Größe, unsichere  Ob sich die Götter um die Menschen kümmern oder nicht, ist bis heute kontrovers geblieben. Unter vielen anderen Autoren stellt diese Frage schon Plinius der Ältere in seiner enzyklopädischen Naturgeschichte. Die Gretchenfrage kann ihrer Natur gemäß nur beiderlei Meinungen zulassen. »In der Mitte zwischen diesen beiden Ansichten«, so Plinius, »hat sich die Menschheit jedoch ein eigenes Götterwesen erfunden, damit noch weniger Gewißheit über das Göttliche bestände. In der ganzen Welt, an allen Orten und zu jeder Zeit wird wie aus einem Munde allein Fortuna angerufen und genannt. Sie allein wird angeklagt und beschuldigt, nur sie hat man im Sinn, sie lobt man, rügt man und verehrt sie trotz aller Vorwürfe. Als flüchtig und wandelbar wird sie angesehen, von den meisten sogar als blind und unbeständig, unsicher, wechselnd, den Unwürdigen zugeneigt. Ihr wird aller Verlust, ihr aller Gewinn zugeschrieben, und im Rechnungsbuch der Menschen füllt sie allein die Einnahmen- und die Ausgabenseite. So sehr sind wir also dem Zufall und dem Schicksal unterworfen, daß dieses geradezu als Gottheit gilt, wodurch sich Gott als eine unsichere Größe erweist.«   - Georg Brunold, Fortuna auf Triumphzug. Berlin 2011
 
 

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