Priesterin    Ohne Zögern tat George, worum sie ihn gebeten hatte. Nacktheit wurde bei den meisten Initiationsriten verlangt, trotzdem durchschauderte es ihn in einem Anflug von Angst. Bis jetzt hatte man ihm noch nichts angetan, deshalb vertraute er diesen Leuten hier noch. Was für Freaks sie wirklich waren, konnte man aber immer noch nicht sagen; wer wußte, in was für gräßliche Dinge sie ihn noch einbeziehen würden. Aber selbst diese Ängste waren schon Teil solcher Initiationsriten.

Als seine Unterhosen fielen, grinste Stella ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. Er verstand die Bedeutung dieses Grinsens und fühlte das Blut in heißem Schwall in seinen Penis schießen, der augenblicklich dicker und schwerer wurde. Und sein Schwanz schwoll noch kräftiger an, als er realisierte, wie er vor dieser Frau stand, die er vom ersten Augenblick an begehrt hatte. Nackt, erigiert, und sie genoß das ganze Schauspiel sichtlich.

«Du hast da einen gut aussehenden Hammer ... dick, rosarot ... wunderschön.» Stella schlenderte mit diesen Worten zu ihm herüber, streckte ihre Hand aus und berührte mit ihren spitzen Fingern die Unterseite seines Schwanzes. Er spürte, wie sich seine Eier hoben und senkten. Dann fuhr ihr Mittelfinger am Hauptstrang seines Schwanzes entlang nach oben und schnippte gegen die Eichel. Georges Penis nahm jetzt volle Haltung an und salutierte vor ihrer manuellen Geschicklichkeit.

«Der sexuell leicht ansprechbare Mann», sagte Stelta. «Sehr gut. Du bist also auf alles vorbereitet. Und nun durch die nächste Tür, bitte. »

Nackt, mit 'nem Steifen, Stella mit Bedauern zurücklassend, ging George durch die nächste Tür. Diese Leute waren einfach zu gesund und zu wohlgestimmt, als daß sie vertrauensunwürdig sein könnten, dachte er. Er mochte sie, und man sollte sich doch auf seine Gefühle verlassen können, oder? Doch als die grüne Tür hinter ihm ins Schloß fiel, kehrte seine Angst zurück und war jetzt großer als zuvor.

In der Mitte des Raumes befand sich eine siebzehnstufige Pyramide. Die Stufen bestanden abwechselnd aus rotem und weißem Marmor. Der Raum war ziemlich groß, seine fünf Wände endeten dreißig Meter über dem fünfeckigen Boden in einem gotischen Bogen. Von der Pyramide im Gefängnis von Mad Dog unterschied sich diese dadurch, daß sie kein Auge in der Spitze hatte, das auf ihn herabstierte. Statt dessen hatte sie einen enormen goldenen Apfel, gleich einer goldenen Kugel von der Größe eines ausgewachsenen Mannes, mit einem langen Stiel und einem einzelnen Blatt, so groß wie ein Elefantenohr. In den Apfel eingraviert stand in griechischen Buchstaben KALLISTI. Die Wände des Raums waren mit riesigen goldenen Vorhängen behängt, und der Fußboden war mit einem üppigen goldenen Teppich ausgelegt, in dem Georges nackte Füße regelrecht versanken.

Hier ist es anders, sagte George zu sich selbst, um seine Angst einzudämmen; auch die Leute sind anders als in Mad Dog. Bestimmt gibt es eine Verbindung, aber die hier sind einfach anders.

Die Lichter gingen aus. Der goldene Apfel glühte im Dunkel wie der Herbstmond in Vermont, KALLISTI stach in scharfen schwarzen Linien hervor.

Eine Stimme, die sich wie die von Hagbard anhörte, dröhnte von allen Seiten auf ihn ein: Es gibt keine Göttin, als die Göttin, und sie ist deine Göttin.

Was ist das bloß für eine merkwürdige Zeremonie, dachte George. Und da drangen noch unverkennbare Düfte in seine Nasenlöcher. Diese Leute benutzten ganz schön kostbaren Weihrauch. Eine teure Religion, Loge, oder was immer es sonst sein mochte. Aber man kann sich als Flachsbonze eben alles leisten. Flachs? Was? Kaum vorzustellen, daß jemand mit Flachs das große Geschäft machen konnte ... Hast du den Markt aufgekauft, oder was? Investmentfonds schienen viel gewinnträchtiger als Flachs ... Mein Gott, geht das schon wieder los? Man sollte wirklich niemanden ohne seine Einwilligung mit Drogen vollpumpen.

