euge  Grubbe E., reicher Herr, verliebt sich, freit und bekommt einen Korb von der Tochter des Bischofs in Arhus, Martin Laelius. Die Tochter wird mit einem Priester verheiratet. Gr. belügt den Priester, daß er mit Mutter und Tochter gehurt habe.

Schone, Küster in Århus, wird von Grubbe bestochen, eine satirische Schrift »Prozeß der Katze gegen die Hunde« herauszugeben und zu erzählen, er habe durch die Kirchturmluken diese Hurerei gesehen.

Der Bischof erlitt hierüber seinen Tod. Die Frau des Bischofs kam in übles Gerede.

Grubbe erging es danach schlecht; starb in großer Verachtung.

Tochter 1 wurde von ihrem Mann Gyldenlöf geschieden, dann von Pelle Dyre, beides wegen Unzucht. Mußte betteln und Harfe spielen.

Tochter 2 enthauptet, die einen in Kopenhagen vergiftete.

Tochter 3 starb in elenden Verhältnissen.

Schone fiel vom selben Kirchturmsloch zu Tode, wovon er, wie er log, die Unzucht gesehen hatte. - (nem)

Zeuge (2)  Der lange Widerstand, den die unter einem tapferen Führer vereinigten Cabres den Caraiben geleistet, hatte jenen nach dem Jahre 1720 zum Verderben gereicht. Sie hatten ihre Feinde an der Mündung des Flusses geschlagen; eine Menge Caraiben wurden auf ihrer eigenen Flucht zwischen Stromschnellen und einer Insel getötet. Die Gefangenen wurden verzehrt; aber mit jener raffinierten Verschlagenheit und Grausamkeit, wie sie den Völkern Süd- wie Nordamerikas eigen ist, ließen sie einen Caraiben am Leben, der, um Zeuge des barbarischen Auftritts zu sein, auf einen Baum steigen und sofort den Geschlagenen die Kenntnis davon überbringen mußte. Der Siegesrausch des Häuptlings der Cabres war von kurzer Dauer. Die Caraiben kamen in solchen Massen wieder, daß nur kümmerliche Reste der menschenfressenden Cabres übrigblieben. - Alexander von Humboldt, nach (cane)

Zeuge (3)  Nikephoros überhäufte seine Frau Theophano mit Geschenken und Aufmerksamkeiten, und sie dankte es ihm, indem sie ihre heimlichen Liebschaften wieder aufnahm, jene kurzen Abenteuer mit Soldaten, Pagen, Kammerdienern, Händlern, Gesandten, ausländischen Fürsten, freizügigen Mönchen, Gärtnern und Marketendern, die sie stets von demselben Eunuchen ihres Vertrauens ansprechen ließ — eine Suche nach Abenteuern, bei der sie sich immer zügelloser, lasterhafter und unersättlicher zeigte. Die Höflinge gaben vor, nichts zu sehen, auch weil es mehr als einmal vorgekommen war, daß zufällige Zeugen solcher Begegnungen seltsame und unerwartete Unfälle erlitten: sie stürzten aus einem Fenster oder von einer Terrasse, sie starben vergiftet, ihre Körper wurden im Meer gefunden oder sie verschwanden für immer ohne Hinterlassung einer Spur. - Luigi Malerba, Das griechische Feuer. Berlin 1991 (zuerst 1990)

Zeuge (4)  POLIZIST Wollen wir anfangen. Es handelt sich also um den Raubüberfall, den gestern Nacht um 2.15 Uhr 2 Täter an Herrn Thomas Gilbert begangen haben. Am besten teilen Sie mir Ihre Hinweise mit, bevor wir sie zu Protokoll nehmen. Die Beschreibung der beiden Täter ist bekannt. Herr Müller, fangen Sie an.

HERR MÜLLER  Sehr verdächtig benimmt sich der Hans Gras. Er gehört zu einer wilden Musikkapelle und läuft immer mit einer Gitarre herum.

POLIZIST  Ich  habe  mitstenografiert.  Was  wissen  Sie  anzugeben, Herr - Herr Seifert?

HERR SEIFERT  Auf Simon Hax scheint die Beschreibung zu stimmen. Vor 7 Jahren hat er mit Flaschen nach meinem Haus geworfen. Er machte schon damals, mit 13 Jahren, einen frechen Eindruck. Heute, nach dem Vorfall in der Reitmorstraße, kommt mir rein gefühlsmäßig der Verdacht, daß dieser Junge jetzt in dem Alter ist, wo er größere Sachen drehen könnte.

POLIZIST Herr Andres.

HERR ANDRES  An dem fraglichen Abend saß ich in dem Gasthaus Zur Schönen Lolo, das nur 2 Kilometer vom Ort des Überfalls entfernt Ist. Es kam gegen 11 Uhr ein langhaariger Bursche herein, der einen hochgeschlossenen Kittel trug mit Mao-Stehkragen. Er kaufte 2 Flaschen Bier. Sein Benehmen war herrisch. Er hat sich verdächtig in dem Lokal umgesehen.

POLIZIST Ich darf Sie darauf aufmerksam machen, was ich vergessen habe, Ihnen eingangs mitzuteilen, daß für sachdienliche Hinweise eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt ist. Bitte Herr Old.

HERR OLD  Als ich am Freitag gegen 18 Uhr in der Orleanstraße meine Bretter abholte, begegnete ich 2 zwanzigjährigen Burschen. Einer spielte Mundharmonika. Auf mich machten beide keinen guten Eindruck. Sie sahen aus wie Italiener oder Spanier. Sie hatten Galgenvögelgesichter und so scharfe Blicke.

POLIZIST Ich notiere mir alle konkreten Angaben; denn der geübteste Kriminalist kann nicht auf Anhieb das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden. Ich weiß, daß der scheinbar belangloseste Hinweis die Lösung bergen kann. Bitte Frau Schön.

FRAU SCHÖN Am Sonntag morgen machte ich eine Wanderung durch den Perlacher Forst. Als ich den Erlösungsplatz überquert hatte und mich dem Tannenzipfel näherte, wurde ich plötzlich auf einen Mann aufmerksam, der regungslos am Wegrand stand. Das Auffallende an ihm war, daß er einen dünnen weißen Ubermantel mit Kapuze trug.

POLIZIST Frau Lüdders bitte.

FRAU LÜDDERS Vor 2 Jahren machten meine Freundin und ich einen Ausflug. Es kam ein kleines Auto, in dem z jugendliche Männer mit längeren Haaren saßen. Von diesen sind meine Freundin und ich auffallend angeschaut worden. Sie machten Bemerkungen über uns, das sah man. Ihre Augen hingen an unseren Personen, wo sie laufend uns fixierten. Jedenfalls stimmte irgend etwas nicht. Warum sind sie nicht ausgestiegen, als sie neben uns hielten? Warum haben sie uns beinah durchbohrt mit ihren Blicken? Augen, die scharf waren wie Messer. Sie stachen wie Schwerter aus dem Gesicht heraus, glänzten und bohrten sich in unsere Augen hinein. Vielleicht sind das die Kerle, die inzwischen schon allerhand getrieben haben. Vielleicht haben sie den Überfall gemacht. Wir leben zwar noch, aber jener Schock sitzt noch immer.  - Herbert Achternbusch, L'État c'est moi. Frankfurt am Main 1972

Zeuge (5)  
 

Gericht Wahrheitsfindung

 

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