Heckenschere »Erzähl George, was der Mann auf dem Kerbholz hat«, forderte Nolen Rafi auf.

»Was er gemacht hat?« rief Rafi. »Er war der Chef von die Cascos Blancos und hat Todesschwadrone ausgeschickt. Er hat alle abkassiert, die ihm nicht gepaßt haben oder die was gegen Trujillo gesagt haben. Er hat sie gebracht zum Foltern nach La Cuarenta in Santo Domingo. Oder zu Kilometro Nueve. Da hat die Armee immer gefoltert. Bei San Isidro war das.«

»Sag George, was de Boya mit den Leuten gemacht hat!« rief Molen.

»]aaa, er hat ihnen mit großem Vergnügen die Augen festgenäht, daß sie sie nicht mehr zumachen konnten. Und dann hat er Licht hingehalten. Und mit Baseballschlägern hat er sie geprügelt. Manchmal hat er ihnen auch Säure in Gesicht geschüttet. Kastrieren hat ihm auch Spaß gemacht. Er hat sie an die Brustwarzen gezogen und sie ihnen dann abgeschnitten.«

»Hat er das auch mit dir gemacht?« wollte Moran wissen.

»Nein, nein, nur mit Frauen. Den Männern hat er was anderes weggemacht, mit... wie heißt das ...? Diese große tijeras

»Heckenscheren«, half Nolen.

»Genau, Heckenscheren. Hat einem damit das Allerwichtigste abgeschnitten. Mit einem Onkel von mir hat er das gemacht. Und wenn General de Boya damit fertig war, hat er sie umbringen lassen und von die Klippe ins Meer geschmissen und die Haifische gefüttert. Wenn man gefragt hat, was ist geworden aus einem, hat einem keiner was gesagt. Man hat bloß immer gehört, er ist nach Boca Chica gegangen, die tiburones besuchen, die Haifische. Oder auch nach Monte Christi. Das war vor zwanzig Jahren. Aber die Haifische kommen immer noch, weil sie glauben, daß General de Boya sie füttert. Er hat die Leute auch gern in Ameisenhaufen gelegt.«  - Elmore Leonard, Florida-Fieber. München 1982

 

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