Medea  

   

- Maria Callas

Medea (2)

Medea (3)  Statt die Wut Medeas zu dämpfen, entflammte sie sich viel mehr, und ganz zur Furie der Rachsucht geworden, rannte sie fort, ihrem Gatten und sich selbst den rötlichsten Schlag zu versetzen. Sie eilte nach der Kammer, wo ihre Söhne schliefen, denn die Nacht war herbeigekommen. «Waffne dich, mein Herz», sprach sie unterwegs zu sich selber, «was zögerst du, das Gräßliche und Notwendige zu vollbringen? Vergiß, Unglückliche, daß es deine Kinder sind, daß du sie geboren hast. Nur diese eine Stunde vergiß es! Nachher beweine sie dein ganzes Leben lang. Du tust ihnen selbst einen Dienst, tötest du sie nicht, so sterben sie von einer feindseligen Hand.»

Als Jason in sein Haus gestürzt kam, die Mörderin seiner jungen Braut aufzusuchen und sie seiner Rache zu opfern, scholl ihm das Jammergeschrei seiner Kinder entgegen, die unter dem Mordstahl bluteten; er trat in die aufgestoßene Kammer und fand seine Söhne wie Schuldopfer hingewürgt, Medea aber war nicht zu erblicken. Als er in Verzweiflung sein Haus verließ, hörte er in der Luft ein Geräusch über seinem Haupte. Emporschauend ward er hier die fürchterliche Mörderin gewahr, wie sie auf einem mit Drachen bespannten Wagen, den ihre Kunst herbeigezaubert hatte,  durch die Lüfte davonfuhr, und den Schauplatz ihrer Rache verließ. Jason hatte die Hoffnung verloren, sie je für ihren Frevel zu strafen; die Verzweiflung kam über ihn, der Mord des Absyrtos wachte wieder auf in seiner Seele; er stürzte sich in sein Schwert und fiel auf der Schwelle seines Hauses.   - (sage)

 

Frau, klassische Zauberin

 

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