Verlierer Die acht Grundsätze des Verlierers

I. Der Bio-Überlebens-Verlierer: «Ich weiß nicht, wie ich mich selber verteidigen muß.»
II. Der gefühlsbezogen-territoriale Verlierer: «Sie schüchtern mich alle ein. »
III. Der semantische Verlierer: «Ich kann meine Probleme nicht lösen.»
IV. Der sozio-sexuelle Verlierer: «Alles, was ich liebe, ist illegal, amoralisch oder macht dick.»
V. Der neurosomatische Verlierer: «Ich kann meine Gefühle nicht ändern.»
VI. Der metaprogrammierende Verlierer: «Warum habe ich so erbärmlich wenig Glück
VII. Der neurogenetische Verlierer: «Evolution ist blind und unbestimmt. »
VIII Der neuroatomare Verlierer: «Ich habe kein psychisches Sein und ich zweifle, ob überhaupt jemand eines hat.» - (ill)

Verlierer (2)

- Charles M. Schulz, Nobody's perfect, Charlie Brown. Greenwich Conn. 1968 (Fawcett Crest, zuerst ca. 1962)

Verlierer (3) Stümperhaft verpatzt er einen Ball, verschwindet an der falschen Stelle, sieht aber über seine Pannen hinweg. Er ist der geborene Verlierer. Er kann nichts im Gedächtnis behalten und verdirbt es mit seinen Freunden. Er war außer Haus, als du kamst. Er ist ungeeignet. Mäßigen kann er sich nicht. In Not und Unglück wird er unverschämt. Arbeitslos und ausschweifend heult er laut über seine unerwiderte Liebe. Er ist so unerzogen und hinter der Zeit zurück, daß er nicht einmal schlafen kann. Das ist eine schwere Enttäuschung. Ein falscher Zug, schon hat er die Spur verloren. Er gerät außer Reih und Glied, sackt ab, bricht sein Wort, blutet viel. Seine Farbe ändert sich, gewissermaßen ein Versprecher. Geistesabwesend schlendert er einher. Die Angst bringt ihn um den Verstand, er trifft verkehrte Entscheidungen. Er bringt es nicht fertig, einen tüchtigen Mann zu erkennen. Er ist unachtsam und wird oft betrogen. Er fällt in die Hände des Feindes, wird blind, ein Vermißter. Vor Reparaturbedürftigkeit macht er Schnitzer, löst sich sogar aus Versehen in einem Feuer auf. Ein spontanes Lachen gibt kein getreues Bild vom Leben. - (liu)

Verlierer (4) Vor drei Monaten hatte Maigret in einem Hotel in der Rue Saint-Antoine Lenoir festgenommen. Um ein Haar hätte ihn die Kugel des Mörders getroffen.

Der Kommissar hatte es ihm nicht nachgetragen, daß er nur durch einen Zufall dieser Kugel entgangen war, die sich statt in seine Brust in die Decke des Zimmers bohrte. Er hatte sich im Gegenteil sehr für Lenoir interessiert. Erstens war Lenoir jung, ein Bursche von vierundzwanzig Jahren, der seit seinem fünfzehnten Lebensjahr nicht mehr für längere Zeit in Freiheit gelebt hatte.

Dann aber auch, weil er Stolz und Charakter bewiesen hatte. Er hatte Mitschuldige. Zwei waren am gleichen Tag festgenommen worden wie er. Bei dem letzten Coup, dem Raubüberfall auf einen Kassenboten, waren sie wohl sogar die Haupttäter gewesen.

Trotzdem hatte Lenoir sie entlastet, hatte die volle Verantwortung auf sich genommen und es abgelehnt, seine Lage dadurch zu verbessern, daß er die anderen verriet.

Er war kein Heuchler, kein Schwätzer und bezichtigte auch nicht die Gesellschaft, die Hauptschuld an seinen kriminellen Neigungen zu tragen.

Er begnügte sich vielmehr mit den lakonischen Worten: »Ich habe gespielt und die Partie verloren.«

Ja, das Spiel war aus. Genauer gesagt; es würde aus sein, wenn die Sonne, die jetzt auf ein Stück der Zellenwand schien, wieder aufging. - Georges Simenon, Maigret und die Groschenschenke. München 1971 (Heyne Simenon-Kriminalromane 9, zuerst 1931)

Verlierer (5)   Es gelingt ihm, alles zu verlieren. Er fängt mit Kleinigkeiten an. Er hat viel zu verlieren. Was für Orte es nur gibt, an denen es sich gut verlieren läßt.

Die Taschen, die er eigens dazu machen läßt. Die Kinder, die ihm auf der Straße nachrennen, ›Mister‹ hin, ›Mister‹ her. Er lächelt erfreut und bückt sich nie. Er wird sich hüten etwas wiederzufinden. So viele können ihm gar nicht nachrennen, daß er sich bückt. Er hat verloren, was er verloren hat, und wozu hat er's überhaupt mitgenommen. Aber wie bleibt ihm so viel? Gehen ihm die Dinge nicht aus? Sind sie unerschöpflich? Sie sind es, aber niemand versteht es. Er scheint ein ungeheures Haus voll kleiner Gegenstände zu besitzen und es scheint unmöglich zu sein, sie alle loszuwerden. - (can)

Verlierer (6)  

- José O. Ladrönn

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