Rosinenpickerin  Einer der seltsamsten Befunde aus den Vogelstudien der letzten Jahre ist die Entdeckung, daß attraktive Männchen unaufmerksame Väter abgeben. Nancy Burley, deren Zebrafinken einander für mehr oder weniger attraktiv halten, je nachdem, von welcher Farbe ihre Beringung ist, kam als erste zu dem Schluß, und Anders Møiler kann für Schwalben dasselbe sagen. Paart sich ein Weibchen mit einem attraktiven Männchen, bemüht er sich weniger, und sie muß mehr für die Aufzucht der Jungen tun. Dies erweckt den Anschein, als habe er das Gefühl, ihr mit der überlegenen Qualität seiner Gene einen Gefallen getan zu haben, den sie ihm durch härtere Arbeit zurückzuzahlen hat. Das fördert natürlich die Neigung der Weibchen, lieber nach einem mittelmäßigen, hart arbeitenden Ehemann Ausschau zu halten, den es dann mit dem tollen Hecht von nebenan betrügt.

Wie dem auch sei, das Prinzip - heirate einen netten Kerl und gönne dir eine Liebschaft mit deinem Chef, oder heirate einen häßlichen Reichen und nimm dir einen hübschen Liebhaber - ist Frauen nicht ganz fremd. Man nennt es die Rosinen aus dem Kuchen picken.   - Matt Ridley, Eros und Evolution. Die Naturgeschichte der Sexualität. München 1995

 

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