Féret, Benjamin   "Tätigkeit ist die Fähigkeit zu empfangen", wie Novalis sagt. Offen gegenüber der Verführungskraft des Ungewöhnlichen, hört Péret nie auf mit dem Staunen und gerade deshalb versetzt uns seine Poesie immer noch in Erstaunen. Das Wasser ist das Bild dieser Haltung Pérets, das Wasser, das immer nach seiner Form sucht und immer wieder vor ihr flieht. Das Wasser, eine vorübergehende Statue und Aufhebung aller Statuen. Das Wasser - gestern Wind, morgen Felsen. Erhabenes Ich: Zerstreuung des Ichs in einer Kaskade von Bildern, Verlust des Ichs und Wiedereroberung der Liebe: erhabenes Du. Seit dem halluzinatorischen Boulevard Saint-Germain 125 fließen Pérets Prosatexte mit einer Art Stetigkeit des Unvorhergesehenen dahin, wie ein Fluß, der seinem Lauf nicht folgt, sondern ihn erfindet. Pérets Humor ist nicht jener blendende Funke, der durch die Enthüllung des Absurden erzeugt wird, sondern diese Art allgemeine Aufweichung, unter der die von einer flüssigen Fantasie angefressene Wirklichkeit leidet. Das heißt eine Fantasie in unendlicher Bewegung. Pérets Prosa fließt, gleitet zwischen den Fingern, ist ein ununterbrochenes Sprudeln. Und die Form ihrer Ruhe ist der Taumel. - Octavio Paz, Vorwort zu: Benjamin Péret, Die Schande der Dichter. Prosa, Lyrik, Briefe. Hamburg 1985 (Edition Nautilus)

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