sket  Ein kahlgeschorener oder Haarflechten tragender Asket, der in einer Berghöhle wohnt und sich als 400 Jahre alt ausgibt, soll sich mit einem Gefolge von vielen Schülern in der Nähe der feindlichen Stadt aufhalten. Die Schüler sollen mit Geschenken von Wurzeln und Früchten zum Minister und zum König gehen und ihn einladen, den großen Heiligen zu besuchen. Und wenn der König gekommen ist, soll der Asket ihm Geschichten von alten Königen und Ländern erzählen und dann sagen: Jedesmal, wenn hundert Jahre voll sind, gehe ich ins Feuer und werde wieder jung. Jetzt werde ich in deiner Gegenwart zum viertenmal ins Feuer gehen. Es ist aber notwendig, dass du dich in meine Nähe begibst. Wähle dir drei Wünsche. Nachdem der König seine Zustimmung gegeben, sagt der Asket: »Sieben Tage und Nächte lang musst du hier mit Frauen und Kindern verweilen, um zuzuschauen und Opfer darzubringen. Während er dort verweilt — mache man einen Überfall auf ihn. - Arthasâstra des Kautilîya

Asket (2)  Heute bin ich ein Asket meiner eigenen Religion. Eine Tasse Kaffee, eine Zigarette, und meine Träume sind ein vorzüglicher Ersatz für Universum und Sterne, Arbeit, Liebe, ja selbst Schönheit und Ruhm. Ich brauche so gut wie keine Stimulanzien. Opium habe ich in der Seele.

Was für Träume ich habe? Ich weiß es nicht. Ich habe mich gezwungen, an einen Punkt zu gelangen, an dem ich nicht mehr weiß, woran ich denke, wovon ich träume, was ich schaue. Mir scheint, ich träume aus immer weiterer Ferne und zunehmend das Unbestimmte, das Ungenaue, das Nichtschaubare. - Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares. Zürich 2003

Asket (3)  Der Mönch hatte einen kleinen Sohn, der schon ein großer Asket und von verzehrender Glut erfüllt war. Er hieß Schringin, war furchtbar in seinem Zorn, schwer zu besänftigen und streng in seinen Gelübden. Völlig leidenschaftslos nahte er sich von Zeit zu Zeit huldigend Brahman, dem Gott, der über allem thront und seine Freude an dem hat,was allen Wesen frommt. Brahman hatte ihn entlassen, und als er auf dem Heimweg war, redete lachend sein Freund Krischa, welcher dort spielte, indem er auf Schringins Vater wies, Worte zu ihm, die seinen Zorn entflammten. Krischa sagte: »Verzehrende Glut lodert in dir; dein Vater aber trägt auf seiner Schulter ein Aas. Werde nur nicht stolz darüber, Schringin! Wenn sich die Söhne der Asketen unterhalten, dann schweig hübsch still! Wie passen deine Einbildung, du seist ein ganzer Mann, und deine ihr entsprechenden stolzgeborenen Reden zum Anblick, den dein Vater dir bietet, welcher ein Aas trägt? Was dein Vater da tut, scheint mir doch seiner nicht ganz würdig zu sein, hochedler Asket; du tust mir herzlich leid!«  - Indische Märchen. Hg. und Übs. Johannes Hertel. München 1953 (Diederichs, Märchen der Weltliteratur)

 

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