Vebärmutter »Mulier tota in utero«, sagte Paracelsus. Darum sind alle Frauen masochistisch. Die Liebe beginnt bei ihnen mit dem Platzen eines Häutchens und endet mit dem Zerreißen des ganzen Wesens im Augenblick der Niederkunft. Ihr ganzes Leben ist ein einziges Leiden. Jeden Monat sind sie davon mit Blut besudelt. Die Frau steht unter dem Zeichen des Mondes, dieses Widerscheins, dieses toten Gestirns, und darum zeugt sie um so mehr Tod, je mehr Kinder sie gebiert. Die Mutter ist eher das Symbol der Zerstörung als das der Zeugung. Wo ist die, die nicht bedenkenlos ihre Kinder töten und auffressen würde, wenn sie sicher wäre, damit den Mann für sich zu gewinnen, ihn an sich zu fesseln, ihn einzusaugen, von unten her zu verschlingen, zu verdauen, in sich einzuwässern, zum Foetus zurückzuentwickeln und so ihr Leben lang unter dem Herzen zu tragen? Denn darauf läuft die ganze ungeheuerliche Maschinerie ihrer Liebe ja hinaus: auf das Verschlucken, auf die Resorption des Mannes.  - (mora)
 
 

Körperteile, weibliche

 

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