eschlechtsunterschied  John Manning von der University of Central Lancashire erklärt, dass das Verhältnis von Zeige- zu Ringfinger einer Hand zeigen kann, welchem Pegel von Geschlechtshormonen der betreffende Mensch als Fötus im Leib seiner Mutter ausgesetzt war: je mehr Testosteron im Spiel war, desto länger wird der Ringfinger, je mehr Östrogen, desto länger dagegen der Zeigefinger. Bei Frauen ist das Verhältnis etwa 1, während es bei Männern niedriger liegt, bei etwa 0,96; das bedeutet, der Zeigefinger ist bei Männern etwas kürzer als der Ringfinger. Wie stark man vom Durchschnitt abweicht, soll zeigen, wie maskulin oder feminin man ist.

Studien haben ergeben, dass die klassischen "männlichen" Fähigkeiten und Eigenschaften wie (auch überzogene) Selbstsicherheit oder gute Fähigkeiten bei bestimmten mathematischen Aufgaben eher bei Männern und Frauen mit einem niedrigeren Zeige-/Ringfingerverhältnis zu finden sind, ebenso Personen mit einer überdurchschnittlichen aerobischen Effizienz, die also gut für Marathonläufe geeignet sind. Männer mit einem niedrigen Zeige/-Ringfingerverhältnis haben mehr Sexpartner und mehr Kinder als Männer mit einem hohen Verhältnis, während bei den Frauen gerade die mit einem hohen Zeige-/Ringfingerverhältnis besonders fruchtbar sein sollen. Genau umgekehrt sollen Schwule ein hohes Verhältnis haben und Lesben ein niedriges. Insgesamt scheinen aber die hohen Verhältnisse ungesünder zu sein: bei Frauen steigt die Anfälligkeit für Brust- und Gebärmutterkrebs, bei Männern die für Herzkrankheiten und bei beiden Geschlechtern die für Neurosen. - Wolf-Dieter Roth 17.08.2006, telepolis

Geschlechtsunterschied (2)

Geschlechtsunterschied (3)  Nun wollen wir nach unseres Aristotilis Art und Meinung das Geschlecht aller Tiere in zweierlei Gestalt und Form, nämlich die männliche und weibliche, abteilen, und wodurch eins derselbigen von dem andern unterschieden, item was eines jeden Zuneigungen, Natur und Sitten, als welche da herzhaftig, furchtsam aufrecht und redlich oder aber unredlich und unbillig seien, der Notdurft und Gebühr nach anzeigen.

Sind derowegen die Männer von Natur eines großen Leibes, haben breite Angesichter, die obersten Augbrauen etlichermaßen eingebogen oder gekrümmt, große Augen, viereckiges Kinn, dicke und spannädrige Hälse, starke Schultern und Rippen, breite Brüste, hohle Bäuche, beinigte Hüftscheiben, starke Oberschenkel und Arme, harte Knie, hinabwärts gezogene Waden, große, wohlformiertc Hände, starke, große und weit voneinander ragende Schulterblätter, große, starke und mit Rippen wohlversehene Rücken, der Ort zwischen Rücken und Lenden gleicheckig und voller Fleisch, beinigte starke Lenden, hagere Arsbacken, hart und trocken Fleisch, langsamen Gang, große und grobe Stimme und so fort. Von Gemüt und Sitten aber sind sie großmütig, unerschrocken, gerecht und redlich, einfältig und des Siegs begierig. Demnach kein Tier unter allen je gefunden wird, dessen ganzer Leib wie auch alle und jede Glieder mit seiner, des Mannes, Gestalt, mehr kann und mag verglichen werden denn der Löwe.

Im Gegenteil haben die Weiber kleine Häupter, weiche Haupthaar, schmale Angesichter, eingedrückte Stirnen, starke Augbrauen, kleine und helle Augen, starke und nach dem Angesicht übel formierte Nasen, fleischige Angesichter, dünne Lefzen, kleine und gleichsam lachende Mündlein, runde und glatte Kinn, dünne Hälse, übelgelöste Brustschlüssel, enge und schwache Brüste, fette Hüften, fleischige Knie, so sich oft und viel zurückbiegen, weiche Schienbeine, dünne Arme, schwache Schultern, enge und schwache Rücken, der Ort zwischen Rük-ken und Lenden ungleich und schwach, fleischige Lenden, fleischige und fette Arsbacken, über den ganzen Leib ein weich und nit fast spannäderig Fleisch, helle und kleine Stimmen und kurze Tritt, sind sonst von Natur gering und zart, von Natur kleinmütig, diebisch und über alle Maßen arg und hinterlistig. Nach des Adamantii Meinung aber sind sie weich, zornmütig, hinterlistig, betrüglich und zugleich furchtsam und frech oder verwegen. Das Panthertier ist unter allen anderen Tieren, beides an Gestalt und Gemüt oder Sitten, den Weibern am meisten ähnlich. - J. B. Porta, Menschliche Physiognomie, 1601, nach (kal)

Geschlechtsunterschied (4)  

Was die Frauen rechtfertigt: sie glauben, alle Männer seien gleich.
Was die Männer richtet: sie glauben, alle Frauen seien verschieden.

