Schmieren  Zweifellos glaubten sie nach Art ihrer Rasse an die Magie Mavovos. Der Tod, den er vorausgesagt hatte, lag jedoch noch ein gutes Stück entfernt, und jeder hoffte natürlich, zu den sechs zu gehören, die ihm entkommen würden. Außerdem waren die Zulus jener Tage zu sehr an den Tod gewöhnt, um ihn allzusehr zu fürchten.

Einer von ihnen machte jedoch den Einwand - der von Mavovo mit der ihm zukommenden Verachtung beantwortet wurde -, daß die Shillinge derjenigen von ihnen, die sterben würden, ihren nächsten Angehörigen zurückerstattet werden sollten. Warum, so fragte er, sollten sie einen Shilling dafür bezahlen, daß er ihnen den Tod voraussagte?

Zulu-Kaffern haben wirklich eine seltsame Art, die Dinge zu sehen.

»Hans«, flüsterte ich, »ist auch dein Feuer unter denen dort drüben?«

»Nein, Baas«, keuchte er in mein Ohr. »Glaubt der Baas, daß ich ein Narr bin? Wenn ich sterben muß, muß ich sterben; wenn ich leben soll, werde ich leben. Warum soll ich einen Shilling dafür zahlen, was die Zeit mir ohnehin sagen wird? Außerdem nimmt dieser Mavovo die Shillinge und versetzt alle in Angst, sagt aber niemandem wirklich etwas. Ich nenne das Betrug. Aber du, Baas, und Baas Wazela, ihr braucht keine Angst zu haben. Ihr habt keine Shillinge bezahlt, und deshalb kann Mavovo, obwohl er ohne Zweifel ein großer Inyanga ist, nichts über euch prophezeien, da seine Schlange nicht ohne Bezahlung arbeitet.«

Dieses Argument schien absolut absurd. Und doch mußte es allgemein verbreitet sein, denn mir fiel ein, daß auch keine Zigeunerin die ›wahre Zukunft‹ voraussagt, wenn man nicht, wie der Ausdruck lautet, ›ihre Hand mit Silber kreuzt.‹ - Henry Rider Haggard, Die Heilige Blume. München 1985 (zuerst 1915)

 

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