nall    Es wetteten einst ein Student und der böse Feind miteinander, welcher unter ihnen am geschwindesten wäre. Der letztere als ein Tausendkünstler wollte hierinnen die Ehre haben, weil er vorgab, daß er auch eine Kugel in der Luft zu fangen sich getraue. Der Student führte ihn in einen Garten und stellte ihn zuunterst desselben an den Zaun. Er aber nahm seine blind geladene Büchse und hinter sich eine steinalte Wettermacherin; diese verfälschte mit ihrem Podex die Luft, indem derselbe einen starken Knall von sich hören ließ. Und als der Teufel glaubte, der Student hätte geschossen, schnappte er nach der Kugel und sprach: ›Du bist mir diesmal zu fix gewesen; das Pulver rieche ich wohl, aber die Kugel kann ich nicht finden.‹ - Johann Beer, Der politische Bratenwender. München 1984 (dtv klassik 2130, zuerst ca. 1680)

Knall (2)    Ein 76er neben mir, ein herkulischer Hamburger Hafenarbeiter, schoß mit wildem Gesicht, ohne an Deckung zu denken, eine Patrone nach der anderen ab, bis er blutüberströmt zusammenbrach. Ein Geschoß hatte ihm mit dem Knall eines aufschlagenden Brettes die Stirn durchbohrt. Er knickte in seiner Grabenecke zusammen und blieb, den Kopf gegen die Wand gelehnt, in kauernder Stellung stehen. Sein Blut floß, wie aus einem Eimer gegossen, auf die Grabensohle. Sein schnarchendes Röcheln ertönte in immer längeren Abständen und verstummte endlich ganz. Ich ergriff sein Gewehr und feuerte weiter. - Ernst Jünger, In Stahlgewittern. Stuttgart 1985 (zuerst 1920)

Knall (3)  

Knall (4)  

 

Geräusch

 

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Explosion
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