akellosigkeit    Ich weiß wohl, daß die kleinen Unvollkommenheiten des weiblichen Körpers etwas außerordentlich Berückendes an sich haben können, und ich selber habe eine x-beinige Venus verehrt. Aber diese junge Mädchengestalt war herzergreifend kraft ihrer vollkommenen Makellosigkeit. Sie war so jung, daß man, mitten in seiner Bewunderung, dennoch künftige, höhere Vollkommenheit ahnte - und mehr war nicht darüber zu sagen.

Ihr ganzer Körper glänzte im Lampenlicht fein und rund und glatt wie Marmor. Von der Ferse bis zum Scheitel lief eine einzige gerade Linie, wie durch die himmelanstrebende Säule eines jungen Baumes. Dieselbe starke, sanftmütige Eigenwilligkeit drückte sich in der hohen Beuge des Fußes aus, als sie den Schuh abstreifte, ebenso in der Rundung des Kinns, in dem glänzend klaren Blick der Augen, und in den straffen, kräftigen Linien der Schultern und Handgelenke. In der milden Wärme des Feuers auf ihrer Haut, nach den kalten, verklebten Kleidern, seufzte sie leise vor Wohlbehagen, und sie drehte sich ein wenig wie eine Katze. Sie lachte leise wie ein Kind, das am ersten Ferientag aus der Schulstube läuft. Sie hielt sich kerzengerade, ihre roten Wangen sahen noch mehr als vorher aus wie die einer Puppe über dem leuchtenden, nackten Körper. - (blix)

 

Schönheit Vollkommenheit Makel

 

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