odesart   Die leichteste Todesstrafe   Man hat gemeint, die Güllotine sei‘s. Aber nein! Ein Mann, sonst seinem Vaterland viele Dienste geleistet hatte, und bei dem Fürsten wohl angeschrieben war, wurde wegen eines Verbrechens, das er in der Leidenschaft begangen hatte, zum Tode verurteilt. Da half nicht Bitten, nicht Beten. Weil er aber sonst bei dem Fürsten wohl angeschrieben war, ließ ihm derselbe die Wahl, wie er am liebsten sterben wolle, denn welche Todesart er wählen würde, die sollte ihm werden.

Also kam zu ihm in den Turm der Oberamtsschreiber: „Der Herzog will Euch eine Gnade erweisen. Wenn Ihr wollt gerädert sein, will er Euch rädern lassen; wenn Ihr wollt gehenkt sein, will er Euch henken lassen; es hängen zwar schon zwei am Galgen, aber bekanntlich ist er dreischläferig. Wenn Ihr aber wollt lieber Rattenpulver essen, der Apotheker hat. Denn welche Todesart Ihr wählen werdet, sagt der Herzog, die soll Euch werden. Aber sterben müßt Ihr, das werdet Ihr wissen. Da sagte der Malefikant: „Wenn ich denn doch sterben muß, das Rädern ist ein biegsamer Tod, und das Henken, wenn besonders der Wind geht, ein beweglicher. Aber Ihr versteht‘s doch nicht recht. Meines Orts, ich habe immer geglaubt, der Tod aus Altersschwäche sei der sanfteste, und den will ich denn auch wählen, weil mir der Herzog die Wahl läßt, und keinen andern«, und dabei blieb er, und ließ sich‘s nicht ausreden. Da mußte man ihn wieder laufen und fortleben lassen, bis er an Altersschwäche selber starb. Denn der Herzog sagte: „Ich habe mein Wort gegeben, so will ich‘s auch nicht brechen.”

Dies Stücklein ist von der Schwiegermutter, die niemand gerne umkommen läßt, wenn sie ihn retten kann. - (hebel)

Todesarten (2)  Niemand fand vor Footes Witz Gnade. Graf Sandwich wollte ihn mit der Frage kränken: »Werden Sie an dem Galgen oder an den Franzosen sterben?« »Mylord«, sagte er, »es wird darauf ankommen, ob ich es mit Ihren Grundsätzen oder mit Ihren Mätressen halten werde“ - (kjw)

Todesarten (3) Ich hätte eigentlich früher darauf kommen sollen. Wenn ich mich recht erinnere, ist es oben in St. Pauls Cathedral, wo das Betreten der Glockenstube während eines Wechselgeläutes den Tod zur Folge haben soll. Jedenfalls weiß ich, daß ich auch tot wäre, wenn ich mich damals, als der Alarm geläutet wurde, zehn Minuten lang oben im Turm aufgehalten hätte. Ich kann zwar nicht sagen, woran ich gestorben wäre — am Schlag, an einem Bluterguß oder an dem Schock — nennen Sie es, wie Sie wollen. Der Schall von Trompeten hat seinerzeit die Mauern von Jericho zu Fall gebracht, und der Ton einer Geige kann ja bekanntlich ein Wasserglas in Erschütterung versetzen. Kein menschliches Wesen vermag den Lärm von Glocken länger als fünfzehn Minuten zu ertragen, während Deacon neun lange Stunden, von Mitternacht bis zum Neujahrsmorgen, dort oben angeseilt und eingesperrt war. - Dorothy Sayers, Die neun Schneider. Frankfurt am Main 1966

Todesarten (4) Er lag auf dem Rücken. Die Körbchen Größe D der schwarzen Korsage waren mit Socken ausgestopft, die leicht nach Moschus rochen. Der schwarze Nylonslip, den er angezogen hatte, bevor er starb, war zu den behaarten Knien hinuntergeglitten, und an seinem Penis hing noch schlaff ein Kondom. Die Magazine, die auf dem Boden verstreut lagen, verrieten seine Vorliebe für gefesselte Frauen mit gewaltigen Brüsten und untertassengroßen Brustwarzen.

Ich sah mir die Nylonschlinge an, die sich über dem Handtuch, das seinen Hals abpolstern sollte, festgezogen hatte. Es war ein altes, faseriges Seil, und es war genau über der Achterschlinge eines perfekt geknüpften Henkersknotens gerissen. Max‘ Augen waren fast geschlossen, die Zunge hervorgetreten.

»Paßt das in der Länge, wenn er auf dem Hocker saß?« Marino sah zu dem Stück Kordel an der Decke hinauf.

»Ja«, sagte ich.

»Dann hat er sich einen runtergeholt und ist weggerutscht?« »Oder er ist ohnmächtig geworden und dann abgerutscht«, antwortete ich.

