Sturmangriff  Als er erwartungsvoll ins Zimmer stürmte, mußte er zu seinem Leidwesen feststellen, daß ein anderer ihm bereits zuvorgekommen war. Es war der dicke Kung, der gerade behäbig mit hochaufgerecktem Speer in den Sattel stieg. Nachdem er sich zwischen ihre Schenkel gezwängt und seinen Speer in ihre Lustgrotte gedrückt hatte, bewegte er seinen fetten Hintern ungestüm auf und ab. Er preßte sein Gesicht an ihre Duftwange und flüsterte ihr unzüchtige Wellenworte ins Ohr.

So trieben die beiden es schier einen halben Tag lang, ohne daß der eine gesiegt hätte oder der andere besiegt worden wäre. Schließlich verlor der lange I die Geduld. Er packte seinen Widerpart mit beiden Händen und stieß ihn zur Seite. Als dessen kurzer, klobiger Speer aus der Lustgrotte glitschte, verursachte das einen ganz komischen Laut.

Von >Lenzmitteln< aufgepeitscht, ging der lange I sogleich mit flatternden Fahnen und laut dröhnenden Kesselpauken zum Sturmangriff vor. Mit seinem langen Speer — er war so dick wie der seines Amtsbruders und fast um die Hälfte länger - focht er gar heldenhaft gegen die Schlachtreihen der Dame Djia, die ihn von drei Seiten zugleich in die Zange nahmen. Dies war so recht nach ihrem Geschmack. Sie flüsterte ihm ohne Unterlaß Koseworte ins Ohr, während er in seinem Sinnestaumel laut und lauter stöhnte.

Nachdem sich die Wolken bei ihm geballt hatten und der Regen gefallen war, änderte er seine Taktik. Er legte sich neben sie lang ausgestreckt auf das Bett und sagte:

»Komm, laß uns den Kerzendocht in den Talg tauchen!«

Die Dame Djia schwang sich sogleich über seine Leibesmitte und stülpte ihre Lustgrotte über seinen Schüdkrötenkopf.   - Dschu-Lin Yä-schi. Ein historisch-erotischer Roman aus der Ming-Zeit, mit erstaunlichen taoistischen Liebespraktiken. Hg. und Übs. F.K. Engler. Zürich 1971

Angriff

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