eib, himmlisches   Absurdes, fürchterliches Warten, man weiß nicht welchen Gegenstand verrücken, welche Geste wiederholen, was unternehmen, um zu beschleunigen, was man erwartet ... Endlich das Geräusch eines Wagens ... Das Gesicht, das man beobachtete, klärt sich auf. Vor der Ewigkeit. Ein himmlisches Weib tritt ein, ohne anzuklopfen. Das ist sie. Sanft stößt sie die Arme zurück, die sich um sie legen. Braun, kastanienbraun, ich weiß nicht. Jung. Herrlich glänzende Augen, und in ihnen Schmachten, Verzweiflung, Finesse, Grausamkeit. Zart, sehr zurückhaltend angezogen, ein dunkles Kleid, schwarze Seidenstrümpfe. Und dieses Etwas von »Heruntergekommen«, das wir so lieben. Man spricht nicht davon, wozu sie gekommen ist, sie entschuldigt sich, daß sie zurückgehalten wurde. Ihre anscheinend große Kälte kontrastiert so weit wie möglich zu der Art, wie sie empfangen wird. Sie spricht mit gekünstelt wirkender Gleichgültigkeit, als wäre es nicht der Rede wert, von ihrem Leben, das sie seit dem vergangenen Jahr geführt hat, als sie ebenfalls zur gleichen Zeit gekommen war. Ohne Bestimmtes über die Schule, an der sie unterrichtet. Aber jetzt (hier nimmt das Gespräch eine unendlich intimere Wendung) ist von guten Beziehungen die Rede, die Solange mit gewissen Schülerinnen unterhalten konnte, die reizvoller, hübscher, begabter waren als die anderen. Sie wird nachdenklicher. Man vernimmt ihre Worte ganz an ihren Lippen. Plötzlich unterbricht sie sich, und man sieht, wie sie ihre Tasche öffnet, kaum einen Spalt, und einen wunderbaren Schenkel, dort, etwas oberhalb des Strumpfbands entblößt... »Du spritzt dich doch nicht! — O nein, jetzt, was glaubst du.« - André Breton, Nadja. Frankfurt am Main 1984 (BS 406, zuerst 1928)
 

Weib

 

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