urien  

ALEKTO:     
Was hilft es euch, ihr werdet uns vertrauen,
Denn wir sind hübsch und jung und Schmeichelkätzchen;
Hat einer unter euch ein Liebeschätzchen,
Wir werden ihm so lang die Ohren krauen,

Bis wir ihm sagen dürfen, Aug in Auge:
Daß sie zugleich auch dem und jenem winke,
Im Kopfe dumm, im Rücken krumm, und hinke
Und, wenn sie seine Braut ist, gar nichts tauge.

So wissen wir die Braut auch zu bedrängen:
Es hat sogar der Freund, vor wenig Wochen,
Verächtliches von ihr zu der gesprochen! —
Versöhnt man sich, so bleibt doch etwas hängen.

MEGÄRA:     
Das ist nur Spaß! denn sind sie erst verbunden,
Ich nehm es auf und weiß in allen Fällen
Das schönste Glück durch Grille zu vergällen;
Der Mensch ist ungleich, ungleich sind die Stunden.

Und niemand hat Erwünschtes fest in Armen,
Der sich nicht nach Erwünschterem törig sehnte,
Vom höchsten Glück, woran er sich gewöhnte;
Die Sonne flieht er, will den Frost erwarmen.

Mit diesem allen weiß ich zu gebaren
Und führe her Asmodi, den Getreuen,
Zu rechter Zeit Unseliges auszustreuen,
Verderbe so das Menschenvolk in Paaren.

TISIPHONE: 
Gift und Dolch statt böser Zungen
Misch ich, schärf ich dem Verräter;
Liebst du andre, früher, später
Hat Verderben dich durchdrungen.

Muß der Augenblicke Süßtes
Sich zu Gischt und Galle wandeln!
Hier kein Markten, hier kein Handeln,
Wie er es beging‘, er büßt es.

Singe keiner vom Vergeben!
Felsen klag ich meine Sache,
Echo, horch! erwidert: Rache!
Und wer wechselt, soll nicht leben.

- Goethe, Faust 2. Teil

Furie (2)   Wir warteten lange in den Tag hinein, bis gegen zwei Uhr nachmittags, auf den ausgeschickten Lappen, der endlich kam, vollkommen erschöpft, und so viele Rastplätze vergeblich durchsucht hatte. Mit ihm kam ein Geschöpf, ich wußte nicht, ob es ein Mann oder eine Frau war. Ich glaube, kein Dichter hat je eine Furie so trefflich geschildert, daß diese hier sie nicht noch besser repräsentierte, man mußte ohne weiteres annehmen, sie sei vom Styx gekommen. Sie erschien ziemlich klein, das Gesicht war schwarzbraun vom Rauch, die Augen braun, leuchtend, die Augenbrauen schwarz, das Haar pechschwarz und rings um den Kopf herabhängend, darauf saß eine rote, flache Mütze, der Kittel war grau, und an der Brust, die wie Krötenhaut aussah, hingen lange, schlenkernde, braune Zitzen, und ringsherum die Messingösen (sc. des Kittels). Um die Taille hatte sie einen Gürtel, an den Füßen Schnürstiefel. Ich erschrak bei ihrem ersten Anblick.

Ebendiese Furie spricht mich jedoch mit Zartheit und Mitgefühl an: „O du armer Mensch, welche Umstände eines schweren Schicksals haben dich hierhergetrieben, wohin niemand zuvor sich gewagt hat, bisher habe ich noch nie einen Fremden hier gesehen. Du armer Mensch, wie bist du hierhergekommen, oder was willst du? Siehst du nicht, wie wir hausen, siehst du nicht, mit welcher Mühsal wir zur Kirche kommen müssen?"  - (lin)

Furie (3, lachende)

"Furie, lachende"

- Ernst Barlach 1926, nach: E. B. mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt von Catherine Krahmer. Reinbek bei Hamburg 1984 (rm 335)

Furie (4)

- N. N.

Weiber, wilde
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