Marino ging ans Fenster und beugte sich über ein Becherglas mit einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit auf der Fensterbank. »Bourbon«, verkündete er. »Pur oder nahezu pur.«

Die Rektaltemperatur betrug 32,8 Grad. Das entsprach in etwa meiner Erwartung, wenn Ferguson seit ungefähr fünf Stunden tot war und zugedeckt in diesem Zimmer gelegen hatte. In den kleineren Muskeln hatte die Leichenstarre bereits eingesetzt. Das Kondom war ein Ding mit Noppen und großem Reservoir, das jedoch trocken war. Ich trat ans Bett und schaute in die Schachtel. Ein Kondom fehlte. Im Badezimmer fand ich dann im Abfallkorb die rote Schutzhülle.

»Das ist interessant«, rief ich, während Marino die Wäscheschubladen aufzog.

»Was?«

»Eigentlich hätte ich gedacht, daß er das Kondom in erigiertem Zustand übergezogen hat.«

»Leuchtet mir ein.«

»Müßte dann nicht die Schutzhülle in der Nähe der Leiche liegen?« Ich holte sie aus dem Abfall, wobei ich nur eine möglichst kleine Fläche berührte, und tat sie in einen Plastikbeutel.

Da Marino schwieg, fügte ich hinzu: »Also, ich glaube, alles hängt davon ab, wann er den Slip runtergezogen hat. Vielleicht war das, bevor er sich die Schlinge um den Hals legte.«

Ich ging zurück ins Schlafzimmer. Marino hockte neben einer Kommode und starrte auf die Leiche mit einem Gesichtsausdruck, in dem sich Ungläubigkeit und Abscheu mischten.

»Und ich habe immer geglaubt, das Schlimmste, was einem passieren kann, wäre, auf dem Klo abzukratzen«, sagte er. - Patricia Cornwell, Das geheime ABC der Toten. München 1997 (zuerst 1994)

Todesarten (5) Als die Jane längsseits ging, glaubte Blackbeard natürlich, seine Kanonen hätten fast die ganze Besatzung getötet, und er enterte Maynards Schiff mit zehn Piraten. Sie kletterten an Bord, und in diesem Augenblick tauchten die Männer aus ihrem Versteck auf. Der ausführlichste Bericht über den nun folgenden Kampf wurde im Boston News Letter gedruckt:

Maynard und Teach selbst eröffneten den Kampf mit ihren Degen. Maynard führte einen Stoß und traf mit der Spitze seines Degens Teachs Patronentasche, worauf die Klinge sich bis zum Griff bog. Teach durchbrach nun Maynards Deckung und verwundete ihn an den Fingern, ohne ihn indessen kampfunfähig zu machen, worauf dieser zurücksprang, den Degen wegwarf seine Pistole abfeuerte und Teach verwundete. Demelt sprang mit seinem Degen dazwischen und fügte Teach am Gesicht einen tiefen Schnitt zu. Inzwischen war auf Maynards Schiff der Kampf zwischen beiden Partien voll entbrannt. Einer von Maynards Männern, ein schottischer Hochländer, stellte Teach mit seinem Pallasch und fügte ihm einen Schnitt am Hals zu. Teach sagte: »Gut gemacht, Bursche«, worauf der Schotte versetzte: »Und wenn‘s nicht gut genug war, dann will ich es noch besser machen.« Damit versetzte er ihm einen zweiten Streich, mit dem er ihm den Kopf vom Rumpf trennte, so daß der Kopf flach auf der Schulter lag.

Maynard zufolge starb Blackbeard »mit fünf Kugeln im Leib und 20 gräßlichen Schnittwunden am ganzen Körper«. Ähnlich wie Rasputin, jenes andere bärtige Ungeheuer der Geschichte, scheint der Pirat dem Tod getrotzt zu haben, bis der Schotte ihn mit seinem Säbel köpfte. Um einen solchen Wüterich mußten sich alsbald Legenden ranken: Als die Leiche über Bord geworfen wurde, soll der kopflose Leib noch mehrmals um das Schiff herum geschwommen sein. - David Cordingly, Unter Schwarzer Flagge. München 2001 (dtv 30817, zuerst 1995)

Todesarten (6) José Ortega y Gasset hatte mir anläßlich der ersten Auflage meines Buches am 5. Januar 1955 in elegantem Deutsch einen Brief geschrieben und darin gemeint: "Ich hoffe, es mit großem Genuß zu lesen."

Am 18. Oktober 1955 starb Spaniens großer Sohn. - Vorwort von Horst Geyer, Prof. Dr. med. habil. zur 6. Auflage seines Buches "Über die Dummheit". (zitiert nach der 11. unveränderten Auflage 1984, zuerst 1954)

Todesarten (7) HAUPTM. Yarrington starb ca. März letzten Jahres zu London. Die Ursache seines Todes war: er wurde zusammengeschlagen und in eine Wasser=Bütte geworfen.  - (aub)

Todesarten (8)    Pantagruel  passiert'  die zwei Inseln Tohu und Bohu, woselbst wir nichts zu schmoren fanden. Schnautzhahn, der ungeheuere Ries, hätt alle Pfannen, Pfännlein, Kessel, Kacheln, Kastrollen und Topf des Landes aus Mangel an Windmühlen aufgefressen, das sein gewöhnlich Futter was. Daher sich dann begeben hätt, daß er, nicht lang vor Tages Anbruch um die Verdauungsstund, auf einmal todsterbenskrank geworden an einer Art von Crudität des Magens, nach der Arzt Ermessen dadurch verursacht, daß desselben von Natur auf Verarbeitung scharf sausender Windmühlen gestellte Dauungskraft die Pfannen und Kacheln nicht sattsam hätt zersetzen mögen: die Kessel und Topf hergegen hatt er ganz wohl verdaut, wie je sie aus denen Hypostasen und Eneoremen von vier Ankern  Harns, so er den Morgen auf zweimal ausgelaugt, erkannt zu haben behaupteten.

