ersenkung    Es gibt fünf Versenkungen von riesigen Ausmaßen. Aus ihnen kommen sämtliche Bühnenböden mit ihren Falltüren und Luken. An den Seiten sind Laufschienen angebracht. Querbalken stützen Falltüren und Luken,. Pfähle auf gußeisernen oder steinernen Sockeln formen reihenweise Gerüste, mittels derer sich Wolkenhimmel und andere Kulissen heraufziehen lassen. Eisenhaken verbinden und verstärken diese Apparatur. Überall in den Versenkungen gibt es zahlreiche Winden, Walzen und Gegengewichte. Sie dienen zur Verschiebung der Dekors, dem Szenenwechsel auf offener Bühne, dem jähen Verschwinden von Märchengestalten. »In diesen Versenkungen«, heißt es in einer interessanten Abhandlung über Garniers Werk, »werden Häßliche in schöne Ritter, fürchterliche Hexen in blühende Feen verwandelt. Aus ihnen taucht der Teufel auf oder versinkt darin. Ihnen entsteigen die Höllenfeuer, und sie bieten den Dämonenchören Unterschlupf ... Dort fühlen sich Phantome heimisch ...«   - Gaston Leroux, Das Phantom der Oper. München 1969 (Hanser Bibliotheca Dracula, zuerst 1910)

Versenkung (2)  Tiefgeist wähnte das Tor noch immer verrammelt. Als er sich jetzt in voller Wucht dagegenwarf, gab es wider Erwarten nach, und bauz! lag er der Länge nach auf dem Boden. Er rappelte sich auf und rieb sich eine Weile den brummenden Schädel. Dann lief er weiter, zu seiner Lagerstatt in der Halle der Versenkung.

Die Mönche, die dort gerade in frommer Betrachtung saßen, befiel bei seinem Erscheinen kein geringer Schreck. Geschwind senkten sie die Köpfe, so tief es ging, um seinem unheiligen Anblick zu entgehen. Als sie dann aber anhören mußten, wie er sich krachend auf sein Lager warf und mit lautem Rülpsen dem Inhalt seines Magens freien Lauf gab, da war es um ihre Andacht vollends geschehen. Einer nach dem anderen mußten sie sich die Nase zuhalten, murmelten verzweifelt ängstliche Beschwörungsformeln und hatten Mühe, Haltung zu bewahren. Den Rest aber gab es ihnen, als sie sahen, wie er jetzt eine mächtige Hirschkeule unter der Kutte zum Vorschein brachte und sich in aller Gemütsruhe darüber hermachte. Schamhaft hielten sie die Ärmel vor die Augen, um solchen Greuel nicht mit anzusehen, und seine beiden Nachbarn zur Rechten und Linken rückten ihre Andachtspolster so weit wie möglich von seiner unheiligen Nähe ab.  - (raub)

Versenkung (3) »Und nun, o Priester, nehme ich meinen Abschied von euch; alles, worauf das Sein beruht, ist vergänglich; vollbringt eure Erlösung mit Sorgfalt.«

Und dies war das letzte Wort des Tathagata.

»Darauf trat der Gesegnete in die erste Versenkung ein; und aus der ersten Versenkung sich erhebend, trat er in die zweite Versenkung ein; und aus der zweiten Versenkung sich erhebend, trat er in die dritte Versenkung ein; und aus der dritten Versenkung sich erhebend, trat er in die vierte Versenkung ein; und aus der vierten Versenkung sich erhebend, trat er in den Bereich der Unendlichkeit des Raumes ein; und aus dem Bereich der Unendlichkeit des Raumes sich erhebend, trat er in den Bereich der Unendlichkeit des Bewußtseins ein; und aus dem Bereich der Unendlichkeit des Bewußtseins sich erhebend, trat er in den Bereich des Nichts ein; und aus dem Bereich des Nichts sich erhebend, trat er in den Bereich ein, wo weder Wahrnehmung noch auch Nichtwahrnehmung ist; und aus dem Bereich, wo weder Wahrnehmung noch auch Nichtwahrnehmung ist, sich erhebend, gelangte er zum Aufhören der Wahrnehmung und Empfindung.

Darauf sprach der ehrwürdige Ananda zu dem ehrwürdigen Anuruddha wie folgt:

›Hochwürdiger Anuruddha, der Gesegnete ist noch nicht ins Nirwana eingegangen.‹

›Nein, Bruder Ananda, der Gesegnete ist noch nicht ins Nirwana eingegangen; er ist zum Aufhören der Wahrnehmung und Empfindung gelangt.‹

Darauf erhob sich der Gesegnete aus dem Aufhören seiner Wahrnehmung und Empfindung und trat in den Bereich ein, wo weder Wahrnehmung noch auch Nichtwahrnehmung ist; und aus dem Bereich, wo weder Wahrnehmung noch auch Nichtwahrnehmung ist, trat er in den Bereich des Nichts ein; und aus dem Bereich des Nichts sich erhebend, trat er in den Bereich der Unendlichkeit des Bewußtseins ein; und aus dem Bereich der Unendlichkeit des Bewußtseins sich erhebend, trat er in den Bereich der Unendlichkeit des Raumes ein; und aus dem Bereich der Unendlichkeit des Raumes sich erhebend, trat er in die vierte Versenkung ein; und aus der vierten Versenkung sich erhebend, trat er in die dritte Versenkung ein; und aus der dritten Versenkung sich erhebend, trat er in die zweite Versenkung ein; und aus der zweiten Versenkung sich erhebend, trat er in die erste Versenkung ein; und aus der ersten Versenkung sich erhebend, trat er in die zweite Versenkung ein; und aus der zweiten Versenkung sich erhebend, trat er in die dritte Versenkung ein; und aus der dritten Versenkung sich erhebend, trat er in die vierte Versenkung ein; und aus der vierten Versenkung sich erhebend, ging der Gesegnete sogleich ins Nirwana ein.« - Joseph Campbell, Der Heros in tausend Gestalten.  Frankfurt am Main 1978 (st 424, zuerst 1949)

Versenkung (3) 

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