Jaguarismus  Auf dem »Gefleckten Jaguar« gab es, vermutlich als Anspielung auf den Namen der Besitzung, einen zahmen Jaguar, der frei im Innenhof und auf dem Gartenbeet vor dem Hause umherlief. Zweitens aber kann hier im Sertão, wer nicht auf die Jaguare achtgibt, sehr wohl am Ende von ihnen aufgefressen werden. Und daher stammen alle die sehr lehrreichen Sertão-Geschichten und Sprichwörter über Jaguare. Zum Beispiel das Sprichwort, das besagt: »Wenn einer den Hammel spielt und nicht den Mann, kommt der Jaguar von hinten und frißt ihn.« Oder dieses andere: »Wenn der Jaguar erst tot ist, hat jeder den Mut, ihm den Finger in den Arsch zu stecken.« Es gibt da auch noch die Geschichte von meinem Freund Eusebio Monteiro, der hier auf der Straße als Eusebio »Monturo«, als »Dreckschleuder«, bekannt ist. Er sagte einmal zu mir:

»Ich höre die Leute hier alle Augenblicke sagen: >Ich bin vielleicht erschrocken, habe einen Satz gemacht, habe losgebrüllt . . . Schlappes Pack von Schwachmatikussen. Quaderna, an dem Tage, an dem ich einen Satz mache und losbrülle, können Sie ruhig weglaufen: Dann hat mir der Jaguar schon die Hälfte vom Fruchtfleisch meiner Hinterbacken abgefressen!«

Schließlich und endlich, ob es nun für mich eine Frage des Überlebens wäre oder nicht, ich müßte auf alle Fälle in Jaguaren bewandert sein, weil ich außer Dr. Samuel Wandernes noch einen anderen Literatur-Lehrmeister gehabt habe, nämlich seinen größten Rivalen, den Baccalaureus Clemens Hará de Ravasco Anversio, Rechtsanwalt, Philosoph und Schulmeister unseres Städtchens. Und seine literarische Bewegung, der »Neger-Tapuia-Jaguarismus Brasiliens«, verlangt unter anderem, daß wir »der Wirklichkeit und den Jaguaren des Sertão treu ergeben« sind.   - (stein)

 

Jaguar Stil, literarischer

 

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