Ihm aufzuhelfen probierten  sie diverse Mittel  nach ihrer Kunst, aber das Übel war mächtiger denn alle Kunst, und war  demnach der edle Schnautzhahn selbigen Morgen eines so seltsamen Todes verfahren, daß euch der Tod des Aeschylus hinfüro nicht mehr befremden darf, der, weil ihn die Wahrsagerr fatalisch vorausverwarnt, daß er auf einen gewissen Tag an einem Sturz von etwas auf ihn Fallenden umkommen würd, an diesem Tag sich von der Stadt, von allen Häusern, Bäumen, Felsen und allen Dingen, die fallen und durch ihren Einsturz ihm schaden könnten, ferne hielt, mitten auf einer großen Wies, im Schutz des offnen, freien Himmels, nach seiner Meinung ganz wohl geborgen; es war dann, daß der Himmel einfiel; was ihm unmöglich däucht'. Obwohl man von den Lerchen sagt, daß ihnen vor des Himmels Einfall mächtig bang war, denn fiel er ein, müßten sie all gefangen sein.

Auch den Celten am Rhein war weiland gar bang hiefür: das sind die edeln, braven, biderben, ritterlichen, mannhaften und sieggewohnten Franzosen: die einstmals Alexandern dem Großen auf seine Frag, was sie zumeist auf Erden fürchteten (verhoffend daß sie ihn, in Erwägung seiner großen Taten, Sieg, Triumph, Victorien und Eroberungen doch wohl allein ausnehmen würden), zur Antwort gaben: »Weiter nichts als Himmels Einfall; wären jedoch mit einem so großen, tapfern König in Freundschaft und Verbündnis zu treten nicht abgeneigt«: wofern ihr anders dem Strabo in seinem siebenten Buch, und Arriano in dem ersten wollt Glauben schenken.

Auch Plutarchus führt in dem Buch, das er vom Antlitz so in dem Monden-Körper erscheint, geschrieben hat, einen Menschen an, namens Phenaces, dem sehr bang war, daß der Mond auf die Erd möcht fallen und mit den unter ihm Wohnenden, als Äthiopen und Taprobanern, groß Mitleid und Erbarmen trug, wenn solch ein Klumpen auf sie fiele. Wegen des Himmels und der Erden schwebt' er in gleicher Furcht, wenn sie auf denen Säulen des Atlas nicht sattsam gestützt und fulcieret wären. Wie solchs der Alten Meinung war, nach Aristotelis Zeuges lib. 6. Metaphys. Aeschylus starb demohnerachtet an einem Sturz und Niederfall einer Schildkröt-Schal, die aus den Klauen eines Adlers hoch in Lüften, ihn auf das Haupt traf und ins Hirn drang.

Noch des Poeten Anakreon, dem ein Traubenkern die Luft versetzt', daß er dran starb; noch des Römischen Prätors Fabius, der an einem Geiß-Haar erstickt', als er eine Schal frische Milch aß; noch jenes Verschämten der, weil er sich die Wind verhielt und keinen Stänker - wollt fahren lassen, im Beisein des römischen Kaisers Claudius plötzlich starb; noch des Menschen, der zu Rom am flaminischen Heerweg begraben liegt, der sich in seiner Grabschrift beklagt, daß er an einem Katzenbiß in den kleinen Finger ins Gras müßt beißen; noch des Quintus Lecanius Bassus, der plötzlich an einem Nadelstich am Daumen der linken Hand, so klein, daß man ihn kaum gewahret', starb; noch Quenelaults, des normandischen Arztes, Erzspielers und großen Erbsenfressers, der plötzlich zu Monspellier verschied, weil er das Schuldenbezahlen vergessen und sich mit einem Federmesser eine Reitlaus verkehrter weis aus der hohlen Hand geschnitten hätt.   - (rab)

