavattini hatte eine Polemik dadurch ausgelöst, daß er im Radio ein bis dahin verbotenes Wort aussprach. Dieses Wort, das in den keuschen Mikrofonen der RAI wie eine Bombe explodierte, hat für manche die Bedeutung, die für Goethe die Schlacht bei Valmy hatte. Was vielleicht ein bißchen übertrieben ist. Aber zu behaupten, daß dieses Wort, von Zavattini ausgesprochen, revolutionär ist, während es, aus dem Munde Almirantes zum Beispiel, fachistoid-machistisch, obszön, reaktionär wäre, das geht effektiv zu weit.

Voltaire, der zu seiner (und auch in unserer) Zeit nicht weniger revolutionär war als Zavattini, schrieb dieses Wort, in seinen persönlichsten Briefen, auf italienisch: Er sah dann einen Weg, es auszusprechen und zugleich nicht auszusprechen, es zu verschleiern. Es kam ihm nicht in den Sinn, daß man mit diesem Wort eine Revolution machen könnte. Uns ebensowenig. Und aus Sympathie für Zavattini hoffen wir, daß es auch ihm nicht in den Sinn gekommen ist. - (scia)

Wort (8)   Ich lasse die Vokale kobolzen. Ich lasse die Laute ganz einfach fallen, etwa wie eine Katze miaut. . . Worte tauchen auf, Schultern von Worten, Beine, Arme, Hände von Worten. Au, oi, uh. Man soll nicht zu viel Worte aufkommen lassen. Ein Vers ist die Gelegenheit, allen Schmutz abzutun. Ich wollte die Sprache hier selber fallen lassen. Diese vermaledeite Sprache, an der Schmutz klebt, wie von Maklerhänden, die die Münzen abgegriffen haben. Das Wort will ich haben, wo es aufhört und wo es anfängt. Dada ist das Herz der Worte. Jede Sache hat ihr Wort, aber das Wort ist eine Sache für sich geworden. Warum soll ich es nicht finden? Warum kann der Baum nicht »Pluplusch« heißen? und »Pluplubasch«, wenn es geregnet hat? Das Wort, das Wort, das Wort außerhalb eurer Sphäre, eurer Stickluft, dieser lächerlichen Impotenz, eurer stupenden Selbstzufriedenheit, außerhalb dieser Nachrednerschaft, eurer offensichtlichen Beschränktheit. Das Wort, meine Herren, das Wort ist eine öffentliche Angelegenheit ersten Ranges. - Hugo Ball, Das erste dadaistische Manifest (1916)

Wort (9) DAS WORT besteht aus Einheiten, die man zwar durchaus als Ganzes nehmen soll, aber die Teile lassen sich auch in beliebiger Reihenfolge anordnen, vorwärts und rückwärts, kreuz und quer wie ein interessantes Sex-Arrangement. In diesem Buch sprengt es die Seiten und quillt in alle Richtungen, ein Kaleidoskop von Szenerien, ein Potpourri von Melodien und Straßenlärm, Furzen und Gejohle von Randalierern, Rasseln von eisernen Rolläden in den Ladenstraßen, Schmerzgeheul und Gejammer und Lustgewimmer im höchsten Falsett; kopulierende Katzen und das empörte Quäken von Kaulköpfen auf dem Trockenen, prophetisches Gemurmel des Brujo in Muskatnuß-Trance, brechende Halswirbel und kreischende Alraunen, Seufzer des Orgasmus, Heroin das lautlos wie der Morgennebel in die durstigen Zellen sickert, das Geschnatter von Radio Kairo wie eine übergeschnappte Tabak-Auktion, und die Flöten des Ramadan umfächeln den suchtkranken Junkie mit dem zarten Touch eines Fledderers, der in der grauen Dämmerung der U-Bahn sachte nach dem grünen Bündel Banknoten tastet...  - (lun)

Wort (10)  "Im Anfang war  das  Wort?"/Ich, möchte wissen,was  das  für  ein Wort war./Im Anfang  das_Wort   Scheiße?/( " Im  Anfang war  etwas  ganz  anderes,und  diese   Idioten  sind dann gekommen  und haben das Wort genommen,und  einer hat's  aufgeschrieben,und   seitdem  ist  alles darin eingesperrt0") /"Jetzt  ersticken  sie an den Wörtern. "'//"Gibt  viele,die  nur so  wandernde  Wortkloaken  sinda"//Und das  ist das wortlose  Grauen,das  mich in der  Gegenwart  so   oft befällt.///  - Rolf Dieter Brinkmann, Erkundungen für die Präzisierung des Gefühls für einen Aufstand: Reise Zeit Magazin (Tagebuch). Reinbek bei Hamburg 1987

