isserin   Da, endlich Lucrezia. Zwei recht muskulöse Männer mit Dreispitz stießen sie brutal vorwärts. Sie war halbnackt, die eine Brust draußen, aus deren Spitze bei jedem Ruck der Männer ein Milchstrahl hervorschoß. «Hierher, mir nach», und der Kapitän ging zur Messe voraus. «Halt!» rief Lucrezia stolz. «Halt, ich muß erst mal, sag ich!» Man ließ sie für einen Augenblick los; sie aber trat an die Reling, nahm ihre Brustwarze zwischen die Finger und pißte erst aus der einen, dann aus der anderen Brust zwei lange Strahlen ins Meer. «Gar nicht schlecht für eine Jungfrau!» bemerkte eine zynische Stimme. - Tommaso Landolfi, Das Meer der Schaben, nach (land)

Pisserin (2)

Pissende Bäuerin, nach Rembrandt (?)

- Rembrandt, nach (erot)

Pisserin (3)   Die drei  kommen zu einem Fluß, der unbegreiflich breit ist. Ihre Pferde müssen sie am Ufer zurücklassen und hinüberwaten. Zum Glück ist der Fluß ziemlich seicht, aber die Strömung ist stark, und es gibt gefährliche Schnellen. Thor stützt sich auf den Stab, den Grid ihm geliehen hat, und Loki und Tjalve halten sich an seinem Gürtel fest. Aber als sie in der Mitte des Flusses angekommen sind, fängt das Wasser an zu steigen.

Thor schaut sich um. Was ist geschehen? Weiter oben, wo der Fluß durch eine enge Klamm führt, steht Galp, eine von Geirröds Töchtern, mit einem Bein auf beiden Seiten der Kluft und läßt ihr Wasser rinnen. Da hebt Thor einen riesigen Felsbrocken aus der Flut, zielt, wirft und trifft mitten ins Ziel. Aber unterdessen ist das Wasser so gestiegen, daß sie das Gleichgewicht verlieren. Die Strömung reißt sie fort, sie taumeln und rudern mit Armen und Beinen. - Tor Åge Bringsværd, Die wilden Götter. Dt. Bearb. Tanaquil u. Hans Magnus Enzensberger. Zeichnungen von Johannes Grützke. Frankfurt am Main 2001

Pisserin (4)  

Pisserin (5)   Ich zog die Pistole heraus und legte sie in ihren Handteller. Ich bückte mich nieder und hob eine verrostete Büchse auf.
»Nun mal sachte«, sagte ich. »Sie ist mit allen fünfen geladen. Ich geh jetzt da rüber und stell diese Büchse in das viereckige Loch in der Mitte von dem großen Holzrad dort. Sehen Sie?«
Ich deutete hin. Sie nickte begeistert.
»Das sind zirka dreißig Fuß. Fangen Sie nicht an zu schießen, bevor ich wieder bei Ihnen bin. Okay?«
»Okay«, kicherte sie.

Ich ging wieder um den Sumpf herum und stellte die Büchse in der Mitte des Windenrads auf. Sie gab ein prima Ziel ab. Wenn sie die Büchse verfehlte, was sie bestimmt tun würde, dann würde sie vermutlich doch das Rad treffen. Eine kleine Kugel konnte da auf keinen Fall durchschlagen. Sie traf jedoch nicht einmal das.

Ich ging wieder um das Gesenk herum auf sie zu. Als ich etwa noch zehn Fuß von ihr entfernt am Rand des Öltümpels war, zeigte sie mir alle ihre scharfen, kleinen Zähne und hob die Pistole und fing an zu zischen.

Ich stand wie erstarrt, die abgestandene, stinkende Brühe im Rücken.

»Bleib stehen, du Schweinehund«, sagte sie. Die Pistole zielte auf meine Brust. Ihre Hand schien ganz ruhig zu sein. Das Zischen wurde lauter, und ihr Gesicht wirkte wieder wie ein abgeschabter Knochen. Gealtert, verderbt, vertiert, und nicht mal zu einem netten Tierchen. Ich lachte. Ich ging auf sie zu. Ich sah, wie ihr dünner Finger sich am Abzug spannte und an der Spitze ganz weiß wurde. Ich war etwa sechs Fuß von ihr entfernt, als sie losballerte. Die Pistole gab einen scharfen Knall, ohne Kraft, ein brüchiges Platzen im Sonnenlicht. Ich sah keinen Rauch. Ich blieb wieder stehen und lachte sie aus.

Sie feuerte noch zweimal, sehr schnell. Ich war sicher, daß sie kein einziges Mal verfehlt hätte. Es waren fünf Kugeln in der kleinen Pistole. Vier hatte sie abgefeuert. Ich sprang auf sie zu. Ich wollte den letzten Schuß nicht ins Gesicht bekommen, deshalb wich ich zur Seite aus. Sie gab's mir in aller Sorgfalt, völlig unbekümmert. Ich meinte etwas vom heißen Atem der Pulverladung zu spüren.

