eulsuse  KINDERLIEBE HEULSUSE
Die weinende Nixe  - E. Kaasik aus Kuusalu

Im Fluß Jägala lebte einmal eine Nixe: meistens zeigte sie sich in der Neujahrsnacht; sie saß auf dem Eis des Flusses und weinte. Im Sommer sah man sie auch ab und an; dann saß sie im Fluß auf einem Stein, hielt ein Kind in den Armen und weinte. Jetzt sieht man sie zu keiner Zeit.

Es läßt sich nicht behaupten, daß diese erste Beschreibung der kinderlieben Heulsuse vor Beredsamkeit strotzt, eher zeugt sie von stilistischer Knappheit und verhaltenem Asketismus. In dieser im Telegrammstil verfaßten Mitteilung finden sich jedoch zwei wesentliche Momente: Erstens tritt die kinderliebe Heulsuse mit ihrem Weinen solo und auch im Winter auf, zu Silvester; zweitens sieht man sie oft mit einem Kindchen.

Die warnende Nixe  - J. Rootslane aus Vönnu

Im Fluß bei der alten Mühle Madise Vanaveski lebte eine Nixe. Diese Nixe zeigte sich oft, In der Neujahrsnacht saß sie ganz bestimmt auf dem Eis. In der Johannisnacht sang sie, in der Neujahrsnacht weinte sie. Wenn in der Neujahrsnacht jemand auf dem Eis über den Fluß ging. sagte die Nixe zu ihm: »Hör auf mich, geh nicht weiter, bleib stehen.« Wer umkehrte, dem widerfuhr nichts Schlimmes. Wer weiterlief, ertrank.

Einmal ging ein Mann über den Fluß. Er sah die Nixe auf dem Fluß. Der Mann war mutig, fürchtete sich vor nichts. Die Nixe rief ihm zu: »Bleib stehen, geh nicht weiter.« Der Mann beachtete das nicht, er ging weiter. Das Eis brach. Der Mann ertrank. Seither hat sich dort keiner mehr übers Eis getraut. - Berichtet von Jakob Preimann. - (nix)

Nixe
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