Wort (11) Der Wesen der Wirklichkeit ist der Sinn. Was keinen Sinn hat, ist für uns nicht wirklich. Jedes Stück Wirklichkeit lebt dadurch, daß es an einem universalen Sinn teilhat. Die alten Kosmogonien faßten dies in den Satz: Am Anfang war das Wort. Was unbenannt ist, existiert für uns nicht. Etwas zu benennen bedeutet, es in einen universalen Sinn einzubeziehen. Das isolierte Wort, das Wort als Mosaikstein, ist ein späteres Produkt, es ist bereits ein Resultat der Technik. Das ursprüngliche Wort war ein Phantasiegebilde, das den Sinn der Welt umkreiste, es war ein großes universales Ganzes. Das Wort in seiner alltäglichen, heutigen Bedeutung ist nur noch ein Bruchstück davon, das Rudiment einer früheren, allumfassenden, integralen Mythologie. Deshalb strebt es danach, immer wieder nachzuwachsen, sich zu regenerieren, vollständig zu Sinn zu werden. Das Leben des Wortes besteht darin, daß es sich nach tausend Verbindungen dehnt und streckt, wie der zerstückelte Leib der Schlange in der Legende, deren Einzelteile einander in der Dunkelheit suchen. Dieser tausendfältige, doch integrale Wort-Organismus ist in einzelne Wörter zerrissen worden, in Laute, in Umgangssprache, und er ist in dieser neuen Form, dem praktischen Bedarf angepaßt, bereits als Organ der Verständigung zu uns gekommen. Das Leben des Wortes, seine Entwicklung, wurde auf neue Gleise, auf die Gleise der Lebenspraxis gelenkt und neuen Vorschriften unterworfen. Doch wenn die Gebote der Präxis auf die eine oder andere Weise ihre Zügel lockern, wenn das Wort, von diesem Zwang befreit, sich selbst überlassen ist und wieder den eigenen Gesetzen zurückgegeben wird, dann regrediert es, strömt zurück, strebt nach früheren Verbindungen, möchte wieder vollständig zu Sinn werden — und diesen Drang des Wortes zurück zum Ursprungsort, seine zurückgewandte Sehnsucht, die Sehnsucht nach der Urheimat des Wortes nennen wir Poesie.

Poesie — das sind die Kurzschlüsse des Sinns zwischen den Worten, die schlagartige Regeneration der ursprünglichen Mythen.  - Bruno Schulz,  Die Mythisierung der Wirklichkeit. Nach (bs2)

Wort (12)

The Words, the Words, the Woräs

The perfume of the iris, sweet citron,
is enhanced by money, the
odor of buckwheat, the woman's odor.
Sand does not diafe, with money.
Sheep fold, horse neigh but money
mollifies it.
Leap or swim
sleep or be drunk in whatever arms
or none
money is the crown

Your eyes, thighs, breasts - rose pointed,
money is their couch, their room,
the light from between lattices...

Lady behind the hedge, behind the
wall:
silken limbs, white brow,
money filters in through the shelving
leaves over you

Rise and shake your skirts
to the buttercups, yellow as polished
gold

 Die Worte, die Worte, die Worte

Der Duft der Iris, zitronensüß,
Geld verklärt ihn, verklärt auch
Frauengeruch, Geruch von Buchweizen.
Sand reibt nicht wund, wo Geld ist.
Schafe drängen sich, Pferde wiehern, doch Geld
sänftigt alles.
Spring oder schwimm
schlaf oder sei trunken in Jemandsarmen
oder niemands
Geld ist die Krone

Deine Augen Schenkel Brüste - rosenspitz,
Geld ist ihr Lager, ihr Haus,
das Licht durch die Gitter ...

