ahn, eierlegender  Das Volk erzählt: wenn ein männlicher Vogel, wie ein Weib, ein Ei gelegt, so entstände daraus ein giftiges Geschöpf, dessen Hauch die Luft verpeste, und das man nur dadurch töten könne, daß man ihm einen Spiegel vorhalte, indem es alsdann über den Anblick seiner eigenen Scheußlichkeit vor Schrecken sterbe.  - Heinrich Heine, Italien. Die Bäder von Lucca

Hahn, eierlegender (2) Ein Hahn mit ziemlich wirren Vorstellungen hoffte, es werde ihm über kurz oder lang gelingen, Eier zu legen. Er setzte sich in einen Winkel des Hühnerstalls und verharrte dort stundenlang, doch trotz aller Anstrengungen gelang es ihm nicht, auch nur ein einziges Ei zu legen. Er konnte einfach nicht begreifen, weshalb die Hühner, die seiner Meinung nach die dümmsten Tiere der Welt waren, Eier legen konnten und er nicht.  - (ma)

Hahn, eierlegender (3) Den Chinesen zufolge ist der Himmelshahn ein Vogel mit goldenem Gefieder, der jeden Tag dreimal kräht. Das erste Mal, wenn die Sonne an den Grenzen des Ozeans ihr Morgenbad nimmt; das zweite Mal, wenn die Sonne im Zenith steht; schließlich, wenn sie im Westen versinkt. Der erste Schrei schüttelt die Himmel und weckt die Menschheit. Der Himmelshahn ist ein Urahn des Yang, des männlichen Prinzips im Universum. Er ist dreibeinig und nistet auf dem Baum Fu-sang, dessen Höhe Hunderte von Meilen mißt, und der in der Weltgegend der Morgenröte wächst. Die Stimme des Himmelshahns ist sehr kräftig; sein Betragen ist herrschaftlich. Er legt Eier, aus denen Küken mit roten Kämmen schlüpfen, die jeden Morgen sein Krähen erwidern. Alle Hähne der Erde stammen vom Himmelshahn ab, den man auch den Vogel der Morgenhelle nennt. - (bo)
 
 

Eierlegen Hahn

 

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