Ich richtete mich auf.

»Mein Gott, sind Sie süß«, sagte ich. Ihre Hand, die die leere Pistole hielt, begann heftig zu zittern. Sie ließ die Waffe fallen. Ihr Mund fing an zu flattern. Ihr Gesicht fiel auseinander. Dann schraubte sich ihr Kopf zum linken Ohr herum, und Schaum trat auf ihre Lippen. Ihr Atem machte ein winselndes Geräusch. Sie wankte. Ich fing sie auf, als sie stürzte. Sie war schon bewußtlos. Ich stemmte ihr mit beiden Händen die Zähne auseinander und stopfte mein Taschentuch als Pfropfen dazwischen. Ich brauchte meine ganze Kraft dazu. Ich hob sie auf und hievte sie in den Wagen, dann holte ich die Pistole und steckte sie in die Tasche. Ich zwängte mich hinters Steuer, setzte zurück und nahm die Strecke, die wir gekommen waren, den ausgefurchten Feldweg zum Gatter hinaus und wieder den Berg hoch, nach Hause. Carmen lag zusammengekrümmt in der Wagenecke, reglos. Ich war schon mitten auf der Auffahrt zum Haus, als sie sich rührte. Plötzlich riß sie weit und wild die Augen auf. Sie setzte sich gerade.

»Was ist passiert?« keuchte sie.

»Nichts. Warum?«

»Jawohl ist was passiert«, kicherte sie. »Ich habe mich naß gemacht.«

»Das kommt davon«, sagte ich.  - Raymond Chandler, Der große Schlaf. Zürich 1974 (detebe 20132, zuerst 1939)

Pisserin (6)  Eines Tages  bat Moutia seine Frau, ihm sein Haar zu lausen. Borok machte sich auch gleich bereitwillig an diese Arbeit und vertilgte alle Läuse, die Moutia geplagt hatten. Dann bat sie ihren Mann, ihr denselben Gefallen zu tun, doch dieser weigerte sich und behauptete, er sei dazu viel zu müde. Dann legte er sich aufs Ohr und schlief fest ein.

Verärgert rannte Borok zum Meer, watete in die Wellen und ließ ihren Urin in das Süßwasser laufen, um es in Salzwasser zu verwandeln und ihren Mann damit für seine Unhöflichkeit und Eigensucht zu bestrafen. Damit Borok selbst nicht dürstete, verwandelte sie sich in eine Kakerlake, die unter den Blättern und Rinden des Urwaldes stets genug Feuchtigkeit findet, um ihren Durst zu stillen.

Moutia, der nach seinem Erwachen entdeckte, welches Unheil sein schroffes Verhalten der Welt beschert hatte, verwandelte sich in ein Wallaby und hüpfte über das Meer auf eine Insel in der Melville Bay.

Wenn Boroks Plan, die Süßwasserquellen der Erde zu verseuchen, tatsächlich verwirklicht worden wäre, hätte die ganze Schöpfung darunter gelitten. Doch Borok hatte in ihrem Zornesausbruch die Wasserbehälter vergessen, die wohlverwahrt im Wald standen. Das Wasser in ihnen verwandelte sich in große Sümpfe, aus denen viele Flüsse und Bäche fließen, so daß alle Lebewesen genügend Süßwasser finden, um ihren Durst zu löschen.  - Märchen aus Australien. Traumzeitmythen der Aborigines. Hg. Anneliese Löffler. München 1992

Pisserin (7)   Das einzige, was unsere Verhältnisse von denen der andern Neufundlandfischer unterschied, war das Ungewöhnliche, daß unser Schiifer seine Frau mit an Bord hatte. Diese Frau war ein junges, sehr widerliches Geschöpf mit ganzen Trauben von Warzen auf den Händen, und entsetzlich mager und sehr klein.

Wir sahen sie fast jeden Morgen, wenn wir von Bord abstießen; sie war dann gerade aufgestanden, war schläfrig und sehr unordentlich angezogen. Sie konnte sich gerade vor unsern Augen breitbeinig hinstellen und die Röcke von sich abhalten und . . . nein, es läßt sich wirklich nicht erzählen. Aber obwohl sie so unsauber war und fast niemals ein Wort mit uns sprach, hatten wir Matrosen sie doch gern, wir alle hatten sie gern, jeder in seiner Weise, und keiner von uns hätte sie entbehren mögen. So genügsam waren wir geworden.  - Knut Hamsun, Auf den Bänken bei Neufundland. Sämtliche Romane und Erzählungen Bd. 5. München 1977

Pisserin (8)

- Apollonia Saintclair

Pisserin (9)

Pisserin (10)

Pisserin (11)

 - N.N.

Pisserin (12)

Pisserin (13)

- N. N.

Pisserin (14)

Pisserin (15)

Pisserin (16)
 

Pisser

 

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