Todesarten (9)    Ich wundere mich, meine Gute, wie ich Ihnen all dies habe schreiben können, während mir das Herz wegen des überraschenden und schrecklichen Todes des armen Abbé Bayard so schwer ist. Noch jetzt, während ich dies schreibe, glaube ich zu träumen. Es war das erste, was ich in einem Brief von Hacqueville las, den ich hier erhielt. Er wird es Ihnen gemeldet haben wie mir, aber ich muß zu Ihnen davon reden. An einem Sonntag, eingelegt in einen Brief des Chevaliers von Grig-nan, schrieb ich Ihnen den meinen aus Langlar. Wir waren in heiterster Stimmung, es wurde getanzt, Geigen, Pfeifen und Trommeln veranstalteten auf der schönen Terrasse den zum ländlichen Fest angenehm passenden Lärm. Man hatte auf das Wohl Abbe Bayards getrunken, ich hatte ihn denjenigen unter den Gästen, die ihm nie begegnet waren, geschildert, hatte viel von seiner Herzensgüte und seiner edlen Seele erzählt, weil es darüber viel Gutes zu sagen gibt. Und wissen Sie, meine Gute, was unterdessen geschehen ist? Er starb. Und am folgenden Tag, als ich ihm schrieb, was und wie alles sich in seinem Landhaus abgespielt hatte und worüber er entzückt gewesen wäre, weilte er nicht mehr auf dieser Welt. Ich schrieb meinen Brief an einen Toten. Ich gestehe Ihnen, daß ich aus tiefstem Herzen auf schrie, als ich den Beschluß der Vorsehung vernahm, und ich werde noch lange darüber staunen. Ich freute mich darauf, ihn zu sehen und ihm zu berichten, wie lustig und vergnügt wir in Langlois gewesen waren und wie sehr wir bedauert hatten, daß er, das Beste von allem, nicht dabei gewesen ist. Und die erste Zeile, die ich lese, meldet seinen Tod. Und welch ein Tod! Es ging ihm sehr gut. Er hatte den Abend zuvor bei Frau von Coulanges mit Herrn von La Rochefoucauld verbracht, von mir gesprochen und von seiner Freude darüber, daß ich in seinem Landhaus zu Gast sei. Sonntag nahm er eine Fleischbrühe zu sich und mußte sie erbrechen. Nachher hatte er Durst. Er verlangt zu trinken. Sein Diener verläßt ihn, um das Gewünschte zu holen, kehrt zurück und findet seinen Herrn tot im Stuhl. Wie unerwartet, aber auch wie plötzlich! Man ist oft ein durch und durch edler Mensch und doch kein guter Christ; keine Beichte, keine Vorbereitung - kurz, man könnte abgrundtief nachdenken. Er hatte einen Abszeß in der Brust, der unvermittelt aufgegangen ist und ihn erstickt hat.  - (sev)

Todesarten (11)    Paolo Zacchia faßte die Fülle der unnatürlichen Todesarten zu einem Katalog zusammen, der bereits zahlreiche für das polizeiliche Ermittlungswesen bedeutsame Exkurse enthielt, über die Merkmale von Hiebwunden, Stichwunden, Schußwunden, des Erwürgens, Erdrosselns, Erhängens, die Methoden zu erkennen, ob einer Mutter die Leibesfrucht tot geboren oder das Kind nach der Geburt getötet wurde, die nur scheinbar unnatürlichen plötzlichen Todesarten, aber darüber hinaus auch zahllose Berichte über so merkwürdige Phänomene wie die Niederkunft einer Frau mit dreihundertfünfundsechzig Kindern an einem Tag oder Fälle von Menschen, aus denen rasende Feuer schlugen, in deren Flammen die rätselhaft Entzündeten im Nu verbrannten. - (net)

Todesarten (14)    »Sie sind doch ein kleiner Schürzenjäger, nicht wahr, Sir?«

»Was soll das heißen? Alles andere.«

»Nie ein Seitensprung in allen Ehren? An Gelegenheiten wird es ja nicht gefehlt haben, wenn ich das mal so sagen darf. Nie über die Stränge geschlagen?«

»Bestimmt nicht. Ich bin fünfundfünfzig. Letztes Jahr hatte ich einen Herzanfall. Diese Art von Sportlichkeit würde mich wahrscheinlich umbringen.« (Das war insofern richtig, als Barbara und er es gelegentlich etwas vorsichtiger angehen lassen mußten; das wär's natürlich, so den Löffel abzugeben, überlegte er manchmal, wenn er nur imstande wäre, den peinlichen Aspekt davon auszuhalten. Obwohl er ja kaum noch was aushalten mußte; er wäre ja gar nicht mehr dabei.) - Dan Kavanagh, Duffy. München 2006 (zuerst 1980)

Todesarten (15)  Dr. Wynn Westcott  hielt  in Shoreditch eine Leichenschau ab, anläßlich des Ablebens von Elisabeth Crews, die am letzten Mittwoch verstarb, 77 Jahre alt, wohnhaft East Street 32, Holborn. Alice Mathieson erklärte, sie sei die Wirtin des Hauses, in dem die Verstorbene gewohnt habe. Zeugin sah sie vorangegangenen Montag zum letztenmal lebend. Die Verstorbene lebte ganz allein. Mr. Francis Birch, Armenaufseher für den Bezirk Holborn, erklärte, die Verstorbene habe das besagte Zimmer fünfunddreißig Jahre lang bewohnt. Als der Zeuge gerufen wurde, fand er die alte Frau in einem entsetzlichen Zustand vor, und der Krankenwagen sowie der Fahrer hätten nach dem Abtransport desinfiziert werden müssen. Dr. Chase Fennell gab an, der Tod sei auf Blutvergiftung infolge von Wundliegen zurückzuführen, die durch Selbstvernachlässigung und verschmutzte Umgebung verursacht seien, und die Totenschaukommission fällte ein dementsprechendes Urteil. - Jack London, Die Menschen des Abgrunds. Dortmund 1974 (zuerst 1903)

