Kampfansage  »Ziegenhaut!« sagte Kate.

»Schweinsblase!« sagte Amelia und plumpste mit einem kümmerlichen Sprung vom Pferd. Kate versuchte ebenfalls, sich der Länge nach von ihrem Reittier, der roten Kuh, herabzulassen, aber ob es nun daran lag, daß sie zu fette Füße hatte und daher wie die Braut am Eheband in den Steigbügeln hing oder daß sie einfach unfähig war, ein so großes Gewicht an bebendem und entrüstetem Fleisch zu heben, ist schwer zu sagen, da hing sie jedenfalls, mit herausgestrecktem Hintern, bis Amelia, mit vor Wut weitgespreizten Fingern, sie herauspflückte und vor sich hinstellte.

»Jetzt«, sagte Amelia, »werden wir zum ersten Mal im Leben einen gerechten Kampf ausfechten, denn du hast niemanden als dich selbst, auf den du zurückfallen könntest, und eine von uns wird diesen Platz nicht lebend verlassen. Wenn ich den Sieg davontrage, werde ich dein Herz an jenem Erdnußbaum dort aufhängen und die Leber zur Gesellschaft daneben befestigen, als Warnung für hurende Weibsstücke. Wenn du es bist, kannst du tun, was dir beliebt, aber um deine träge Einbildungskraft und dein fruchtloses Denken zu lenken, möchte ich sagen, daß ich immer die phantastische Vorstellung hatte, in die Äste eines Baumes gelegt zu werden, wenn die ganze Seele aus mir gewichen ist, weder Stoff noch Faden zwischen mir und dem Vergnügen der Vögel!« Und daraufhin begann sie die Sache mit einer Ohrfeige.   - Djuna Barnes, Ryder. Nach: D. B., Hinter dem Herzen. Berlin 1994

 

Kampf

 

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