chnabelkuß  Seit er nun ein großer Bursche ist, hat Fifiot in unserem Zimmer, wo er daheim ist, als seinen Bereich sich die Grotte erkoren, die unter Elisens schwarzer Lackcoiffeuse sich höhlt. Dahin zieht er sich stets mit Vorliebe zurück, um zu träumen. Dort läßt er sich nieder, hingelagert wie eine Odaliske, in der sicheren Voraussicht, sich dreimal ringsum im Bilde zu begegnen.

Spielt er schon den Narziß? oder gar Corydon?

Verweile ich dort gelegentlich einen Augenblick, um auszuruhen, gleich lupft er sich und schon hockt er auf der Spitze meines Holzschuhs: da bleibt er stehen, sitzt auch bisweilen geruhsam nieder.

Heute morgen war ich barfuß; da streckt er sich der Länge nach auf dem Boden aus; den Nacken zwischen meine Zehen geschoben, wie in die Höhlung eines Kopfkissens, das er zum Schlaf erwählt hätte, reibt er sich dort wollüstig, und von Zeit zu Zeit, wie aus Neckerei, wirft er den Kopf herum, und gleich setzt es Schnabelküsse auf meine Nägel.  - Marcel Jouhandeau, Das Leben und Sterben eines Hahns. Tiergeschichten. Stuttgart 1984 (zuerst 1947)

 

Küssen

 

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