ralle    Obwohl ägyptische Frauen oft mit gefärbten Nägeln abgebildet sind, wozu vermutlich Henna diente, empfanden sie diese Mode bei weitem nicht als so attraktiv wie die Chinesinnen. Der in China verwendete Nagellack war tiefrot und wurde aus einem Kräuterextrakt gewonnen. Noch bis vor kurzem hielten die Chinesen lange Fingernägel für ein Zeichen von feiner Lebensart, bewiesen sie doch, daß mit den Händen keine schwere Arbeit geleistet werden mußte. Reiche Chinesen schützten ihre eleganten Krallen daher mit Futteralen aus Silber, um ein Abbrechen oder Zersplittern zu verhindern. - (erf)

Kralle (2)  Tanz und Musik gab es und alles, was dazu gehört. Glunreamhar und die Mutter der beiden Riesen hatten im Speicher einen Bottich voll Schwefel, um Seachrán zu Tode zu bringen. Man tanzte. Da fuhr durch teuflische Macht und Zaubergewalt eine zottige Kralle herab, packte zu und riß  jedermann mit sich fort.

Seachrán begriff, was das bedeutete, nämlich daß man ihn umbringen wollte. Er ließ die Musik nicht lange spielen, sondern stürzte sich auf die Kralle, und hopp! wurde er emporgehoben, und sobald er in der Luft schwebte, war seine Mutter auch schon bereit, ihn in den kochenden Schwefel zu stürzen.

Er sprang aus der Kralle und tat recht daran. Er ergriff die alte Hexe von Mutter und warf sie kopfüber in den Kessel.  - (ir)

Krallen (3)

- Boris Karloff

Krallen (4)

- Bela Lugosi

Krallen (5) Manchmal, wenn der Föhn den Nebel spinnt zu weichen Fäden, sitzt er an einem Bett und flüstert und erzählt. Lang sind die grünen gläsernen Nägel an seinen Fingern, und sie schimmern, fährt er mit seinen Händen durch die Luft. . . Manchmal sitzt er auch oben auf dem Glockenturm, und dann wirft er Fäden aus, bunte Fäden, weit hinaus ins Land über die Dörfer und Städte und die Häuser, die einsam stehen am Hügelhang . . . Weit reicht seine Kraft und seine Herrlichkeit, und niemand entgeht ihm. Er winkt und wirft seine bunten Papiergirlanden, und der Krieg flattert auf wie ein blauer Adler, er schleudert einen roten Ball, und die Revolution lodert zum Himmel und platzt. Ich aber habe den Mord in der Taubenschlucht begangen, wenigstens sagen es die Polizisten, aber ich weiß nichts davon; mein Blut floß auf die Schlachtfelder der Argonnen, aber nun bin ich eingesperrt, und hätte ich meinen Freund nicht, Matto, den Großen, der die Welt regiert, ich wäre einsam und könnte verrecken. Er aber ist gütig, und mit seinen gläsernen Nägeln fährt er in die Hirne meiner Peiniger, und wenn sie stöhnen im Schlaf, so lacht er.  - Friedrich Glauser, Matto regiert. In: F. G.: Kriminalromane. Berlin 1990 (zuerst ca. 1936)

Krallen (6)

Kralle   (7)

- (gr)

Krallen   (8)

»Meine Tante wird gleich kommen, Mr. Nuttel«, sagte eine sehr selbstbewußte junge Dame von fünfzehn Jahren.
»Bis dahin müssen Sie schon mit mir vorliebnehmen.«

 - Saki, Die offene Tür. Zürich 1973 (Zeichnungen von Edward Gorey)

Krallen   (9)

Dollars krallen

- Helmut Newton

Krallen (10)  Der Jockey trat in die Tür des Speisesaals, ging aber bald beiseite und stand reglos da, den Rücken der Wand zugekehrt. Der Saal war überfüllt, denn es war der dritte Tag der Rennsaison, und alle Hotels der Stadt waren besetzt. Im Speisesaal ließen Sträuße von Augustrosen ihre Blütenblätter auf die weißen Tischtücher fallen, und aus der anstoßenden Bar drang ein warmes, trunkenes Stimmengewirr. Der Jockey wartete, den Rücken zur Wand gekehrt, und musterte den Saal mit zusammengekniffenen, in Fältchen gebetteten Augen. Er durchforschte den Saal, bis sein Blick endlich einen Ecktisch entdeckte, an dem drei Männer saßen. Während er sie beobachtete, hob der Jockey das Kinn und legte den Kopf schräg nach hinten, wobei sein zwerghafter Körper starr und die Hände so steif wurden, daß sich die Finger wie graue Krallen nach innen krümmten. So stand er da, beobachtete und wartete ab: voll verhaltener Spannung an die Wand des Speisesaals gelehnt.

Er trug an jenem Abend einen Anzug aus grüner chinesischer Seide, von tadellosem Sitz und von der Größe eines Knabenkostüms. Das Hemd war gelb, die Krawatte wies pastellfarbene Streifen auf. Er hatte keinen Hut bei sich und trug das Haar als steife, feuchte Franse in die Stirn gekämmt. Sein Gesicht war hager, ohne Alter und grau. An den Schläfen lagen Schattenmulden, und die Lippen waren in einem eingefrorenen Lächeln fest aufeinandergepreßt. Nach einiger Zeit merkte er, daß einer von den drei Männern, die er beobachtete, ihn gesehen hatte. Doch der Jockey nickte nicht; er hob nur das Kinn noch höher und hakte den Daumen seiner verkrampften Hand in die Jackentasche ein.  - Carson McCullers, Der Jockey. In: C.M., Gesammelte Erzählungen. Zürich 2005

Krallen   (11)  

"In Promerlin und auf Haiti"

- Uwe Bremer

Krallen   (12)  

Krallen   (13)  

- Apollonia Saintclair

Krallen   (14)  

- Guido Crepax

Krallen   (15)  

- Tatjana Hauptmann, nach: Der Rabe XXV, Zürich 1989

Krallen   (16)  

- Apollonia Saintclair

Finger Körperteile, tierische

 

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