Erst jetzt fiel ihm wieder ein, wie er dastand, nackt und mit einem beträchtlich geschrumpften Penis in der Hand. Aufmunternd zog er mal ein wenig an ihm.

Die Stimme sagte: «Es gibt keine Bewegung wie die Diskordische Bewegung und das ist die Diskordische Bewegung.»

Das mochte schon so sein ... George rollte mit den Augen und betrachtete den gigantischen, goldgiühenden Apfel, der sich über ihm leicht bewegte und drehte.

«Das ist die heilige Stunde für Diskordier. Es ist die Stunde, in der das große, pochende Herz der Diskordia heftig schlägt, die Stunde, in der Ste-Die-Alles-Begann bereit ist, einen neuen Legionär des Dynamischen Diskord aufzunehmen, hineinzunehmen in ihren bebenden, , chaotischen Busen. Bist du bereit, die Vereinigung mit Diskordia ein- '•: zugehen?»      •;

Verwirrt, direkt angesprochen zu sein, ließ George seinen Pimmel los. «Ja«, sagte er mit einer Stimme, die ihm selbst ganz verloren vorkam.

«Bist du ein Mensch und nicht etwa ein Kohlkopf oder so was?»

George kicherte. «Ja.»

«Au verdammt», dröhnte die Stimme. «Bist du bereit, dich zu bessern?»

«Ja.»

«Wie dumm. Bist du gewillt, philosophisch illuminiert zu werden?»

Warum dieses Wort, wunderte sich George. Warum illuminiert? Aber er sagte: «Ich denke schon.»

«Sehr nett. Willst du dich der heiligen Diskordischen Bewegung verpflichten?»

Georg zuckte die Achseln. «So lang es mir gefällt, ja.»

Er verspürte einen leichten Luftzug an seinem Bauch. Stella Maris trat, nackt und glänzend, hinter der Pyramide hervor. Das sanfte Dämmerlicht, das von dem goldenen Apfel ausging, ließ ihre schwarze Haut samten und noch begehrenswerter erscheinen. George spürte, wie sein Schwanz sich erneut zu regen begann. Also dieser Teil der Geschichte würde schon mal klappen. O. K. Stella ging mit langsamen, abgemessenen Schritten auf ihn zu, ihre goldenen Armbänder tingelten und glitzerten an ihren Handgelenken. George verspürte alles zusammen, Hunger, Durst und einen Druck, als würde ein großer Ballon langsam in seine Innereien abgelassen. Sein Schwanz hob sich, Herzschlag um Herzschlag. Die Muskeln in seinen Schenkeln und seinem Gesäß spannten und entspannten sich und spannten sich wieder.

Stella näherte sich mit gleitenden Schritten und tanzte in einem Kreis um ihn herum, eine Hand ausgestreckt, um seine nackte Taille mit den Fingerspitzen zu streifen. Er machte einen Schritt nach vorn und breitete die Arme nach ihr aus. Sie tanzte davon, auf Zehenspitzen, wirbelte die Arme über ihrem Kopf, eine Bailerina mit schweren konischen Brüsten, mit schwarzen Warzen, steil nach oben gerichtet. Hier und jetzt konnte George sich vorstellen, warum manche Männer auf Riesentitten stehen. Seine Augen wanderten weiter zu den gewaltigen Kugeln, die ihren Hintern bildeten, zu den langen muskulösen Schenkeln. WOW! Er taumelte ihr entgegen. Plötzlich blieb sie stehen, die Beine leicht gespreizt, den reichlich sprießenden Haarwuchs ihres Venusberges ihm entgegengestreckt. Mann! Ihre Hüften schwankten in kreisförmiger Bewegung leicht hin und her. Sein Ding zog ihn zu ihr hin, als war's aus Eisen und sie der Magnet; er blickte hinab und sah, daß eine kleine flüssige Perle, die im Licht des Apfels golden glänzte, auf seiner Schwanzspitze erschienen war. Polyphemus wollte unbedingt in die Höhle.

