Wunderkammer, orientalische  Mehr noch als das rein persische Mahl, das Lurgan mit eigener Hand bereitete, interessierte Kim der Inhalt des Ladens. Das Museum von Lahore war größer, aber hier waren mehr Wunder - Geisterdolche und Gebetsmühlen von Tibet; Halsketten von rohem Bernstein und Türkisen; Spangen aus grüner Jade; Weihrauchstäbe, seltsam verpackt in mit rohem Granat inkrustierten Krügen; die Teufelsmasken von gestern nacht und eine Wand voll pfauenblauer Draperien; vergoldete Buddhagestalten und kleine, tragbare Lackaltäre; russische Samowars mit Türkisen auf den Deckeln; chinesisches Teegeschirr, dünn wie Eierschalen, in zierlichen, achteckigen Rohr schachteln; Kruzifixe von gelbem Elfenbein - ausgerechnet aus Japan, sagte Lurgan Sahib; scheußlich riechende, staubige Teppichballen, hinter zerfetzte und verdorbene geometrische Wandschirme geschoben; persische Wasserkrüge für Handwaschungen nach der Mahlzeit; plumpe kupferne Räuchergefäße, weder persisch noch chinesisch, von Reliefs phantastischer Teufel umwunden; fleckige Silbergürtel, verknotet wie rohes Leder; Haarnadeln aus Jade, Elfenbein und Zelluloid; Waffen aller Arten und Packungen und tausend andere Seltsamkeiten lagen in Kästen oder sonstwie aufgehäuft, auch einfach auf dem Boden zerstreut, so daß nur eben ein Raum um den gebrechlichen Holztisch freiblieb, an dem Lurgan Sahib arbeitete.   - Rudyard Kipling, Kim. Nach (ki)
 

Wunder Kammer Orient

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