Grandseigneur     Lord Ashtray ist bei der Wiederverwertung nicht eisenhaltiger Metalle reich geworden und gibt heute sein Vermögen dafür aus, dass er in seinem riesenhaften Besitz in der Umgebung von London, Hammer Hall, das prunkvolle Leben eines Grandseigneurs führt.

Lokalberichterstatter und Besucher haben oft Mund und Nase aufgesperrt angesichts seiner Regency-Möbel aus Rosenholz, seiner Ledersofas, deren Patina acht Generationen echter Edelleute gewährleistet haben, seines Tafel-Parketts, seiner 97 Lakaien in kanarienfarbener Livree und seiner Kassettendecken, an denen sich immer das seltsame Emblem wiederholt, das er sein ganzes Leben lang mit seinen Aktivitäten verbunden hat: ein roter, herzförmiger Apfel, der von einer Seite bis zur ändern von einem langen Wurm durchbohrt und von kleinen Flammen umgeben ist.

Die verwirrendsten Statistiken sind über diese Persönlichkeit in Umlauf: Es heißt, er beschäftige dreiundvierzig Gärtner, er habe so viele Fenster, Glastüren und Spiegel in seinem Besitztum, dass er vier Diener mit ihrer Pflege beauftragt hat, und er habe, als es ihm nicht gelang, die zerbrochenen Scheiben sofort, nachdem sie zu Bruch gegangen waren, auswechseln zu lassen, das Problem dadurch gelöst, dass er ganz einfach die nächste Spiegel- und Glasfabrik aufgekauft habe.

Wie manche zu wissen vorgeben, besitzt er elftausend Krawatten und 813 Stöcke und hat alle Zeitungen in englischer Sprache in der ganzen Welt abonniert, nicht um sie zu lesen, was seine acht Dokumentaristen für ihn tun, sondern um die Kreuzworträtsel zu lösen, auf die er so versessen ist, dass sein Schlafzimmer alle acht Tage ganz mit Kästchen tapeziert wird, die eigens für ihn von dem Kreuzworträtselfreund konzipiert worden sind, den er am meisten schätzt, nämlich Barton O'Brien von der Auckland Gazette and Hemisphere. Er ist gleichfalls ein eifriger Liebhaber des Rugbys und hat eine Privatmannschaft zusammengestellt, die er seit Monaten heimlich trainiert in der Hoffnung, den nächsten Sieger des Turniers der Fünf Nationen siegreich herausfordern zu können.

Anderen zufolge sind diese Sammlungen und seine Manien in Wirklichkeit Köder und Lockmittel, die dazu bestimmt sind, die drei wahren Leidenschaften Lord Ashtrays abzuschirmen: den Boxkampf (bei ihm soll Melzack Wall, der Herausforderer auf die Weltmeisterschaft im Fliegengewicht, trainieren); die Raumgeometrie: Er soll die Untersuchungen eines Professors finanzieren, der seit zwanzig Jahren an einer Abhandlung über die Polyeder sitzt, von der noch fünfundzwanzig Bände zu schreiben sind; und vor allem die Decken von Indianerpferden: Er soll schon zweihundertachtzehn zusammengetragen haben und alle sollen den besten Kriegern der besten Stämme gehört haben: White-Man-Runs-Him und Rain-in-the-Face von den Crows; Hooker Jim von den Mohawks; Looking Glass, Yasson und Alikut von den Nez-Percés; Chief Winnemucca und Ouray-the-Arrow von den Paiuten; Black Beaver und White Horse von den Kiowas; Cochise, der große Apachenhäuptling; Geronimo und Ka-e-ten-a von den Chiricachuas; Sleeping Rabbit, Left Hand und Dull Knife von den Cheyennen; Restroom Bomber von den Saratogas; Big Mike von den Katchinas; Crazy Turnpike von den Fudges; Satch Mouth von den Grooves; und mehrere Dutzend Decken von den Sioux, darunter die von Sitting Bull und seinen beiden Frauen, Seen-by-her-Nation und Four Times, und die von Old-Man-afraid-of-his-Horse, Young-Man-afraid-of-his-Horse, Crazy Horse, American Horse, Iron Horse, Big Mouth, Long Hair, Roman Nose, Lone Horn und Packs-His-Drum.  - (per)

Herr

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Synonyme
Herr, großer