aradox  Das Zombie-Problem ist auch logisch zum Verrücktwerden, meint der Bremer Neurobiologe Hans Flohr: "Stellen wir uns einmal vor, so ein Zombie hat Zahnschmerzen. Daraus, daß er seiner nicht bewußt ist, folgt: Er spürt die Schmerzen nicht. Und daraus, daß sein Geistesleben zwar unbewußt, aber ansonsten mit unserem identisch ist, folgt: Er muß überzeugt sein, den Schmerz zu spüren."

Die paradoxe Pointe: Ein Zombie ohne Bewußtsein würde sich selbst für ein bewußtes Wesen halten.- Tagespiegel v. 10.06.99

Paradox (2)   Meine Kinder prügelten sich überhaupt wie verrückt. Dann kam Aljonka schreiend und tränenüberströmt zu mir in die Küche gerannt: Aaaah! Auch ein liebliches Detail aus unserem Leben. In der Nacht, nur in der Nacht war ich eine glückliche Mutter. Man deckt sie zu, kniet nieder, streichelt sie... Sie brauchten meine Liebe nicht. Das heißt, ohne mich wären sie krepiert, aber das verhinderte ich mit meiner Person. Paradoxos! Wie Njura sagt, die immer die Knochen zerhackt.   - Ljudmila Petruschewskaja, Meine Zeit ist die Nacht. Aufzeichnungen auf der Tischkante.  Berlin 1991 (zuerst 1990)

Paradox (3)   Es ist ein Wagestück: eine der allgemeinen Meinung, selbst der Verständigen, widerstreitende Behauptung ins Publikum zu spielen. Dieser Anschein des Egoisms heißt die Paradoxie. Es ist nicht eine Kühnheit, etwas auf die Gefahr, daß es unwahr sei, sondern nur daß es bei wenigen Eingang finden möchte, zu wagen. - Vorliebe fürs Paradoxe ist zwar logischer Eigensinn, nicht Nachahmer von anderen sein zu wollen, sondern als ein seltener Mensch zu erscheinen, statt dessen ein solcher oft nurden Seltsamen macht. Weil aber doch ein jeder seinen eigenen Sinn haben und behaupten muß (Si omnes patres sic, at ego non sic.* Abaelard): so ist der Vorwurf der Paradoxie, wenn sie nicht auf Eitelkeit, sich bloß unterscheiden zu wollen, gegründet ist, von keiner schlimmen Bedeutung. - Dem Paradoxen ist das Alltägige entgegengesetzt, was die gemeine Meinung auf seiner Seite hat. Aber bei diesem ist eben so wenig Sicherheit, wo nicht noch weniger, weil es einschläfert statt dessen das Paradoxon das Gemüt zur Aufmerksamkeit und Nachforschung erweckt, die oft zu Entdeckungen führt.

*  Selbst wenn alle Väter ja sagen: ich nicht.

  - Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht (zuerst 1798/1800)

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