atzenklavier   Der Raum war offensichtlich eine Art Laboratorium. Von der Decke hingen schauerliche Vögel in Flugstellung herab, die große Schatten auf die Wände warfen. Tauben, die mit Habichten zusammenprallten und sich in ihre Bestandteile auflösten, und Würger, die Insekten auf Dornen spießten. Auf den Tischen und Bänken standen in langen Reihen Flaschen, Kolben und Röhren. In der Mitte des Raumes war der Boden unbedeckt, von Schnitten verunstaltet und mit dunkelbraunen Flecken übersät. Auf den Regalbrettern fand sich in Gläsern jegliche Art von Getier, in einer grünlichen Flüssigkeit schwimmend.

«Lord Hurstmonceux war Wissenschaftler?» fragte Lestrade. «Nicht ganz», lautete die Antwort. Cairns deutete auf einen länglichen Kasten in einer Zimmerecke. An seinem einen Ende war eine Reihe von schwarzen und weißen Tasten und der Kasten war in Kammern aufgeteilt, über deren Böden Klavierdraht bis zu den Tasten gespannt war. Lestrade hielt es für korrekt zuzugeben, daß er nicht wußte, was es mit dieser Vorrichtung auf sich hatte. «Das ist das Katzenklavier», sagte Cairns grimmig. «Das... Katzen... das was?»

«Die Katzen werden in die Kammern gesetzt und eingeschlossen. Dann spielt der... ‹Wissenschaftler›... eine Melodie auf der Tastatur, mit dem Ergebnis, daß die Drähte hochschnellen und die Katzen von unten peitschen, während die Hämmer ihnen auf die Köpfe schlagen.

«Also ist das hier kein Laboratorium», sagte Lestrade.  - M. J. Trow, Lestrade und die Struwwelpeter-Morde. Reinbek bei Hamburg 1990 (zuerst 1985)

Katzenklavier (2)   Das Katzenklavier besteht aus einer Reihe von in einem Gestell fixierten Katzen, deren Schwänze unter einer Klaviatur festgebunden sind. Unten an jeder Taste ist ein Nagel befestigt, wodurch die Katzen verzweifelt miauen, wenn die Tasten gedrückt werden. Die Katzen werden nach ihrer natürlichen Tonlage angeordnet. Das Geschrei der Katzen wurde auch „Katzenmusik“ genannt.

Der Zweck des Instruments war laut einer Beschreibung von Johann Christian Reil (1759-1813) die Behandlung von Patienten, denen es schwerfällt, sich zu konzentrieren. - Wikipedia

Katzenklavier (3)   „Das sonderbarste kam mit einem Triumphwagen, der die außergewöhnlichste Musik mit sich trug, die man sich vorstellen kann. Auf ihm stand ein Bär, der eine Orgel spielte; statt Pfeifen jedoch sah man sechzehn Katzen, ihr Körper verborgen, nur die Köpfe waren sichtbar. Die Schwänze streckten heraus und wurden festgehalten wie die Saiten eines Pianos. Durch einen Tastendruck wurde hart am Schwanz gezogen, wodurch die Katze ein klägliches Miau von sich gab. Der Historiker Juan Christoval Calvete schrieb, dass die Katzen nach der Höhe ihres Tones angeordnet waren, sodass aufsteigend Noten einer Oktave gespielt werden konnten (chromatisch, denke ich).“

    „Dies abscheuliche Orchester stand bald in einem Theater zusammen mit Affen, Wölfen, Wild und anderen Tieren, die zu der infernalischen Musik tanzten.“   - Jean-Baptiste Weckerlin: Musiciana, extraits d’ouvrages rare où bizarre. Nach Wikipedia

 

Kartzenmusik

 

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