- Ramón Gómez de la Serna, Der Traum ist ein Depot für verlegte Gegenstände. Greguerías. Berlin 1989

Geschlechtsunterschied (5)   Alle Weibchen sind weniger mutig als die Männchen, mit Ausnahme der Bärin und des Pantherweibchens, die tapferer zu sein scheinen als die Männchen. Sonst sind bei allen Gattungen die Weibchen weicher, hinterlistiger, unberechenbarer, unbeherrschter, mehr auf die Aufzucht der Jungen bedacht, die Männchen im Gegenteil mutiger, wilder, aufrichtiger und weniger hinterhältig. Spuren solcher Gesinnung finden sich sozusagen bei allen, um so deutlicher, je mehr man überhaupt von Innenleben sprechen kann, und vor allem beim Menschen. Denn in dieser Hinsicht ist seine Natur am weitesten entwickelt, so daß auch die genannten Anlagen bei ihm besonders hervortreten. Daher ist das Weib mitleidiger als der Mann, eher zu Tränen aufgelegt, auch neidischer, nachtragender, schmäh- und streitsüchtiger. Das Weib läßt eher als der Mann Mut und Hoffnung sinken, ist schamloser und falscher, weiß sich besser zu verstellen und trägt länger nach, es schläft weniger, kann sich nicht entschließen und ist überhaupt unbeweglicher als der Mann, dazu weniger nahrungsbedürftig. Hilfsbereiter und, wie schon gesagt, tapferer ist das Männchen: sogar bei den Tintenfischen kommt dem Weibchen, wenn es mit dem Dreizack gestochen ist, das Männchen zu Hilfe, während das Weibchen flieht, wenn das Männchen getroffen ist. - Aristoteles, nach (loe2)

Geschlechtsunterschied (6) Auf unserer Seite ist die Offenheit, wenn nicht das Zartgefühl, und doch haben wir unrecht, denn diese Offenheit ist eine Härte. Wenn ich darauf verzichtet hätte, meine Eindrucke von der Weiblichkeit aufzuschreiben, hätte Dich nichts verletzt! Die Frauen behalten alles in ihrem Sack. Niemals entlockt man ihnen ein vollständiges vertrauliches Geständnis. Das Höchste was sie tun, ist erraten zu lassen, und wenn sie die Dinge erzählen, dann mit einer solchen Soße, daß das Fleisch darin verschwindet. Wenn wir aber zwei oder drei gemeine (. . .) begehen, bei denen das Herz nicht einmal beteiligt war, beginnt das ihrige zu stöhnen. Merkwürdig, merkwürdig!  - Flaubert an Louise Colet, nach (flb)

Geschlechtsunterschied (7) Daubenton (Bd. III, Naturgeschichte), der hinsichtlich der Absonderung & Ausspritzung des Samens zwischen beiden Geschlechtern die größte Analogie festgestellt hat, glaubt, daß der einzige Unterschied, den man in der Größe & der Lage bestimmter Körperteile finden kann, die Gebärmutter ist, welche die Frauen zusätzlich haben, & daß die Zeugungsorgane bei beiden Geschlechtern völlig gleich wären, wenn auch die Männer dieses innere Organ besäßen. Daubenton stützt dieses System auf die Beschreibung einiger Föten im Frühstadium, die Ruysch zur Kenntnis gebracht hat oder die sich im Kabinett des Königs befinden.

Diese Föten, wiewohl weiblichen Geschlechts, wirken auf den ersten Blick männlich, & Ruysch hat dies für alle vier Monate alten weiblichen Föten zur Regel erhoben.

Daubenton stimmt bis zu einem bestimmten Punkt mit Galenus überein, der im zweiten Buch, Kap.V, zwischen den Geschlechtsteilen von Mann & Frau keinen anderen Unterschied sieht als den der Lage oder der Entwicklung. Um zu beweisen, daß diese Teile, die zuerst im Sack des Bauchfells angedeutet sind, darin eingeschlossen bleiben oder ihn je nach den Kräften oder der Unvollkommenheit des Tieres verlassen, nimmt er auch Sezierungen trächtiger Weibchen & Föten von Frühgeburten zu Hilfe. Dieselbe Hypothese findet man in Galenus' Abhandlung De usu partium, Buch XIV, & Avicenna hat sie im dritten Buch seines Kanons vollständig übernommen.

Galenus glaubt indes nicht, daß den Männern die Gebärmutter fehlt; er glaubt, daß sie sich ausstülpt & somit das Skrotuin bildet & die Hoden einschließt, die sich außerhalb der Gebärmutter befinden. Er läßt das männliche Glied aus einem prolapsus der Vagina entstehen, statt es in der Klitoris zu suchen.

Piccolomini & Pare hatten sich Galenus' Meinung angeschlossen; Dulaurent, Kyper & einige andere Anatomen sahen darin nur einen falschen Anschein von Wahrscheinlichkeit. Diese Frage scheint eng mit der der Hermaphroditen verbunden zu sein, zumal uns nur sagenhafte & poetische Beispiele von zu Frauen gewordenen Männern vorliegen, während man mehrere in Männer verwandelte Frauen findet, deren Metamorphose ernsthaft bezeugt ist. Diese seltsame Beobachtung findet sich, samt den entsprechenden Beweisen, in Formann, De fascinatione magica.   - (enc)

Geschlechtsunterschied (8) Berkenhoff bemerkt zur frühneuzeitlichen Strafjustiz, „daß Säue die ‚Männerstrafe’ des Hängens, Eber die ‚Weiberstrafe’ des Lebendigbegrabens und Ertränkens erlitten“. - Karin Barton: Verfluchte Kreaturen: Lichtenbergs „Proben seltsamen Aberglaubens“ und die Logik der Hexen- und Insektenverfolgung im „Malleus Maleficarum“

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