ervenschwäche  
 

Der Nervenschwache

Mit einer Stirn, die Traum und Angst zerfraßen,
Mit einem Körper, der verzweifelt hängt
An einem Seile, das ein Teufel schwenkt,
- So läuft er durch die langen Großstadtstraßen.

Verschweinte Kerle, die die Strassen kehren,
Verkohlen ihn; schon gröhlt er arienhaft:
"Ja,ja - ja, ja! Die Leute haben Kraft
Mir wird ja nie ein Weib gebären

Mir je ein Kind!" Der Mond liegt wie ein Schleim
Auf ungeheuer nachtendem Velours.
Die Sterne zucken zart wie Embryos
An einer unsichtbaren Nabelschnur.

Die Dirnen züngeln im geschloßnen Munde,
Die Dirnen, die ihn welkend weich umwerben.
Ihn ängsten Darmverschlingung, Schmerzen, Sterben,
Zuhältermesser und die großen Hunde.


 - Ernst Blass

 

Nerven Schwäche

 

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