ensch, guter   Nach der Tragödie kommt die Farce. Immanuel Kant hat bis hier den unerbittlichen Philosophen traziert, er hat den Himmel gestürmt, er hat die ganze Besatzung über die Klinge springen lassen, der Oberherr der Welt schwimmt unbewiesen in seinem Blute, es gibt jetzt keine Allbarmherzigkeit mehr, keine Vatergüte, keine jenseitige Belohnung für diesseitige Enthaltsamkeit, die Unsterblichkeit der Seele liegt in den letzten Zügen - das röchelt, das stöhnt - und der alte Lampe steht dabei mit seinem Regenschirm unterm Arm, als betrübter Zuschauer, und Angstschweiß und Tränen rinnen ihm vom Gesichte. Da erbarmt sich Immanuel Kant und zeigt, daß er nicht bloß ein großer Philosoph, sondern auch ein guter Mensch ist, und er überlegt, und halb gutmütig und halb ironisch spricht er: »der alte Lampe muß einen Gott haben, sonst kann der arme Mensch nicht glücklich sein - der Mensch soll aber auf der Welt glücklich sein - das sagt die praktische Vernunft - meintwegen - so mag auch die praktische Vernunft die Existenz Gottes verbürgen«. In Folge dieses Arguments unterscheidet Kant zwischen der theoretischen Vernunft und der praktischen Vernunft, und mit dieser, wie mit einem Zauberstäbchen, belebte er wieder den Leichnam des Deismus, den die theoretische Vernunft getötet. - Heinrich Heine, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland

Mensch, guter (2) »In der Regel, so vermute ich, gehen die Priester des Bösen unbeachtet an uns vorüber, manchmal vielleicht sogar als gute, aber mißverstandene Menschen.«

»Sie gebrauchten eben das Wort »unbewußt«,  kann aber Bosheit jemals unbewußt sein?«

»Sie ist es immer, sie muß es sein. In diesem, wie in vielen anderen Punkten gleicht sie der Heiligkeit und dem Genie. Sie ist eine Art Taumel, eine Ekstase der Seele, der phantastische Versuch, die Grenzen alles Gewöhnlichen zu überschreiten. Indem sie aber diese Grenzen überschreitet, verliert sie die Fähigkeit zu beurteilen, was sie tut, verliert sie die Maßstäbe jenes Bereiches, den sie hinter sich ließ. Nein, ein Mensch kann unendlich und unfaßbar böse sein, ohne je auf die Idee zu kommen, daß er es ist. Aber, wie ich schon sagte, in dieser, seiner eigentlichen, seiner wahren Gestalt ist das Böse sehr, sehr selten, und ich glaube, es wird immer seltener.«  - Arthur Machen, Die weißen Gestalten, in: A.M., Die leuchtende Pyramide. Frankfurt am Main 1982

Mensch, guter (3)  Ich sehe diese Maschinen als unsere Nachkommen. Im Augenblick glaubt man das kaum, weil sie eben nur so intelligent sind wie Insekten. Aber mit der Zeit werden wir das große Potential erkennen, das in ihnen steckt. Und wir werden unsere neuen Roboterkinder gern haben, denn sie werden angenehmer sein als Menschen. Man muß ja nicht all die negativen menschlichen Eigenschaften, die es seit der Steinzeit gibt, in diese Maschinen einbauen. Damals waren diese Eigenschaften für den Menschen wichtig. Aggressionen etwa brauchte er, um zu überleben. Heute, in unseren großen zivilisierten Gesellschaften machen diese Instinkte keinen Sinn mehr. Diese Dinge kann man einfach weglassen - genauso wie den Wesenszug der Menschen, daß sie ihr Leben auf Kosten anderer sichern wollen. Ein Roboter hat das alles nicht. Er ist ein reines Geschöpf unserer Kultur und sein Erfolg hängt davon ab, wie diese Kultur sich weiterentwickelt. Er wird sich also sehr viel besser eingliedern als viele Menschen das tun. Wir werden sie also mögen und wir werden uns mit ihnen identifizieren. Wir werden sie als Kinder annehmen - als Kinder, die nicht durch unsere Gene geprägt sind, sondern die wir mit unseren Händen und mit unserem Geist gebaut haben. -  Hans Moravec, nach Wikipedia
 
 

Menschen, wirkliche

 

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