Dame hinter der Hecke, hinter der
Mauer:
seidengliedrig, hellgestirnt,
Geld sickert durch das schräge
Laub über dir

Steh auf, schüttle doch deine Röcke
für die Butterblumen, gelb wie geputztes
Gold

 - (wort)

Wort (13)  Geneigter Leser, DAS WORT wird dich anspringen wie ein Leopardenmensch mit Eisenklauen, es wird dir Finger und Zehen abkneifen wie ein opportunistischer Taschenkrebs, es wird dich hängen und deinen Saft aus der Luft schnappen wie ein fickriger Hund, es wird sich um deine Hüften ringeln wie eine Bushmaster und dir ein Schnapsglas voll ranzigem Ektoplasma injizieren... -(lun)

Wort (14)  Ich halte Gedichte nicht für übersetzbar: das Wort ist keine Vokabel, sondern es hat das Wesenhafte und Zweideutige der Dinge  der Natur,. es besitzt eine latente Existenz, die sich auf das Wort der fremden Sprache nicht übertragen läßt.   - Gottfried Benn, Vortrag in Knokke. In: G. B., Essays, Reden, Vorträge. Wiebaden 1965

Wort (15)  Worte, Worte - Substantive! Sie braudien nur die Schwingen zu öffnen und Jahrtausende entfallen ihrem Flug. Nehmen Sie Anemonenwald, also zwischen Stämmen feines, kleines Kraut, ja über sie hinaus Narzissenwiesen, aller Kelche Rauch und Qualm, im ölbaum blüht der Wind und über Marmorstufen steigt, verschlungen, in eine Weite die Erfüllung - oder nehmen Sie Olive oder Theogonien -Jahrtausende entfallen ihrem Flug. Botanisches und Geo-graphisches, Völker und Länder, alle die historisch und systematisch so verlorenen Welten hier ihre Blüte, hier ihr Traum - aller Leichtsinn, alle Wehmut, alle Hoffnungslosigkeit des Geistes werden fühlbar aus den Schichten eines Querschnitts von Begriff.  - Gottfried Benn, Probleme der Lyrik (1951), in: G.B., Essays, Reden, Vorträge. Wiesbaden 1965 [zuerst in Epilog und lyrische Ich, 1923]

Wort (16)   Dada Johann Fuchsgang Goethe. Dada Stendhal. Dada Dalai Lama, Buddha, Bibel und Nietzsche. Dada m'dada. Dada mhm dada da. Auf die Verbindung kommt es an, und daß sie vorher ein bißchen unterbrochen wird. Ich will keine Worte, die andere erfunden haben. Alle Worte haben andre erfunden. Ich will meinen eigenen Unfug, meinen eigenen Rhythmus und Vokale und Konsonanten dazu, die ihm entsprechen, die von mir selbst sind. Wenn diese Schwingung sieben Ellen lang ist, will ich füglich Worte dazu, die sieben Ellen lang sind. Die Worte des Herrn Schulze haben nur zweieinhalb Zentimeter. Da kann man nun so recht sehen, wie die artikulierte Sprache entsteht. Ich lasse die Vokale kobolzen. Ich lasse die Laute ganz einfach fallen, etwa wie eine Katze miaut. . . Worte tauchen auf, Schultern von Worten, Beine, Arme, Hände von Worten. Au, oi, uh. Man soll nicht zu viel Worte aufkommen lassen. Ein Vers ist die Gelegenheit, allen Schmutz abzutun. Ich wollte die Sprache hier selber fallen lassen. Diese vermaledeite Sprache, an der Schmutz klebt, wie von Maklerhänden, die die Münzen abgegriffen haben. Das Wort will ich haben, wo es aufhört und wo es anfängt. Dada ist das Herz der Worte. Jede Sache hat ihr Won, aber das Wort ist eine Sache für sich geworden. Warum soll ich es nicht finden? Warum kann der Baum nicht »Pluplusch« heißen? und »Pluplubasch«, wenn es geregnet hat? Das Wort, das Wort, das Wort außerhalb eurer Sphäre, eurer Stickluft, dieser lächerlichen Impotenz, eurer stupenden Selbstzufriedenheit, außerhalb dieser Nachrednerschaft, eurer offensichtlichen Beschränktheit. Das Wort, meine Herren, das Wort ist eine öffentliche Angelegenheit ersten Ranges. - Hugo Ball, Das erste dadaistische Manifest, Zürich 1916  Nach: H. B., Der Künstler und die Zeitktankheit. Ausgewählte Schriften. Frankfurt am Main 1988

Sprechen Schöpfung
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