rühreife  Das Befremdliche lag nicht darin, was er sagte noch in den einfachen Ausdrücken, die er verwendete; schien aber mit seiner Intonation zusammenzuhängen oder mit den inneren Organen, die den gesprochenen Laut hervorbrachten. Auch sein Gesichtsausdruck war wegen seiner Reife bemerkenswert; aber obwohl er von seiner Mutter und seinem Großvater das fliehende Kinn hatte, gaben ihm seine gerade und ausgeprägte Nase zusammen mit dem Ausdruck der großen, dunklen, fast römischen Augen eine Miene von Quasi-Erwachsensein und frühreifer Klugheit. Er war jedoch trotz seiner intelligenten Züge außerordentlich häßlich; es lag etwas Bocksähnliches, auf jeden Fall Animalisches um seine wulstigen Lippen, in seiner großporigen, gelblichen Haut, dem borstigen Kräuselhaar und den seltsam lang herunterhängenden Ohren. Er wurde bald entschieden mehr gehaßt als seine Mutter und sein Großvater, und Mutmaßungen über ihn wurden mit Anspielungen auf die Zauberkünste des alten Whateley gewürzt; damit, wie die Berge einst erbebten, als er den fürchterlichen Namen Yog-Sothoth inmitten eines Kreises aus Steinen in die Nacht schrie, mit einem großen geöffneten Buch vor sich in den Händen. Hunde verabscheuten den Jungen.  - H. P. Lovecraft, Das Grauen von Dunwich. In: Cthulhu. Geistergeschichten. Übs. H. C. Artmann. Frankfurt am Main 1972 (st 29, zuerst 1929)

Frühreife (2)  

Frühreife (3)  Sobald die vierhundert Uitznaua sahen, daß ihre Mutter schwanger war, wurden sie zornig und sprachen: »Wer hat ihr das getan? Wer hat sie schwanger gemacht? Schimpf und Schande hat sie über uns gebracht!« Und ihre ältere Schwester Coyolxauhqui sagte: »Meine Brüder! Sie hat Schande über uns gebracht, laßt uns sie dafür töten, die Schlechte, daß sie schwanger geworden ist. Wer hat das Kind, das in ihrem Leibe ist, erzeugt?«

Als Couatlicue das erfuhr, begann sie sich sehr zu fürchten und war sehr bedrückt. Aber das Kind in ihrem Leibe, Uitzilopochtli, tröstete sie und sprach zu ihr folgende Worte: »Sei ohne Furcht, ich weiß was zu tun ist.« Das tröstete und beruhigte sie in jeder Weise. - (azt)

Frühreife (4)  

Frühreife (5)  Von der Stelle, wo der Mann verschwunden war, ging ein Geräusch wie von einem mit voller Geschwindigkeit sich drehenden Propeller aus, und im Sekundentakt flogen Knochensplitter und Fetzen von Fleisch aus dem Loch, in das der Mann hineingegangen war.

Vier Fliegen und zwei dicke, blaue Spinnen begannen, lautlos das Häuflein Knochen und Fleisch zu umkreisen, das anfing, sich um sich selber zu drehen. Bald bildete sich ein Kopf heraus, dann ein Arm, ein Bein, ein Geschlecht, und schließlich war der komplette Körper eines neugeborenen Kindes zu sehen.

Das Kind langte mit der Hand nach seinem Geschlechtsorgan, das männlich war; die Fliegen und Spinnen verschwanden durch dasselbe Loch wie zuvor der Mann. Das Kind, mit der Hand an seinem Geschlechtsteil, ejakulierte. Die Bäume, die Tiere, die Felsen krümmten und verbogen sich und bildeten alle zusammen die Form einer Vagina. Das Kind stand auf und lief zu dem Baum, den es unifassen wollte, doch der Baum verflüssigte sich und rann ihm zwischen den Armen hindurch; es lief zu den Felsen, und diese flogen davon.

Abermals berührte das Kind sein Geschlecht mit dem Finger und ejakulierte. Ein Spalier von männlichen Gliedern wuchs rechts und links von ihm empor, und das Kind flog davon, verfolgt von zwei Brüsten, die eine weiß, die andere schwarz. Es landete in einiger Entfernung am Ufer eines Bachs; und dort sah es den Mann mit der wilden Hode aus dem Wasser steigen, die Hände voller Exkremente, die an der Luft zu blühen anfingen. Ein kleines Gehirn sauste zischend herab, drang in den Schädel des Kindes und sorgte dafür, daß es wuchs. - Benjamin Péret, Das Wirtshaus zum Fliegenden Arsch. Aus (per)

Frühreife (6)  
 

Reife

 

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