Todesarten (16)  Ich hob die Blicke und sah den Tod auf seinem Thron, umgeben von vielen Toden. Da waren der Liebestod, der Kältetod, der Hungertod, der Furchttod und der Lachtod, alle mit verschiedenen Insignien. Der Liebestod hatte ein winziges Hirn. Damit er vor Alter nicht ganz verfalle, begleiteten ihn Pyramus und Thisbe, die waren einbalsamiert, dazu Hero und Leander, auch Macias, dürr vor Liebe, sowie einige in Tränen zerfließende Portugiesen. Viele Leute sah ich, die standen knapp davor, unter der Sense des Liebestodes zu enden, aber sie erstanden durch ein Wunder wieder, aus purer Eigensucht. - Francisco de Quevedo, Die Träume. Die Fortuna mit Hirn oder die Stunde aller. Frankfurt am Main 1966 (zuerst 1627)

Todesarten (17)  Wie Beda der Ehrwürdige starb Nathaniel Hawthorne im Traum. Sein Tod geschah im Frühling 1864 in den Bergen von New Hampshire. Niemand kann uns verbieten, uns die Geschichte vorzustellen, die er träumte und die der Tod krönte oder auslöschte. War doch sein ganzes Leben eine Folge von Träumen.  - J. L. Borges, Nachwort zu: Nathaniel Hawthorne, Das große Steingesicht. Stuttgart 1983 (Bibliothek von Babel 9, Hg. Jorge Luis Borges)

Todesarten (18)   Die Tür war nicht zu öffnen; so viele Schnecken schoben sich von allen vier Seiten über die Türfüllung, daß er nicht dagegen ankam.

»Edna!« Eine Schnecke kroch ihm in den Mund; angewidert spuckte er sie aus. Er versuchte, sie von den Armen abzustreifen. Aber für hundert Schnecken, die er loswurde, kamen vierhundert neue auf ihn zugekrochen und klebten sich an ihm fest, als ob sie sich ihn ausgesucht hätten als die einzige einigermaßen schnek-kenfreie Oberfläche im Zimmer. Schnecken krochen ihm über die Augen. Als er mühsam auf die Füße kam, traf ihn etwas am Kopf, das er nicht einmal erkennen konnte. Er wurde fast ohnmächtig. Jetzt lag er auf dem Boden und versuchte, mit den Händen die Augen und Nasenlöcher zu erreichen, um die schleimigen Schneckenkörper loszuwerden, doch seine Arme waren bleischwer geworden.

»Hilfe!« Er verschluckte eine Schnecke, hustete, rang nach Luft und merkte, wie ihm eine weitere Schnecke über die Lippen auf die Zunge kroch. Das war die Hölle. Er merkte, wie sie sich klebrig über seine Beine schoben, so daß er nicht mehr aufstehen konnte. »Uhh-uh!« Mr. Knoppert keuchte schwach. Er sah nur noch schwarz, ein scheußliches wellenförmiges Schwarz. Atmen konnte er nicht mehr, er konnte die Nasenlöcher nicht erreichen, weil er die Hände nicht bewegen konnte. Seine Augen wurden zu schmalen Schlitzen. Unmittelbar vor sich, nur wenige Zentimeter entfernt, sah er etwas, das früher der Gummibaum im Topf neben der Tür gewesen war. Zwei Schnecken standen darin, hoch aufgerichtet, und liebten sich. Und direkt daneben kroch ein unerschöpfliches Heer kleiner weißlicher Schnecken, durchsichtig-klar wie Tautropfen, aus ihrer winzigen Sandmulde in die große weite Welt hinaus.  - Patricia Highsmith, Der Schneckenforscher. In: P.H., Gesammelte Erzählungen. Zürich 1973

