chwächling   Herr von Luxemburg ist völlig aufgelöst, er benimmt sich nicht wie ein Mann oder auch nur ein Männlein, nicht einmal wie eine Frau, sondern einfach weibisch. »Schließen Sie dieses Fenster, zünden Sie ein Feuer an; bringen Sie mir Schokolade, reichen Sie mir jenes Buch; ich habe mich von Gott abgewendet, nun hat er mich verlassen.« So hat er sich Bezemaux und dessen Kommissaren gezeigt und war tödlich blaß. Wenn er nichts Vernünftigeres in die Bastille zu bringen weiß, hätte er besser daran getan, auf und davon zu fahren, wozu der König ihm mit großer Güte die Möglichkeit geboten hatte bis zum Augenblick, da er sich gefangen gab, denn der Haftbefehl gegen ihn lag schon seit zehn Tagen bereit. Man muß, ob man will oder nicht, auf die Vorsehung zurückkommen; es war nicht natürlich, sich so zu benehmen wie er, wenn er ein solcher Schwächling ist, wie es jetzt zu Tage tritt.   - (sev)

Schwächling (2)  Ich habe beobachtet, daß schwache Leute niemals nachgeben, wenn sie es müßten. - (retz)

Schwächling (3) Victor gehörte zu denen, die sich ins Schlepptau nehmen lassen, die man bei größeren Coups zum Schmierestehen verwendet und die den geringsten Teil von der Beute erhalten.

Charakterlose Wesen, die nicht die Kraft haben, etwas zu ändern, wenn sie einmal auf eine bestimmte Bahn geraten sind. Mit sechzehn Jahren schon ein unverbesserlicher Taugenichts und Stammgast berüchtigter Kaschemmen. Dann der Zufallstreffer am Kanal Saint-Martin, von dem er eine Zeitlang hatte leben können. Erpressung, solange sich ein Opfer fand, war ihm zum Beruf geworden.

Wäre er gesund gewesen, hätte man. ihn zweifellos als untergeordnetes Mitglied in Lenoirs Bande wiedergefunden. Statt dessen hatte ihn sein Weg ins Sanatorium geführt, wo er aller Wahrscheinlichkeit nach Ärzte und Schwestern zur Verzweiflung getrieben hatte. Maigret sah ihn Sanatorien und Strafanstalten wechseln. Bald lag er im Krankenhaus, bald brachte man ihn in ein Pflegeheim, bald in eine Erziehungsanstalt.

Er fürchtete sich nicht. Er wußte auf alles dieselbe Antwort: seine Krankheit. Er lebte davon, wie er eines Tages daran sterben würde ... - Georges Simenon, Maigret und die Groschenschenke. München 1971 (Heyne Simenon-Kriminalromane 9, zuerst 1931)

Mann Schwäche

 

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