Wehleidigkeit  Wenn wir Indianer spielten, dann war immer ich es, der den Gefangenen darstellte, den man an den Marterpfahl fesselte, den man sich anschickte zu skalpieren, und den man tatsächlich in Schrecken versetzte.

Mit dieser »wehleidigen« Seite meines Charakters, die einer meiner tiefsten Wesenszüge ist, verbindet sich die folgende Erinnerung, die wiederum eine Theatererinnerung lst: die entsetzlichen Plakate für »Kinderzuchthaus«, ein realistisches Bühnenstück über die Besserungsanstalten, das einige Jahre vor dem Kriege im Ambigu gespielt wurde. Auf dem Plakat waren Jugendliche mit fleischlosen und bleigrauen Gesichtern abgebildet, mit Holzschuhen und blauen Mützen, und ihr brutaler Hüne von Wächter mit seinem dicken Bauch, starkem Schnurrbart und wütenden Augen. Diese Erinnerung ist zweifellos die erste, in der mein tiefer Haß und Abscheu der Polizei gegenüber vorkommen (körperlich: brutale Grobiane, die nach Schweiß riechen, mit vermieftem Hintern und ungewaschener Vorhaut). - (leiris3)

Wehleidigkeit (2)

 

  - Georges Pichard

 

Empfindlichkeit

 

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