irkelschluß  Verschiedene Untersuchungen machen ganz unzweifelhaft klar, daß schöne Frauen und reiche Männer sehr viel häufiger zusammenkommen als reiche Frauen und schöne Männer. In einer Untersuchung erwies sich die physische Erscheinung einer Frau als ein weitaus verläßlicherer Hinweis auf den Sozialstatus ihres Ehemannes als ihr eigener sozioökonomischer Status, ihre Intelligenz oder ihre Bildung - eine relativ überraschende Feststellung, wenn man bedenkt, wie viele Menschen innerhalb ihres eigenen sozioökonomischen Status, auf gleichem Intelligenz- oder Bildungsniveau heiraten. Wenn Männer die äußere Erscheinung als Hinweis auf den Status werten, weshalb verwenden sie dann nicht das eigentliche Wissen um den Status?

Im Gegensatz zur weiblichen Schlankheit sind männliche Statussymbole in aller Regel »ehrlich«: Wären sie das nicht, blieben sie nicht als solche erhalten. Nur der allerbeste Schwindler ist in der Lage, verschwenderischen Lebenswandel vorzugaukeln oder über längere Zeit mit Prahlereien über seinen Einfluß und seinen Status davonzukommen. Was die Schlankheit betrifft, ist die Sache weitaus komplizierter, denn einst war es für arme Frauen von niederem sozialem Rang leichter, schlank zu sein, als für wohlhabende Frauen von hohem Rang. Selbst heutzutage, wo arme Frauen sich nur eine minderwertige Ernährung leisten können, während wohlhabende Frauen Salat essen, läßt sich nur schwer der Standpunkt vertreten, alle schlanken Frauen seien wohlhabend und alle dicken Frauen arm.

Der Versuch, Status und Magerkeit miteinander zu verknüpfen, ist demnach nicht übermäßig überzeugend. Magerkeit eignet sich als Hinweis auf den Wohlstand kaum, und im übrigen sind Männer ohnehin nicht so sehr an Status und Wohlstand einer Frau interessiert. Genaugenommen führt das Argument zum Zirkelschluß: Sozialstatus und Schlankheit sind der männlichen Vorliebe für Schlankheit wegen miteinander verknüpft. Meiner Ansicht nach ist die Erklärung, die Schlankheit einer Frau wirke deshalb auf Männer, weil sie einen Hinweis auf den Status der Frau berge, wenig überzeugend. - Matt Ridley, Eros und Evolution. Die Naturgeschichte der Sexualität. München 1995 (zuerst 1993)

Zirkelschluß (2) Die Gegensätze folgen einander auf natürliche Weise in uns und außer uns. Es ist mir weder nützlich noch möglich, den Grund der Erscheinungen herauszufinden. Aber es ist für mich wichtig zu wissen, daß auf eine bestimmte meiner Bewegungen eine andere folgen wird. Der Zirkelschluß ist also die beste aller Schlußarten. - (hds)
 
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