asematte  Casa Come Me mit seinem wundervollen Blick auf Meer, Himmel und Felsen sollte Malapartes  »melancholisches Verlangen nach Weite« befriedigen und gleichzeitig die Bedingungen seines Exils auf Lipari auf der Basis seiner eigenen grandiosen Vorstellungen wiederherstellen. Es sollte das Kloster und zugleich der Bunker des Mannes werden, der den Diktatoren allein gegenübergetreten war — eine casamatta, eine »Kasematte« oder ein »Irrenhaus«, je nachdem, wie man das italienische Wort übersetzt; ein Haus des Maschinenzeitalters, in dem gleichzeitig die ältesten geistigen Werte des Mittelmeerraums erhalten werden sollten. Und anders als die »apollinischen« Tempel des klassischen Griechenlands mit ihren Säulenwäldern und den »von oben herabgelassenen Dächern« sollte dieser Bau wie ein minoisches Heiligtum aus dem Meer aufsteigen.

Die Wände sind ochsenblutfarben, die Fenster wie die Fenster eines Überseedampfers, und es gibt eine keilförmige Rampe mit Stufen, die sich wie ein heiliger Pfad schräg nach oben zur Dachterrasse winden. Hier pflegte Malaparte jeden Morgen allein sein gymnastisches Ritual zu vollziehen, während die Frauen, die in ihn verliebt waren, ihn oben vom Kliff beobachteten.  - Bruce Chatwin, Der Traum des Ruhelosen. Frankfurt am Main 1998 (Fischer-Tb. 13729, zuerst 1996)

 

Haus Festung

 

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