Todesarten (19)  Ratten. So eins von diesen Biestern fackelt nicht lange mit einem. Nagen die Knochen sauber ab, egal wers war. Gewöhnliches Fleisch für sie. Ein Leichnam ist schlechtgewordenes Fleisch. Na schön, und was ist Käse? Leiche der Milch. Ich hab doch in den Reisen durch China gelesen, daß die Chinesen sagen, ein Weißer, der riecht nach Leiche. Verbrennung ist besser. Aber da sind die Priester auf den Tod dagegen. Zubringer für die andere Firma. Leichenbrenner en gros und Kachelöfenhandel. Zeit der Pest. Fiebergruben mit Ätzkalk, der sie wegfrißt. Todeskammer. Asche zu Asche, Staub zu Staub. Oder Bestattung auf See. Wo ist der Parsenturm des Schweigens? Von Vögeln gefressen. Erde, Feuer, Wasser. Ertrinken, sagt man, ist die angenehmste Art. Sein ganzes Leben sieht man wie einen Blitz vorüberhuschen. Aber dann wiederbelebt werden, nein. In der Luft bestatten kann man allerdings nicht. Aus einer Flugmaschine raus. Ob sich das wohl rumspräche, wenn wieder mal frisch jemand abgelassen wird? Untergrund, Gerücht pflanzt sich fort. Das haben wir von ihnen gelernt. Würde mich nicht überraschen. Ganz normales Futter für sie, nähren sich redlich. Fliegen kommen ja schon, bevor einer überhaupt richtig tot ist. Haben Wind gekriegt von Dignam. Der Gestank war ihnen schnurzegal. Vergammelnder salzweißer Leichenbrei: riecht, schmeckt wie rohe weiße Rüben.  - (joy)

Todesarten (19)

Früher gebräuchliche Tötungsmethoden

Weiterhin durch

- Wikipedia

Todesart (20)  Als ich zum erstenmal in Italien war und nach Venedig kam, wurde mir von einem albanesischen Ritter erzählt, der, seine Frau beim Ehebruch überraschend, den Liebhaber tötete. Er war wütend darüber, dass seine Frau sich nicht mit ihm begnügte, da er doch ein wackerer Ritter war, und ein Held im Reiche der Venus, der zehn bis zwölfmal des Nachts das Opfer brachte. Zur Strafe suchte er ein Dutzend tüchtiger Männer zu finden, die im Rufe standen, sehr stark begabt und feurig zu sein. Diese mietete er für Geld, sperrte sie in das Zimmer seiner Frau, die sehr schön war, und überließ sie ihnen, indem er sie bat, gut ihre Pflicht zu tun; er versprach ihnen doppelte Bezahlung, wenn sie ihre Aufgabe sehr gut erfüllten. Die Männer machten sich nacheinander ans Werk und waren so eifrig, dass die Frau dabei starb, zur großen Genugtuung ihres Gatten. Im Augenblick des Sterbens warf er ihr vor: da sie diesen süßen Trank so sehr geliebt habe, möge sie sich nun daran satt trinken. Ähnlich wie Semiramis zu Cyrus sagte, indem sie seinen Kopf in ein Gefäß voll Blut steckte: Das ist wahrlich eine schreckliche Todesart! - (brant)

Todesart (21)  

In einer U-Bahn, früh am Morgen, lag ein Toter
Erwürgt mit einem Draht. Aus seinen Ohren quoll
Musik aus einem walkman irgendwo im Innern

Der Lederjacke, blutverschmiert. Sein kahler Schädel
Hing über die zerstochne Sitzbank wo mit Filzstift
In Kinderschrift geschrieben stand »Du Arschloch!«

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Verzagt. - Im Schließfach eines Fernbahnhofs in B.
Fand sich die Leiche eines neugebornen Kindes,
Kaum eine Woche alt. Die Nabelwunde war noch frisch.

Noch war der Name auf der Haut nicht angetrocknet,
Kaum sichtbar das Geschlecht, da lag das Bündel
Schon festverschnürt bereit zur Reise

In einen andern Automaten-Limbo, in ein andres Licht.

 - Durs Grünbein, Von der üblen Seite. Gedichte 1985 - 1991. Frankfurt am Main 1995

Todesart (22)  Die Theorien über das Sterben des Weltalls sind so vielfältig wie das Wissen der Forscher darüber begrenzt ist. Ernsthaft diskutiert werden diese Szenarien - das erste ist dabei am wahrscheinlichsten:

Tod durch Erfrieren: Nach dieser Theorie, auch "Big Freeze" genannt, dehnt sich das Universum immer stärker aus. Das hat zur Folge, dass die Temperatur stetig sinkt, bis irgendwann keine freie, nutzbare Energie mehr vorhanden ist, wie sie physikalische und chemische Prozesse benötigen.

Tod durch Zerreißen: Wenn sich die Expansion des Weltalls weiter beschleunigt, würde irgendwann alles, inklusive der kleinsten Bausteine der Materie, in einem "Big Rip" auseinander gerissen wird.

Tod durch Zerquetschen: Die "Big Crunch"-Theorie nimmt an, dass die Expansion des Universums irgendwann stoppt (danach sieht es derzeit nicht aus) und sich das Weltall danach wieder zusammenzieht.

Tod durch Zerstrahlen: Es wäre möglich, dass unser Universum nicht das einzige ist. Trifft es irgendwann auf ein Geschwister aus Antimaterie, wäre eine komplette Vernichtung des Universums, ohne Vorwarnung, vom einen Moment auf den anderen, die Folge.

Tod durch Zerfallen: Womöglich sitzen wir auch einem gigantischen Trick der Natur auf. Was wir für Raum im Grundzustand halten, das Vakuum, könnte sich auch in einem quantenphysikalisch höheren Zustand befinden. Falls das zutreffen sollte, könnte sich das Vakuum eines Tages, mir nichts, dir nichts, in einen energetisch niedrigeren Zustand bewegen. Im ungünstigsten Fall zerfällt dadurch das komplette Universum.

