Ehe, platonische «Jetzt, wo wir verlobt sind, werden wir mit unserer platonischen Ehe anfangen. Weißt du, was das ist?»

Susan nickte. «Beth hatte eine. In ‹Die Jahre unseres Lebens›, als sie zu dem Anwalt zog. Und ich möchte auch eine führen, ich war echt einsam hier draußen, nachts. Ich konnte Marty nicht leiden, aber er fehlte mir trotzdem, als er in dieses Camp zog.»

«Wieso mochtest du ihn nicht? Er war dein Bruder?»

«Weißt du noch, wie ich dir erzählt habe, daß ich nie einen festen Freund gehabt habe? Wegen Marty, deshalb. Von ihm war ich schwanger, und ich vermute, Daddy hat was geahnt. Und als wir nach Miami kamen und ich die Abtreibung machen ließ, konnte Marty keine Arbeit finden. Er lernte Pablo kennen, als er im Hotel nach einem Job fragte, und dann ließ er mich für Pablo arbeiten. Ich arbeite nicht gern im Hotel, Junior, wirklich nicht. Der alte Mann aus Dayton, Ohio - der war widerlich.»

«Du hast deine letzte Schicht für Pablo gefahren. Von jetzt an lebst du mit mir.»

«Du kennst Pablo noch nicht richtig. Er lächelt und verbeugt sich und das alles, aber er ist mies. Und er weiß, wo ich - wo wir wohnen, Junior.»

«Kümmere dich nicht um Pablo. Um den kümmere ich mich. Erinnerst du dich an den Bob-Dylan-Song mit der Lady auf dem großen Messingbett?»

«Nein. Vielleicht hab ich ihn mal gehört. Aber heutzutage spielen sie nicht mehr viel Dylan im Radio.»

«Na, jedenfalls tust du jetzt folgendes: du gehst ins Schlafzimmer, ziehst dich aus, schiebst dir zwei Kissen unter den Bauch und legst dich mit dem Gesicht nach unten quer über das große Messingbett. Ich trinke noch ein Bier, und dann komme ich nach.»

«Du wirst es von hinten mit mir machen, ob ich will oder nicht, was?»

«Ja.»

«Dann hole ich wohl besser noch ein San Miguel-Bier für dich und ein bißchen Fett für mich.»   - Charles Willeford, Miami Blues. Reinbek bei Hamburg 1994

 

Ehe Platonismus

 

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