George ging ganz dicht an sie heran, bis sich der Kopf der Schlange in den prickelnden buschigen Garten am unteren Ende ihres Leibes hineingegraben hatte. Er nahm seine Hände hoch und preßte sie gegen ihre beiden konischen Erhebungen und spürte, wie sich ihr Brustkasten in tiefen Atemzügen hob und senkte. Ihre Augen waren halb geschlossen und ihre Lippen leicht geöffnet. Ihre Nasenflügel bebten.

Sie leckte ihre Lippen, und er fühlte, wie ihre Finger seinen Schwanz leicht umkreisten und ihn ganz sachte in einer reibenden Bewegung elektrifizierten. Sie bewegte sich ein wenig zurück und berührte mit einem Finger die Perle auf seiner Schwanzspitze, George griff mit einer Hand in das Gewirr ihres Schamhaars und betastete ihre heiß geschwollenen Lippen, fühlte ihren Saft dick seine Finger beschmieren. Sein Mittelfinger glitt in sie hinein, und er schob ihn durch die enge Öffnung bis zum Anschlag hinein. Sie keuchte, und ihr ganzer Körper schien sich in einer spiralförmigen Bewegung um seinen Finger zu drehen.

«Wow! Mein Gott...» flüsterte George.

«Göttin!» antwortete Stella streng.

George nickte. «Göttin», sagte er heiser und meinte Stella damit genauso wie die legendäre Diskordia.

Sie lächelte und entwand sich ihm. «Versuche dir vorzustellen, daß nicht ich das bin, Stella Maris, die jüngste Tochter von Diskordia. Sie ist nichts als das auserwählte Werkzeug der Göttin, Ihre Priesterin. Denk an die Göttin. Denk, wie sie in mich eindringt und durch mich handelt. Ich hin jetzt sie.» Die ganze Zeit über kraulte sie Polyphemus sanft, aber eindringlich. Er war inzwischen unbändig wie ein Hengst, aber es schien, als würde er immer feuriger, noch feuriger, wenn das überhaupt möglich sein sollte.

«In der nächsten Sekunde werde ich in deiner Hand losgehen», stöhnte George. Er ergriff ihr schmales Handgelenk, um sie zu stoppen. «Ich muß dich ficken, wer immer du auch bist, Frau oder Göttin. Bitte.*

Sie schritt jetzt weiter zurück, ihre hellen Handflächen in einer einladend akzeptierenden Haltung hielt sie von ihrem Körper ab. Aber sie sagte: «Erklimme jetzt die Stufen. Steig hinauf zum Apfel.» Ihre Füße schimmerten auf dem dicken Teppich, und sie lief rückwärts weg von ihm und verschwand hinter der Pyramide.

Er stieg die siebzehn Stufen hinauf, Polyphemus noch immer geschwollen und leicht schmerzend. Der oberste Teil der Pyramide war breit und flach, und nun stand er da vor dem Apfel. Er streckte eine Hand aus und berührte ihn, in der Erwartung, kaltes Metall zu spüren, und war überrascht, als die leuchtende Oberfläche sich warm wie ein menschlicher Körper anfühlte. Etwa in Hüfthöhe sah er eine dunkle, ellipsenförmige Öffnung, und eine finstere Vorahnung bemächtigte sich seiner.

«Du hast's erfaßt, George», sagte die dröhnende Stimme, die über seine Initiation wachte. «Und nun sollst du deinen Samen in den Apfel entleeren. Nun geh, George, gebe dich der Göttin hin.»   - (ill1)

Priesterin (2)  Wieder den zerklüfteten Weg zum Bergdorf Munich, München. Leroy hat uns bei der Shangopriesterin Mother Joseph angemeldet. Eine Frau mit riesigen. Brüsten, die unregelmässig hängen, knotig, wie Taschen voller Steine.

- Ja, wenn sich die Lage wieder beruhigt hat, werde ich die nötigen Shangozeremonien durchführen.

— Das mächtige Afrikanisch! Sie holt zu einer langen Strophe aus.

Sie singt das Abrakadabra ab. Mit deutlichem Anfang und deutlichem Ende. Die Steine auf ihrer Brust stossen hoch und rollen hin und her. An den Wänden ihrer Baptistenkirche bunte Kreidezeichen - biblische Ahnenbäume. Korallenfächer auf dem Boden, Blumen dazu und Kräuter.

Sie sieht sich Leonores Xangobuch an und bei dem Namen der afrikanischen Göttin Oshun fängt sie an zu zucken.  - (pet)

Priester

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