ras  WAS nun die Wände von Fleisch angeht, worin die Seele bis zur Auferstehung eingemauert scheint, so sind sie nichts weiter als eine Verbindung der Elemente, die wieder zu Asche zerfallen muß. Alles Fleisch ist Gras: in diesem Wort steckt nicht nur metaphorische, sondern auch buchstäbliche Wahrheit; denn alle Kreaturen, die wir sehen, sind eigentlich nur die Kräuter des Feldes, zu ihrem Fleisch verwandelt oder auf Umwegen zum unseren inkarniert. Mehr noch, wir sind eben das, wovor wir alle Abscheu haben, Anthropophagi und Kannibalen, die wir nicht nur andere Menschen, sondern uns selbst verschlingen, und dies nicht etwa im allegorischen, sondern im tatsächlichen Sinn des Wortes: denn die Menge Fleisch, die wir an uns sehen, kam durch unseren eigenen Mund herein; die leibliche Gestalt unter unseren Augen ist in unseren eigenen Schüsseln aufgetragen worden; kurzum, wir haben uns selbst vertilgt [und doch leben wir und bleiben wir selbst].  - Sir Thomas Browne, Religio medici. Berlin 1976 (zuerst 1642)
 

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