k atzen

Katzen

 - Kliban

Katzen (2) Verschliesset allezeit eine Katze in der Kammer, wo ihr eure porcellänene Teller aufhebet, es könnten sich sonst Mäuse hineinschleichen und sie zerbrechen. - (swi)

Katzen (3) Die Katze liebt ihresgleichen sehr, denn wenn sie oben auf dem Rand eines tiefen Brunnens sitzt und unten in dem Wasser ihr Spiegelbild sieht, dann glaubt sie, es sei eine ihr völlig gleichende Katze und springt mit Absicht in den Brunnen. Das geschieht vor allem, wenn die Katze läufig ist und den Kater sucht und besonders bei jungen Katzen, die noch wenig Erfahrung haben. - (meg)

Katzen (4) Die Katze zerfleischt einen Goldhamster; dessen Langohr und Nagezähnchen, die blauroren und fischsilbernen Eingeweide; Hohlschnüre hängen vom Katzenmund, die Katze legt den Kopf schief, zerrt; schupft im kleinen aber raschen Mund die Beute, entläßt auch einmal schlechte Luft durch die Nasenlöcher. Wie kam der Goldhamster in den Garten? - (oko)

Katzen (5) So zahlreich die Tiere auch sind, die in Gemeinschaft mit den Menschen leben, es würden noch viel mehr sein, wenn bei den Katzen nicht folgendes einträte: Haben die Katzen geworfen, gehen sie nicht mehr zu den Katern, die aber suchen sich mit ihnen zu begatten und können es nicht. Darum greifen sie nun zu einer List: Sie nehmen den Weibchen die Jungen weg, tragen sie fort und töten sie, fressen sie aber nicht. Und die, der Jungen beraubt, möchten neue, und so kommen sie denn zu den Katern. Denn dies Tier mag gern Junge haben.

Und bricht Feuer aus, geht etwas Unheimliches vor mit den Katzen. Die Ägypter stellen sich nämlich hin, in Abständen, und passen auf die Katzen auf, und um das Löschen des Feuers kümmern sie sich weniger, die Katzen aber wischen zwischen durch oder springen auch über die Leute und stürzen sich ins Feuer. Und geschieht das, trauern die Ägypter gewaltig. - (hero)

Katzen (6) »Schon daß der Löwe zum Katzengeschlecht gehört«, warnt das Neue Natur- und Kunstlexicon 1801 eindringlich, »läßt uns von seinem Edelmuthe nicht viel erwarten,« Die gemeine Hauskatze ist vollends ein Ausbund von Blutgier und Falschheit. Manche Menschen fallen ihretwegen in Ohnmacht, andere ziehen sich allein durch den Katzenatem eine tödliche Schwindsucht zu. »Auf jeden Fall ist es zu rathen, daß man Katzen nicht zu viel traue ... Sie unterdrückt ihre Mordlust in Gegenwart des Menschen mehrentheils, läßt ihr aber freien Lauf, sobald sie sich unbemerkt glaubt.« Leider hat diese Bestie kaum natürliche Feinde. »Hunde müssen schon sehr hungern, wenn sie eine Katze verzehren sollen, doch thun sie es.« Auch Chinesen, Kalmücken, Neger und einzelne Belgier tun es «sehr gern«. - (lex)

Katzen (7) Die Katze streichelt uns nicht; sie streichelt sich an uns. - Rivarol, nach (riv)

Katzen (8) Unsere Katze wird langsam ausgesprochen tyrannisch. Wenn sie sich irgendwo allein fühlt, stößt sie ein Geheul aus, daß einem das Blut in den Adern gerinnt, und das hält sie durch, bis jemand angelaufen kommt. Sie schläft auf einem Tisch in der Seiten-Veranda und verlangt jetzt, daß man sie rauf und runter hebt. Sie kriegt abends gegen acht ihre warme Milch und fängt bereits um halb acht an, danach zu schreien. Wenn sie ihr Näpfchen endlich hat, trinkt sie ein bißchen, geht dann beiseite und setzt sich unter einen Stuhl; dann kommt sie wieder und schreit sich wieder die Lunge aus dem Leib, bis jemand sich neben sie stellt, während sie sich erneut der Milch zuwendet.

