itieren   Wittgenstein hat Lichtenberg gelesen. Es gibt erstaunliche Bezüge. Dennoch würde man nicht auf den Gedanken verfallen, es bestehe ein ›Einfluß‹, wahrscheinlicher ist, daß die Wahl solcher Lektüre durch vage Kenntnisse oder fremde Hinweise gesteuert ist, es fände sich da zum unentrinnbaren Anthropomorphismus, zur Sprachsuggestion und zum Spieltypus der Erkenntnis vieles vorweggenommen, sogar glänzender formuliert. Und auf eine brillante Formulierung für einen eigenen Gedanken zu stoßen, ist ein Antrieb jedes Theoretikers, seine ›Vorläufer‹ kennenzulernen - und zu zitieren. Denn zitiert wird ja nicht, um die eigene ›Beeinflussung‹ zu dokumentieren, auch nicht, um die ›Autorität‹ des Vorläufers sich dienstbar zu machen. Zitiert wird vor allem, weil man resigniert oder erleichtert notifizieren muß, es besser nicht sagen zu können.  - (blum3)

Zitieren (2) Derjenige welcher einen gewissen Geist citiren lassen und sehen will, muß sich einige Tage lang geistig und physisch darauf vorbereiten. Dann sind auch sonderbare und merkwürdige Erfordernisse und Verhältnisse zwischen der Person die einen gewissen Geist sehen will, und diesem Geist nöthig — Verhältnisse welche nicht anders erklärbar sind, als daß doch hier etwas aus dem Geisterreich herüber auswittere. Nach allen diesen Vorbereitungen wird aus gewissen Substanzen, die aber Eckartshausen, mit Recht, um des gefährlichen Misbrauchs willen, nicht bekannt macht, in einem Zimmer ein Dampf gemacht, der sich augenscheinlich zu einer Gestalt bildet, die derjenigen ähnlich ist, die man sehen will. Hier ist von keiner magischen Leuchte, durchaus von keinem optischen Kunststück die Rede, sondern der Dampf bildet würklich eine menschliche Gestalt, die derjenigen ähnlich ist, die man verlangt. Den Schluß der Erzählung, will ich nun noch mit Eckartshausens eigenen Worten hier einrücken:

»Einige Zeit nach der Abreise des Fremden, machte ich selbst dies Experiment für einen meiner Freunde. Er sah wie ich, auf die nähmliche Art, und hatte die nähmliche Fühlung.

Die Beobachtung die wir machten war diese: So bald der Rauch in die Kohlpfanne geworfen wird, bildet sich ein weißlichter Körper, der über der Kohlpfanne in Lebensgröse zu schweben scheint.

Er besizt die Ähnlichkeit mit der zu sehen begehrten Person; nur ist das Gesicht aschfarbig.

Wenn man sich der Gestalt nähert, so fühlt man einen Gegendruck; so etwas, als wenn man gegen einen starken Wind gienge, der einen zurückstöst.

Spricht man damit, so erinnert man sich des gesprochenen nicht mehr deutlich; und wenn die Erscheinung verschwindet, so fühlt man sich, als erwachte man aus einem Traum. Der Kopf ist betäubt. Überhaupt fühlt man ein Zusammenziehen im Unterleibe: auch ist sehr sonderlich, daß man die nähmliche Erscheinung wieder ansichtig wird, wenn man im Dunkeln ist, oder aus dunkeln Körpern sieht.

Die Unannehmlichkeit dieser Sensation, war die Ursache, daß ich diese Erscheinung, so sehr oft manche in mich drangen, nicht gern machte.« - (still)

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