Nachfolgeregelung

MACBETH
                               Meine Furcht heißt Banquo.
Er war zu lange neben mir, er kann
Nicht unter mir sein, über ihm nicht ich
Auf festem Stuhl. Auch hat er einen Kopf
Zu viel seit jener Heide. WENIGER ALS
MACBETH UND MEHR. Banquo der Königsmacher.
Ich will ihm kürzen sein zu steiles Glied
Bis ihn der Wurm begattet, seine Brut auch.
Auf meinen Kopf dürr wie ein Stroh die Krone
In meinen Griff ein Szepter ohne Frucht
Von fremder Hand mir aus der Faust gebrochen
Tot oder lebend, weil in meiner Blutspur
Kein Sohn den Stiefel hebt, sein Samen König.
Für den mit Schwertern pflügen diesen geilen
Acker aus Menschenfleisch. Die Knochenmühle
Der Macht drehn für die Mägen seiner Brut
Die aufgespannt sind hinter meinem Aas.
Ich will der Zukunft das Geschlecht ausreißen.
Wenn aus mir nichts kommt, komm das Nichts aus mir.

 - Heiner Müller, Macbeth. In: Shakespeare Factory 1. Berlin 1985 (zuerst 1971)

Nachfolgeregelung (2, afrikanische)  Dies war das Gesetz im Leben Chakas, daß er keine Kinder haben würde, obwohl er viele Frauen besaß. Jedes Kind, das eine seiner ›Schwestern‹ gebar, wurde auf der Stelle getötet.

»Was denn, Mopo«, sagte er einmal zu mir, »soll ich Kinder großziehen, damit sie mir den Assegai geben, wenn sie erwachsen geworden sind? Sie nennen mich einen Tyrannen. Sage mir, wie sterben die Häuptlinge, die von den Menschen Tyrannen genannt werden? Sie sterben durch die Hand derer, die sie gezeugt haben. Nein, Mopo, ich werde mein Leben lang herrschen, und wenn ich einst zu den Geistern meiner Väter eingehe, soll der Stärkste meine Macht und meinen Platz erobern!«   - Henry Rider Haggard, Nada die Lilie. München 1980 (zuerst 1892)

Nachfolgeregelung (3)  Ein König hatte drei Söhne, die waren ihm alle gleich lieb, und er wußte nicht, welchen er zum König nach seinem Tode bestimmen sollte. Als die Zeit kam, daß er sterben wollte, rief er sie vor sein Bett und sprach cliebe Kinder, ich habe etwas bei mir bedacht, das will ich euch eröffnen: welcher von euch der faulste ist, der soll nach mir König werden.' Da sprach der älteste 'Vater, so gehört das Reich mir, denn ich bin so faul, wenn ich liege und will schlafen, und es fällt mir ein Tropfen in die Augen, so mag ich sie nicht zutun, damit ich einschlafe.' Der zweite sprach 'Vater, das Reich gehört mir, denn ich bin so faul, wenn ich beim Feuer sitze, mich zu wärmen, so ließ ich mir eher die Fersen verbrennen, eh ich die Beine zurückzöge.' Der dritte sprach 'Vater, das Reich ist mein, denn ich bin so faul, sollt ich aufgehängt werden, und hätte den Strick schon um den Hals, und einer gäbe mir ein scharfes Messer in die Hand, damit ich den Strick zerschneiden dürfte, so ließ ich mich eher aufhenken, ehe ich meine Hand erhübe zum Strick.' Wie der Vater das hörte, sprach er 'du hast es am weitesten gebracht und sollst der König sein.' - (grim)
 

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