Sammlung  Das war ein großer Raum im Erdgeschoß voller halb fertiggestellter Konstruktionen und völlig demolierter Fahrräder. An den Wänden standen Regale, auf denen Bücher, Ersatzreifen, Ölflaschen, ramponierte Galionsfiguren, Schraubenschlüssel, Hämmer und Garnrollen lagen. Er begann, die Titel der ersten Reihe der Bücher zu lesen, die zwar verstaubt waren, aber ordentlich nebeneinanderstanden: Mensch und Fahrrad, Feinheiten des Pedals, Hans Christian Andersens Märchen, Tobsons Abhandlungen über Speichen und Klingeln, Freilauf und Kugellager, The Oxford Dictionary und so weiter.

Dann fiel Francis ein, daß er auf dem Steinboden gern seine Füße kühlen würde. Also zog er sich Schuhe und Strümpfe aus, schlenderte umher und sah sich Onkel Ubriacos interessante Sammlung von allerlei Gegenständen an. Da gab es zum Beispiel ein Paar verhungerter Küchenschaben in einem kleinen Käfig, ein Bündel künstlicher, aber verblüffend echt aussehender Zwiebeln (sie mußten aus Porzellan sein), ein noch funktionierendes Spinnrad, Damenkorsetts mit kompliziertem Dessin und eine große Anzahl von Zahnrädern. Es reizte Francis, ein bestimmtes Korsett anzuprobieren, ein schwarzes mit verblaßten lilafarbenen Schnüren und aufgestickten Rosen aus Goldfäden. Im Handumdrehen hatte er sich das Korsett über den Kopf gezogen: Es reichte ihm bis unter die Knie, aber fest geschnürt kleidete es ihn um die Taille herum recht hübsch.

Er schloß die Augen und versuchte, sich zwei stattliche, warme Schenkel anstelle seiner eigenen, ziemlich dünnen Beine vorzustellen, die nur noch von den Knien abwärts zu sehen waren.  - (fran)

 

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