tellenangebot    Ich war so zwischen 20 und 30, und obwohl ich schwer trank und nichts aß, war ich doch immer noch gut beieinander. Körperlich, meine ich, und das ist schon eine Portion Glück, wenn man sonst nicht viel zu lachen hat. Mein Hirn rebellierte gegen mein Schicksal und mein Leben, und das einzige, womit ich es besänftigen konnte, war trinken und trinken und trinken. Ich ging die Straße lang, es war staubig und dreckig und heiß, und ich glaube es war in Kalifornien, aber ich bin mir nicht mehr sicher. Das Land ringsum war eine Wüste. Ich ging die Straße lang, nieine Socken steif und brüchig und stinkend vor Schweiß, Nägel drangen mir durch die Schuhsohlen in die Füße, und ich mußte mir die Schuhe mit Pappe auslegen — Pappe, Zeitungspapier, oder was ich gerade finden konnte. Auch da kamen die Nägel irgendwann durch, und dann machte man sich entweder eine neue Einlage oder man drehte die alte um oder brachte sie irgendwie nochmal in Form.

Der Lastwagen hielt direkt neben mir. Ich kümmerte mich nicht darum und ging weiter. Der Lastwagen fuhr wieder an, und der Kerl fuhr neben mir her.

»Junge«, sagte der Kerl, »willst du einen Job?«

»Wen soll ich umlegen?«, fragte ich.

»Gar keinen«, sagte der Kerl. »Komm schon, steig ein.«

Ich ging auf die andere Seite herum, und als ich dort ankam, stand die Tür offen. Ich stieg auf das Trittbrett, zwängte mich rein, machte die Tür zu und lehnte mich in dem Ledersitz zurück. Wenigstens war ich jetzt aus der Sonne.

»Wenn du mir einen abkaust«, sagte der Kerl, »kriegst du fünf Dollar.«

Ich wuchtete ihm die Rechte in den Magen, erwischte ihn mit der Linken irgendwo zwischen Ohr und Hals, und dann kam ich noch einmal mit einer Rechten durch, die ihn voll in die Fresse traf, und der Lastwagen kam von der Straße ab. Ich packte das Lenkrad und steuerte ihn auf die Straße zurück. Dann stellte ich den Motor ab und zog die Bremse. Ich kletterte heraus und ging weiter die Straße entlang. - Charles Bukowski, Die Stripperinnen vom Burbank & 16 andere Stories. Frankfurt am Main 1980 (zuerst 1975)

Stellenangebot (2)  WIR SUCHEN für Abenteuer jeder Art junge Leute; vorausgesetzt wird: Unternehmungslust, Entschlossenheit nicht mehr zu arbeiten, Geschick im Umgang mit Waffen (Revolver, Messer, Karabiner). Abwechslungsweise Rückschläge und Annehmlichkeiten. Sicherer Tod innerhalb kurzer Frist. Zuschriften an die Geschäftsstelle der Zeitung. - Louis Aragon, Die Abenteuer des Telemach. Frankfurt am Main 1985 (Fischer-Tb. 5879, zuerst 1922)

Stellenangebot (3)  „Ich frage Sie also noch einmal, Monsieur Garza: Möchten Sie mein Sekretär werden?"

Garza schien einen Augenblick nachzudenken, wozu er leise einen gängigen Schlager vor sich hin pfiff, dann brach er ab und sagte, nach jedem dritten Wort eine Pause einlegend: „Was soll ich sagen... Gott ja ... schon möglich ... hab' nichts dagegen ... ist 'mal was anderes ... als die ... diese Affenbrotbäume."

Schließlich klatschte er in die Hände und fügte, diesmal sehr entschlossen, hinzu:

„Na gut, einverstanden!" Und er streckte Monsieur Barreau seine breite Schwimmvogelhand entgegen, in die dieser die seinige hineinlegte, als sei sie ein Ei.

Garza hatte nach wie vor sein süß-saures Lächeln auf den Lippen. Da zog Monsieur Barreau seinen Revolver und schoß Garza kurzerhand über den Haufen, woraufhin dessen Freund entsetzt davonrannte und schrie:

„Die Wilden sind da! Rette sich, wer kann! Die Wilden sind da!"

Monsieur Barreau steckte den Revolver in seine Tasche zurück und murmelte: „Ich hatte mich geirrt."   - (per)

 

 

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