Tod durch Einfrieren: Eventuell nimmt die Menge Dunkler Energie schneller zu als das Universum expandiert. Die Dichte des Weltalls wächst, bis es zähflüssig wird und irgendwann in einem festen Zustand verharrt, wie eingefroren.  - Matthias Matting, Telepolisvom 3.Januar 2014 

Todesart (23)    Der Tod, in subjektiver Hinsicht, betrifft allein das Bewußtseyn. Was nun das Schwinden dieses sei, kann Jeder einigermaaßen aus dem Einschlafen beurtheilen: noch besser aber kennt es, wer je eine wahre Ohnmacht gehabt hat, als bei welcher der Uebergang nicht so allmälig, noch durch Träume vermittelt ist, sondern zuerst die Sehkraft, noch bei vollem Bewußtseyn, schwindet, und dann unmittelbar die tiefste Bewußtlosigkeit eintritt: die Empfindung dabei, so weit sie geht, ist nichts weniger als unangenehm, und ohne Zweifel ist, wie der Schlaf der Bruder, so  die Ohnmacht  der  Zwillingsbruder  des  Todes.  

Auch  der gewaltsame Tod kann nicht schmerzlich seyn; da selbst schwere Verwundungen in der Regel gar nicht gefühlt, sondern erst eine Weile nachher, oft nur an ihren äußerlichen Zeichen bemerkt werden: sind sie schnell tödtlich; so wird das Bewußtseyn vor dieser Entdeckung schwinden: tödten sie später; so ist es wie bei ändern Krankheiten. Auch alle Die, welche im Wasser, oder durch Kohlendampf, oder durch Hängen das Bewußtseyn verloren haben, sagen bekanntlich aus, daß es ohne Pein geschehn sei. Und nun endlich gar der eigentlich naturgemäße Tod, der durch das Alter, die Euthanasie, ist ein allmäliges Verschwinden und Verschweben [vgl. Goethe, West-östlicher Divan, Buch des Paradieses, Höheres und Höchstes] aus dem Daseyn, auf unmerkliche Weise. Nach und nach erlöschen im Alter die Leidenschaften und Begierden, mit der Empfänglichkeit für ihre Gegenstände; die Affekte finden keine Anregung mehr: denn die vorstellende Kraft wird immer schwächer, ihre Bilder matter, die Eindrücke haften nicht mehr, gehn spurlos vorüber, die Tage rollen immer schneller, die Vorfälle verlieren ihre Bedeutsamkeit, Alles verblaßt. Der Hochbetagte wankt umher, oder ruht in einem Winkel, nur noch ein Schatten, ein Gespenst seines ehemaligen Wesens. Was bleibt da dem Tode noch zu zerstören? Eines Tages ist dann ein Schlummer der letzte, und seine Träume sind die, nach welchen schon Hamlet fragt, in dem berühmten Monolog. Ich glaube, wir träumen sie eben jetzt.  - (wv)

Todesart (24)  Gilles de Rais variierte manchmal die Todesarten. Er sagt selbst darüber: Manchmal habe er selbst, manchmal seine Helfershelfer »mannigfaltige Arten und Methoden der Quälerei vollführt; zuweilen trennten seine Komplizen und er den Kopf mit Dolchen, Spießen und Messern vom Körper, zuweilen schlugen sie heftig mit einem Stock oder anderen stumpfen Gegenständen auf den Kopf«. Er präzisiert, daß zu diesen Quälereien noch die Marter des Aufhängens hinzukam. In der Vernehmung zählt der Kammerdiener Poitou die Todesarten auf: »Manchmal wurde ihnen der Kopf abgeschlagen; manchmal die Gurgel durchschnitten, manchmal die Glieder abgeschlagen und manchmal wurde ihnen mit einem Stock das Genick gebrochen.« Er sagt weiterhin, daß »ein Schwert, das zu ihrer Hinrichtung bestimmt war und gemeinhin braquemard* genannt wurde« existierte.

»braquemard« heißt etwa »Richtschwert«  und ist ein ordinärer Ausdruck für männliches Glied. (Anm. d. Übers.)

 - Georges Bataille, Gilles de Rais. Frankfurt/Main, Berlin, Wien 1975 (zuerst 1965)

Todesart (25)  Dr. Leidner nimmt aus seiner Tasche die mit Plastilin beschmierte Maske, mit der er seine Frau schon einmal in Panik versetzt hat, läßt sie an einer Schnur über die Brüstung bis zum Fenster seiner Frau hinunter und schwingt sie gegen die Scheibe. Mrs. Leidner liegt halb schlafend auf dem Bett. Plötzlich klopft etwas ans Fenster, sie wacht auf und sieht die Maske. Aber nun ist es nicht dunkel, es ist hellichter Tag, sie fürchtet sich nicht. Sie stellt fest, daß es eine lächerliche Maske ist, sie ist nicht entsetzt, sondern empört und tut, was jede Frau an ihrer Stelle tun würde. Sie springt auf. Öffnet das Fenster, steckt den Kopf durchs Gitter und schaut nach oben, um festzustellen, wer ihr diesen üblen Streich spielt.

