Wärmetod  Daß gleiche Ursachen gleiche Folgen zeitigen, das Grundgesetz der klassischen Dynamik, schließt ein, daß die Umkehr der Bewegungsrichtung Rückkehr zum Ausgang bedeutet. Bewegung mag es dann geben, aber in ihr ist keine zeitliche Dramatik. Gekoppelt mit dem Gesetz der Energieerhaltung, stellt sich die Welt als ein in sich vibrierendes, grundsätzlich aber immobiles System dar. Im Grunde gibt es weder ein Fortschreiten noch auch Verlust. Jeder Vorgang ist reversibel, die Welt ohne eine qualitativ von der Gegenwart und Vergangenheit unterscheidbare Zukunft.

Ebenfalls im 19. Jahrhundert ist nun auf dem Gebiet der Wärmelehre mit der Entropie ein Vorgang entdeckt worden, der für die Revision dieses zeitlosen Weltbildes entscheidende Bedeutung erhalten hat. Daß prinzipiell zwar eine vorhandene Energiemenge nicht »verschwinden« kann, bleibt unbestritten, wohl aber kann sie dergestalt zerstreut werden, daß sie ohne eine Neuzufuhr von Energie nicht mehr nutzbar ist. Die Gesamtenergiemenge bleibt sich dann gleich, ja sie kann sich sogar erhöhen, während die verfügbare Energie irreversibel abnimmt. Dieser in geschlossenen Systemen beobachtete Vorgang führt in seinem Endstadium zu einer Aufhitzung durch gleichverteilte Wärme, ein Zuviel an Energie, dem zugleich ein Mangel entspricht, sie verbrauchen zu können, eben der Zustand, der als »Wärmetod« umschrieben wird.   - Gerd Mattenklott, Nachwort zu: G.T.F., Das unendliche Leben. München 1984 (Matthes & Seitz debatte 2, zuerst 1848)

Wärme Tod

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