Mädchen, inneres  Ein junger Radfahrer auf der M-Straße. Dieser junge Radfahrer auf der langen belebten Geschäftsstraße sieht an diesem blumenlosen Glaseisen-Sommertag eine ganze Anzahl der besonders schönen Sommermädchen. Von seinem bewegten Rad aus wird er jede, die er sieht, wie folgt andenken: Mädchen, Mädchen, nie hätte ich gedacht, daß es dich gibt. Inmitten der vielen anderen, zweifellos auch recht schönen und bereiten, gerade dich. Nicht umsonst also habe ich gewartet, es war kein Vergnügen, und nicht umsonst radle ich mörderisch ungeschützt seitlich der rasenden Volkswagen, hinkenden Citroens und sandverteilenden LKWs auf dieser langen belebten Geschäftsstraße, der Stadt zu. Mädchen, allein schon das Wort. Und deine ganz du-ige Schönheit und Lustigkeit. Und Verruchtheit und Innigkeit. Mädchen, Inbegriff vieler Möglichkeiten. Willst du alle, alle diese Möglichkeiten mit mir teilen?

Er beginnt den Satz bei einer, unterbricht ihn bei nötigen Versteifungen auf Wildschweine und Ampelautomaten, um ihn beim nächsten schönen Sommermädchen fortzusetzen. Seinem inneren Mädchen und der Grammatik treu fahrt der junge Radfahrer die belebte M-Straße abwärts und mündet, ohne an auch nur einem fremden Leben teilgenommen zu haben, in die Innere Stadt. - (met)

 

Mädchen

 

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