aarspalterei   Der Rabbi lächelte. «Er weigerte sich, eine mesusa an seinem Türrahmen zu befestigen, mit der Begründung, das Gebot laute, man solle sie ‹an die Türpfosten eures Hauses› schreiben, und er behauptete, dies sei nicht sein Haus, es sei nur gemietet. Also, ich versichere Ihnen, das ist pilpul, Haarspalterei, und außerdem ziemlich extrem, aber es vermittelt Ihnen wohl die grundlegende Idee, daß ein Gebot eine Verpflichtung ist - nicht unbedingt eine willkommene - , die man befolgt, weil sie uns geboten wird. Im gleichen Sinne hat ein berühmter Rabbi einmal gesagt, man solle von den Speisen, die uns verboten sind - Schweinefleisch, Schalentieren und den anderen - , nicht sagen, daß wir sie nicht essen, weil sie widerlich und unbekömmlich sind, sondern vielmehr, daß sie sehr wohlschmeckend, ja köstlich sind, daß wir sie aber nicht essen, weil ein Gebot es uns verbietet.» - Harry Kemelman,  Der Rabbi schoß am Donnerstag. Reinbek bei Hamburg 1979 (rororo thriller 2500, zuerst 1978)
 
 

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Verwandte Begriffe
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Pilpul