Dr. Leidner wartet mit dem schweren Stein, durch dessen Loch er einen Strick gezogen hat, in der Hand und läßt ihn im richtigen Moment hinunterfallen ... Mit einem schwachen Schrei — von Miss Johnson gehört — bricht Mrs. Leidner auf dem Teppich unter dem Fenster zusammen.

Dann zieht Dr. Leidner den Stein nach oben und legt ihn, mit der blutbefleckten Seite nach unten, ordentlich zu den andern Steinen dieser Art.

Danach arbeitet er ungefähr eine Stunde weiter und setzt nun den zweiten Akt in Szene. Er geht die Treppe hinunter in den Hof, spricht mit Dr. Emmott und Schwester Leatheran und begibt sich schließlich in das Zimmer seiner Frau. Gemäß seinem Bericht spielt sich dann folgendes ab:

‹Ich sah meine Frau zusammengekauert vor dem Bett liegen. Einige Augenblicke war ich wie gelähmt und konnte mich nicht rühren. Schließlich trat ich zu ihr, kniete nieder und hob ihren Kopf hoch. Ich sah, daß sie tot war... Endlich stand ich auf, mir war, als sei ich betrunken. Es gelang mir, zur Tür zu gehen und die Schwester zu rufen.›

An sich ist das die durchaus glaubhafte Haltung eines schwergetroffenen Mannes. Meiner Ansicht nach war es aber in Wirklichkeit so: Dr. Leidner tritt ins Zimmer, eilt zum Fenster, zieht Handschuhe an, schließt das Fenster, hebt die Leiche seiner Frau auf und legt sie zwischen Bett und Tür auf den Boden. Dann sieht er einen kleinen Fleck auf dem Teppich vor dem Fenster. Er legt den befleckten Teppich vor den Waschtisch und den vom Waschtisch vor das Fenster. Wenn der Fleck bemerkt wird, bringt man ihn in Zusammenhang mit dem Waschtisch und nicht mit dem Fenster... ein sehr wichtiger Punkt. So kommt niemand auf den Gedanken, daß das Fenster etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Dann geht er hinaus in den Hof und spielt die Rolle des verzweifelten Gatten; das fiel ihm übrigens leicht, denn er liebte ja seine Frau wirklich.»  - Agatha Christie, Mord in Mesopotamien. München u. a. 1982 (zuerst 1936)

Todesart (26) Sie beratschlagten über die Todesart.

Vergiftungen sind qualvoll. Sich die Kehle zu durchschneiden, dazu gehört viel Mut. Der Versuch, sich selbst zu ersticken, mißlingt häufig.

Schließlich trug Pécuchet zwei Stricke von ihren Turnübungen auf den Boden. Nachdem er beide an denselben Querbalken des Daches gebunden hatte, ließ er je eine Schlinge herabhängen und stellte zwei Stühle darunter, damit die Stricke erreichbar waren.

Diese Todesart wurde beschlossen.

Sie fragten sich, welchen Eindruck das in der Gegend machen würde und was dann aus ihrer Bibliothek, ihrem Geschreibsel, ihren Sammlungen werden sollte. Der Gedanke an den Tod rührte sie, und es überkam sie tiefes Mitleid mit sich selbst. Doch gaben sie ihr Vorhaben nichz auf, und dadurch, daß sie davon sprachen, gewöhnten sie sich daran. - (bouv)

Todesart (27) Möglichkeiten zu sterben: Vom lift eingeklemmt werden, vergiftete reseden essen, mit neunköpfigen neun mal um den kopf wetten, die hand an einen hochspannunggeiadenen mützenschlrm legen, vom dach aus in den nebel springen, sich lila vipern als bettgenossinnen halten, wie ein albatros in den Mont-Pele stürzen, hundert aspirin schlucken und in winter-geblrge steigen, sich in die mundhöhle schießen, in der Newa ertrinken, an austern ersticken, unglücklich vor die métro fallen, unter autos kommen, eisbären begegnen, zahnräder übersehen, auf einer cholerainsel landen, mit der stirn gegen einen blitz rennen, im träum gerädert werden und nicht mehr erwachen, unter kannibalen geraten, vampire umarmen, sich aufhängen, sich im herbst in eine bekassine verwandeln, im hochofen als zauberer verbrannt werden, sich in der Hudson Bay aussetzen lassen oder vor Toulon das eigene motorboot singend in die luft sprengen ...

Lebt wohl, ihr engel, lebt wohl, ihr stimmen, lebt wohl, ihr kommas einer lasziven prosa, schon surrt der llft, schon zischt die luft, lebt wohl...  - (hca)

Menschenkörper
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Kannibalismus Verschwinden Schmusetuch Zerstörung Verschwinden Bestrafung Eheliche Abscheulichkeiten Guillotine Hundeöl NarrentodArtmann Axt

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