ades  Oder ist vielleicht das Universum geformt wie Eingeweide, und ist der Hades nur der Endpunkt: der Arsch, wie manche meinen, die Scheiße, wie andere meinen; obwohl es sinnvoller scheinen will anzunehmen, er sei das Loch des Arsches, als abstrakter und zugleich verhängnisvoller Ort.  Schwierig scheint's in der Tat zu glauben, daß er der Arsch sei, denn in diesem Fall würde er doch immer noch Teil des Universums sein, und könnte seine ureigentliche Aufgabe nicht erfüllen; besser daher die Hypothese vom Exkrement, zugleich äußerlich und als Qualitätssprung, unwürdig, gemein, skandalös, jedoch mit den Eigenschaften versehen, die geeignet sind, einem kosmischen >Nein< Leben zu verleihen.

Der Gedanke, daß der Hades Exkrement sei, bringt uns auf eine andere bereits erwogene Theorie zurück: daß er ein Etwas sei, das es nicht gibt; das Loch im festen Firmament; aktive Öffnung wie jene absurde, die sich im Mittelpunkt des brodelnden Wassers abzeichnet und die Strom und Meer zu verschlingen scheint, obgleich sie wahrhaft ein Nichtexistie-rendes ist. Durch diese Laufmasche des Nichts würde nach und nach unweigerlich die stolze Festigkeit der Dinge ausrinnen; der Hades als Spülschüssel, durch deren kloakenduftendes Loch das ganze Universum rinnt, abstraktes Eingeweide, das alles haschiert und zerlöst, wodurch du auch das Gewand des höchst erzürnten, versinkenden Gottes wirst strudeln sehen.

In diesem Fall würden sich im Nichts des Hades nicht nur alle Dinge konzentrieren, sondern auch alle Nichtdinge; und das Universum hätte man sich also vorzustellen als von jeher ins Netz gelegt vom Hades, der es mit Entfernungen und Abwesenheiten und mit jeder anderen Form der Verneinung versieht. Wäre es aber dann etwas anderes als der Hades?  - (nieder)

Hades (2)  Der wilde Hades wacht eifersüchtig über seine Rechte. Die oberen Regionen besucht er nur aus seltenen Anlässen, etwa wenn er plötzlich von Lust erfaßt wird. Eines Tages blendete er die Nymphe Minthe mit dem Glanz seines goldenen Wagens und seiner vier Pferde. Er würde sie ohne Schwierigkeiten verführt haben, wäre nicht Persephone, seine Gemahlin, zur rechten Zeit erschienen. Sie verwandelte Minthe in ein süß duftendes Kraut. Bei einer anderen Gelegenheit versuchte Hades, die Nymphe Leuke zu vergewaltigen. Persephone verwandelte das Mädchen in eine weiße Pappel, die am Ufer des Teiches der Erinnerung steht. Freiwillig läßt Hades keinen seiner Untertanen entfliehen.  - (myth)

Hades (3)  Viele Namen wurden dem unterirdischen Bruder des Zeus - denn dazu wurde Hades in unserer Mythologie, selbst wenn er ursprünglich nur der dunkle Aspekt eines sonst hellen Gottes war. Nicht nur solche Namen, die seine Eigenschaft als Gott der Toten ausdrückten, wie Polydegmon, der »viele Gäste Empfangende«. Er war auch der »Keiche« und »Reichtum Spendende«: Pluton, und der »gute Ratgeber«: Eubuleus oder Eubulos. Mit ähnlichen Namen - Plutos, Eubulos, Eubuleus - wird auch jener räselhafte, mystische Sohn bezeichnet, den er mit einer Göttin zeugte, die ebenfalls unter vielen Namen und außerdem noch als Mutter und Tochter bekannt ist: als Gaia und Rhea, als Rhea und Demeter und in ihrer Beziehung zu Hades vornehmlich als Demeter und Persephone. Wie die Geschichte offen erzählt wurde, wohnte Hades nicht seiner Schwester Demeter bei; das tat in der geheimeren Erzählung Zeus, oder in einer anderen, gleichfalls schon bekannten, Poseidon; sondern er raubte seine Nichte Persephone, die auch einfach Kore, »das Mädchen«, hieß.  - (kere)
 
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