Wenn wir Gäste haben, sieht sie sich die Leute kurz an und trifft fast augenblicklich die Entscheidung, ob sie ihr sympathisch sind. Sind sie's, so spaziert sie zu ihnen hinüber und läßt sich dort auf den Boden plumpsen, grad weit genug von ihnen entfernt, um ihnen die Möglichkeit, sie zu kraulen, nicht allzu leicht zu machen. Sind sie ihr aber unsympathisch, so setzt sie sich mitten ins Wohnzimmer, wirft einen verächtlichen Blick in die Runde und geht dann daran, sich den Rücken zu putzen - oder vielmehr den verlängerten Rücken. Mitten in dieser reizenden Vorstellung hält sie ganz plötzlich inne, hebt den Kopf, ohne ansonsten ihre Haltung zu ändern (ein Bein kerzengerade gegen die Decke gerichtet), starrt in den Raum, um dabei irgendein abstruses Problem zu durchdenken, und widmet sich dann wieder der Reinigung ihres Hinterteils. Diese Arbeit wird stets in der öffentlichsten Weise verrichtet.

Als sie noch jünger war, feierte sie das Scheiden von Besuchern stets dadurch, daß sie wie wild durchs Haus raste, um schließlich mit einem Krallensprung auf der Couch zu landen, dem schönen Stück, das mit Baumwollbrokat bezogen und für Katzenkrallen wie geschaffen ist, da sich der Stoff leicht in Streifen herunterreißen läßt. Aber jetzt ist sie träge geworden. Will nicht einmal mehr mit ihrer Katzenminzen-Maus spielen, es sei denn, diese ist so niedrig gehängt, daß sie im Liegen damit spielen kann.  - Raymond Chandler, Die simple Kunst des Mordes. Zürich 1975 (zuerst 1962)

Katzen (9) Die mehr fürs Mäusejagen denn als Haustiere geliebten Katzen waren zur Dürerzeit ausgesprochen unbeliebt. Schwarze Katzen brachte man mit Hexerei in Verbindung; oft schnitt man ihnen den Schwanz ab, um seiner Verwendung beim Hexensabbat zuvorzukommen. Am Johannistag hängte man in den Dörfern Katzen übers Feuer, um sich und das Vieh vor Krankheit und Seuchen zu schützen. Frauen zeigten unerwünschten Freiern ihre Abneigung, indem sie ihnen Katzen übersandten. Nach verbreitetem Volksglauben mußte, wenn eine Katze eines natürlichen Todes starb, im selben Hause jemand bald sterben; lief jemandem vor einer Reise eine Katze über den Weg, nahm die Reise keinen guten Verlauf. Und da man Vögel wegen ihres schönen Gesangs als Haustiere liebte, hängte man Katzen ein Glöckchen um, um die geflügelten Wesen vor der anschleichenden Feindin zu warnen.

Trotz ihres schlechten Rufs hat Albertus Magnus Katzen überaus geschätzt. Er hielt sie für feinfühlig und ordnete ihnen sogar einen Sinn für Schönheit zu. Am liebsten mochte er die eisgrau gefärbten, und er hob ihre Verwandtschaft mit dem König der Tiere hervor: ihre Zähne und Tatzen seien eindeutig löwenhaft.  - Colin Eisler, Dürers Arche Noah. Tiere und Fabelwesen im Werk von Albrecht Dürer. München 1996 (zuerst 1991)

Katzen (10)

LE CHAT

DIE KATZE

Dans ma cervelle se promène,
Ainsi qu'en son appartement,
Un beau chat, fort, doux et charmant.
Quand il miaule, on l'entend à peine,

In meinem Hirn geht, als war es ihre Wohnung, eine schöne Katze spazieren,
kraftvoll, sanft und reizend.
Wenn sie miaut, hört man es kaum,

Tant son timbre est tendre et discret;
Mais que sa voix s'apaise ou gronde,
Elle est toujours riche et profonde.
C'est là son charme et son secret.

So zärtlich und verstohlen ist der Klang;
ob aber ihre Stimme sich sänftigt oder grollt,
stets tönt sie reich und tief.
Das ist ihr Zauber und ihr Geheimnis.

Cette voix, qui perle et qui filtre
Dans mon fond le plus tenebreux,
Me remplit comme un vers nombreux
Et me rejouit comme un philtre.

Diese Stimme, die in meine finsterste Tiefe
perlt und träuft, erfüllt mich
wie wohllautende Verse und erheitert mich
wie ein Heiltrank.

