eufel, dicker  Dieser Teufel hatte weder diese zugleich tragische wie lächelnde Miene, noch so einschmeichelnde, feine Umgangsformen, noch jene zarte, duftige Schönheit. Das war ein übergroßer Mensch mit dickem Gesicht ohne Augen, dessen schwerer Wanst über die Schenkel herabhing und dessen Haut überall in einer Art Tätowierung mit einer Menge von kleinen beweglichen Figuren vergoldet war, welche die zahlreichen Formen des Weltenelends darstellten. Da sah man kleine ausgemergelte Männlein, die sich selbstmörderisch an einem Nagel aufhängten; kleine Gnomen, ungestalt, mager, deren flehende Augen noch besser als ihre zitternden Hände Almosen heischten; und dazu alte Mütter, verkrüppelte Säuglinge tragend, die sich an ihre erschöpften Brüste klammerten. Und noch allerlei anderes.

Der dicke Teufel klopfte mit der Faust auf seinen ungeheuren Bauch, aus dem dann jedesmal ein langes, helles, metallenes Klirren herauskam, das in ein undeutliches Gewimmer von zahlreichen menschlichen Stimmen auslief. Und indem er dabei ohne jede Scham seine verdorbenen Zähne zeigte, stieß er ein gewaltiges, dummes Gelächter aus, so wie es in allen Ländern gewisse Leute tun, wenn sie gar gut zu Mittag gegessen haben.  - Charles Baudelaire, Der Spleen von Paris. In: C. B., Die Tänzerin Fanfarlo und Der Spleen von Paris. Zürich  1977 (detebe 20387)

 

Teufel

 

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