Elle endort les plus cruels maux
Et contient toutes les extases ;
Pour dire les plus longues phrases,
Elle n'a pas besoin de mots.

Sie schläfert die ärgsten Leiden ein
und enthält alle Wonnen;
um die längsten Sätze zu sagen,
bedarf sie keiner Worte.

Non, il n'est pas d'archet qui morde
Sur mon cœur, parfait instrument,
Et fasse plus royalement
Chanter sa plus vibrante corde,

Nein, es gibt keinen Bogen, der über
das vollkommene Instrument meines Herzens
streicht und königlicher
seine bebende Saite singen machte,

Que ta voix, chat mysterieux,
Chat seraphique, chat étrange,
En qui tout est, comme en un ange,
Aussi subtil qu'harmonieux!

Als deine Stimme, geheimnisvolle Katze,
seraphische Katze, seltsame Katze,
in der, gleichwie in einem Engel, alles
von Zartheit wie von Harmonie durchwirkt ist!

 

 

De sa fourrure blonde et brune
Sort un parfum si doux, qu'un soir
J'en fus embaumé, pour l'avoir
Caressée une fois, rien qu'une.

Aus ihrem blond und braunen Fell
steigt ein so süßer Duft, daß eines Abends
ich ganz davon durchhaucht war, als ich einmal,
ein einziges Mal nur, sie gestreichelt hatte.

C'est l'esprit familier du lieu ;
Il juge, il préside, il inspire
Toutes choses dans son empire ;
Peut-ètre est-il fée, est-il dieu.

Sie ist der Hausgeist hier;
sie richtet, herrscht, begeistet
alle Dinge in ihrem Reich;
vielleicht ist sie eine Fee, ist sie ein Gott.

Quand mes yeux, vers ce chat que j'aime
Tirés comme par un aimant,
Se retournent docilement
Et que je regarde en moi-même,

Wenn meine Augen, die diese geliebte Katze
magnetisch auf sich lenkt,
gehorsam sich wenden und ich dann
nach innen blicke,

Je vois avec étonnement
Le feu de ses prunelles pâles,
Clairs fanaux, vivantes opales,
Qui me contemplent fixement.

So seh ich mit Erstaunen
das Feuer ihrer bleichen Augensterne —
Leuchtzeichen, lebende Opale —,
die mich anschaun unverwandt.

 - Charles Baudelaire, Die Blumen des Bösen (zuerst 1857, Übs. Friedhelm Kemp Frankfurt 1966)

Katzen (11)  Eine Katze (auch Geldkatze) ist ein am Gürtel befestigter Beutel mit einer Verschlusslasche, meist zur Aufbewahrung von Münzgeld, aber auch kleinen wertvollen Gegenständen wie Ringe, Steine oder Stückchen von Edelmetall. Der Begriff ist eigenständig und war im Mittelalter weitest verbreitet.

Die Katze bestand aus einem schlauchartig genähten Leder, das rings um verschlossen war. An der Längsseite befand sich ein länglicher Schlitz. Wurde dieser Schlauch über den Gürtel gehängt, so entstanden zwei Säckchen, in denen das Geld aufbewahrt wurde. Die Säckchen konnten nach außen oder nach innen in die Kleidung getragen werden. Da der Schlitz an der Längsseite war, die über dem Gürtel lag, konnten die Münzen nicht versehentlich verloren werden.

Zur Bezahlung wurde die Katze vom Gürtel genommen. - wikipedia

Katzen (12)   Die Katze ist kryptisch und vertraut mit seltsamen Dingen, die den Menschen verborgen sind. Sie ist die Seele des alten Aigyptos und Trägerin von Geschichten aus vergessenen Städten in Meroe und Ophir. Sie ist vom Geschlecht der Herren des Dschungels und Erbin der Geheimnisse des ehrwürdigen und sinistren Afrika. Die Sphinx ist ihre Cousine, und sie spricht ihre Sprache; aber sie ist viel älter als die Sphinx und erinnert sich an das, was jene vergessen hat. -  H.P. Lovecraft, Die Katzen von Ulthar und andere Erzählungen. Frankfurt am Main 1980 (zuerst 19139)

Katzen (12)  Das ganze Katzengeschlecht ist Menschengeschlecht, und der Mensch bloß die edelste Katze, gleichsam die Sonne derselben.  - (rit)

Tierarten

Oberbegriffe

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Unterbegriffe

{?} {?}

VB
Verständigung

Synonyme